Aktien Schweiz - SMI baut Gewinne leicht aus

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstagvormittag die Gewinne noch etwas ausgebaut und notiert nun klar im Plus.
02.05.2017 12:45

Der Leitindex SMI übertraf dabei vorübergehend das letzte Woche markierte Mehrmonatshoch; und der breite SPI stiess erneut in den fünfstelligen Bereich vor, was er vergangene Woche erstmals getan hatte. "Die Vive-La-France-Stimmung hält an", lautet das Fazit eines Analysten.

Das jüngste Kursrally gründe vermutlich vor allem auf der Aussicht, dass mit Emmanuel Macron wohl ein überzeugter Euro-Befürworter französischer Präsident werde, heisst es in einem Kommentar der ZKB. Es bestehe die Hoffnung, dass dieser zusammen mit dem Euro-freundlichen Deutschland die Währungsunion politisch voranbringen könne. Bei den einzelnen Titeln sorgen vor allem Geberit und Dufry für Gesprächsstoff, die für ihre Zahlen zum ersten Quartal keinen Applaus erhalten.

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 12 Uhr 0,48% höher bei 8'854,63 Punkten und damit nur leicht unter dem Tageshoch von knapp 8'856 Stellen. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt um 0,46% auf 1'415,72 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,54% auf 10'030,44 Zähler zu. Von den 30 wichtigsten Titeln sind 24 im Plus und nur sechs im Minus.

Das Gewinnerfeld bei den Blue Chips wird zur Mittagszeit von Galenica (künftig Vifor) angeführt, die um 2,1% zulegen und die schon in den letzten drei Wochen seit der Abspaltung des Apothekengeschäfts einen guten Lauf hatten.

Mehr als 1% im Plus sind ansonsten noch Swiss Life (+2,0%), Kühne+Nagel (+1,8%), Actelion (+1,3%) sowie LafargeHolcim (+1,2%). Zu letzteren werden am Mittwoch Zahlen vorgelegt. Dabei steht nach dem überraschenden Abgang des CEO wieder die Entwicklung des eigentlichen Geschäfts im Mittelpunkt.

Getrieben wird der Gesamtmarkt von den drei Schwergewichten Novartis (+0,9%), Roche (+0,6%) und Nestlé (+0,4%). Beide Pharmakonzerne erhielten am Wochenende positiven Bescheid von der US-Zulassungsbehörde FDA. Novartis hatte am Freitagabend die US-Marktzulassung für das Leukämiemedikament Rydapt erhalten, Roche am Montag die US-Genehmigung für ein Testverfahren. Für die ZKB ist insbesondere die News von Novartis positiv. Die Effizienz solcher Therapien sei aussergewöhnlich, heisst es in einem Kommentar. Jedoch seien die Zielmärkte klein, weshalb auch das Umsatzpotenzial trotz hoch anzusetzender Preise nicht sehr gross sei, wird zugleich eingeräumt.

Relativ gut halten sich auch die beiden Grossbankenpapiere von CS (+0,5%) und UBS (+0,3). Letztere hat einen Rechtsstreit in den USA wegen fauler Immobilienkredite endgültig beigelegt. Das Institut zahlt im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von zwei Genossenschaftsbanken 445 Mio USD an die National Credit Union Administration (NCUA). Im Rechtsstreit mit dem US-Justizministerium Zusammenhang mit US-Hypothekenpapieren steht eine Einigung indes noch aus.

Die mit Abstand deutlichsten Verluste erleiden auf der anderen Seite Lonza (-6,1%). Dies ist eine Folge der Kapitalerhöhung, für die der Bezugsrechtshandel ab dem heutigen Tag läuft. Mit der Kapitalerhöhung will der Lifesciencekonzern die Übernahme der Firma Capsugel stemmen.

Klar im Minus sind auch die beiden Aktien, zu denen neue Zahlen vorliegen. So büssen Dufry 2,7% ein und Geberit 1,3%. Bei Dufry sprechen Analysten in ersten Kommentaren zwar von einer starken organischen Umsatzentwicklung, setzen aber einige Fragezeichen hinter die Entwicklung der operativen Marge. Am Markt ist zudem von Gewinnmitnahmen die Rede, nachdem die Aktien am Freitag noch in der Nähe der Rekordmarke von Mitte 2014 geschlossen hatten.

Gleiches gilt für Geberit, welche das am letzten Freitag markierte Allzeithoch nicht verteidigen können. Die vom Sanitärtechnikkonzern vorgelegten Zahlen kamen zwar im Bereich der Prognosen zu liegen, doch es fehlten positive Überraschungen. Gewinnmitnahmen sind nun die Folge. Wie üblich gibt es nach drei Monaten zudem noch keine quantitativen Zielsetzungen für das Gesamtjahr.

Im Minus sind ausserdem nur noch Zurich (-0,3%), Syngenta (-0,2%) sowie Sonova (-0,1%).

Am breiten Markt sind Oerlikon (+2,5%) nach der Vorlage von Quartalszahlen gefragt; die Schätzungen der Analysten wurden auf allen Stufen übertroffen. Ausserdem richtet sich die Aufmerksamkeit auf MCH (+3,8%), nachdem die Basler Messebetreiberin am Montag eine Grossübernahme in den USA angekündigt hat.

rw/cp

(AWP)