Aktien Schweiz: SMI beginnt neue Handelswoche mit leichten Verlusten

Am Schweizer Aktienmarkt fällt der Start in die neue Handelswoche eher verhalten aus. Der Leitindex SMI ist knapp im Minus gestartet und daran hat sich bis zum späten Vormittag nicht viel geändert. Seine Handelsspanne beträgt bis zum späten Vormittag 30 Punkte. Grund für die Zurückhaltung sind die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und China sowie eine allgemeine Zurückhaltung vor der nächsten Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed Mitte der Woche.
24.09.2018 11:35

Auch wenn Händler den Marktteilnehmern angesichts der weiteren Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China eine gewisse Zurückhaltung zum Wochenstart attestieren, lautet der Tenor der Kommentare, dass die Hoffnung auf eine Einigung nach wie vor überwiege. Dennoch gibt es Marktexperten, die vor steigenden politischen Risiken in den kommenden Wochen warnen. Dabei nennen sie Italien, den Brexit und auch das US-Budget als mögliche Auslöser für turbulente Märkte.

Aber zunächst ist von Turbulenzen hierzulande wenig zu sehen. Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 11.00 Uhr um 0,25 Prozent tiefer bei 8'972,67 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gibt um 0,24 Prozent nach auf 1'471,60 Punkte und auch der breite Swiss Performance Index (SPI) verliert um 0,23 Prozent auf 10'693,26 Stellen.

Auch wenn der Gesamtmarkt nur verhalten auf die neu verhängten Zölle der USA gegen China reagiert, fallen die Kursverluste bei Einzelwerten durchaus markanter aus. So geben beispielsweise die Aktien von Swatch als schwächster Blue Chip um 1,4 Prozent nach. Richemont dagegen halten sich mit einem unveränderten Kurs etwas besser. Alles was die Konsumentenstimmung in China belasten könnte, wirke sich auch negativ auf die Uhrenverkäufe aus, heisst es im Handel.

Swatch dicht auf den Fersen fallen noch weitere Zykliker wie SGS und Adecco um überdurchschnittliche 1,2 und 1,0 Prozent. Die Papiere von Adecco schliessen damit an ihre schwache Vorwoche (-8,7%) an. Nachdem der Personaldienstleister in der vergangenen Woche mit Aussagen zum laufenden Geschäft im dritten Quartal für Verstimmung gesorgt hat, macht CEO Alain Dehaze in einem Interview mit der "Finanz und Wirtschaft" vom Wochenende deutlich, dass er kurzfristig tiefere Margen in Kauf nehme, um in Zukunftsbereiche und digitale Infrastruktur zu investieren.

Mit Kursabgaben zwischen 0,3 und 0,5 Prozent erweisen sich die Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche als belastend für den Gesamtmarkt. Die beiden Pharmaunternehmen hatten am Wochenende zu einzelnen Wirkstoffen Nachrichten. Bei Roche richten sich die Augen auf den morgigen Tag, wenn der Konzern detaillierte Daten zu seinem Krebstherapeutikum Tecentriq am Fachkongress "World Conference on Lung Cancer" vorstellen wird.

Etwas besser als der Markt halten sich mit Kursgewinnen zwischen 0,2 und 0,4 Prozent die drei defensiven Versicherer Swiss Life, Swiss Re und Zurich. Der vierte Versicherer, Bâloise, ist seit Freitag nicht mehr im Swiss Leader Index (SLI) enthalten. Dies gilt auch für die Aryzta-Aktien. Die beiden Titel sind durch Temenos und AMS ersetzt worden.

Derweil ziehen Clariant als beste Blue Chips um 1,0 Prozent an. Sie hatten in der Vorwoche von einer engeren Zusammenarbeit mit dem Grossaktionär Sabic profitiert.

Im breiten Markt fallen Autoneum mit einem Abschlag von mittlerweile 8,8 Prozent auf. Sowohl bei der ZKB als auch der Credit Suisse haben sich die zuständigen Analysten kritisch über die Titel geäussert.

hr/ra

(AWP)