Aktien Schweiz: SMI bewegt sich kaum von der Stelle - Swiss Life im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt tritt zur Wochenmitte nach einem zunächst freundlichen Start über weite Strecken mehr oder weniger auf der Stelle. Bis zum Mittag pendelt der Leitindex SMI in einer engen Spanne um seinen Vortagesschlusskurs. Händler sprechen von einem ruhigen Handel, nachdem es in der vergangenen Woche etwas turbulenter zugegangen sei.
08.11.2017 12:42

Ein Händler spricht mit Blick auf den Leitindex von einer Konsolidierung zwischen der 9'200er und 9'300er Marke. Dass sich der Markt nicht recht orientieren kann, liegt auch an den Vorgaben aus Übersee, die eher gemischt waren. Im Fokus stehen auf Datenseite die jüngsten Zahlen zur chinesischen Aussenhandelsbilanz. Für Unsicherheit hat zudem ein Medienbericht gesorgt, wonach es bei der geplanten US-Steuerreform zu Verzögerungen kommen könnte. Europaweit ist die Berichtssaison noch mal in vollem Gange, während sie hierzulande mit Zahlen der Swiss Life nun langsam ausläuft.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 12.05 Uhr bei 9'223,62 Punkten und somit nahezu unverändert (+0,04%). Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) ist mit +0,05% auf 1'501,39 Punkte ebenfalls kaum verändert und der breite Swiss Performance Index (SPI) steht um 0,03% tiefer bei 10'582,95 Zählern. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 16 im Plus, 13 im Minus und ABB sind unverändert.

Der unangefochtene Spitzenreiter unter den Blue Chips ist bis zum Mittag der Aromen-Spezialist Givaudan (+1,5%). Hier verweisen Händler auf die Zahlen des deutschen Konkurrenten Symrise, der in einem insgesamt starken dritten Quartal beim Umsatz etwas besser als erwartet abgeschnitten hat.

Bei den Kursgewinnen bei LafargeHolcim (+1,1%) verweisen Börsianer ebenfalls auf die Konkurrenz als Stütze. Heidelbergcement hat im dritten Quartal vor allem beim Gewinn über den Erwartungen abgeschnitten. Gleichzeitig betont ein Marktteilnehmer, dass Zykliker zur Wochenmitte einen besseren Stand bei Investoren hätten, wie die Kursbewegungen etwa noch bei Richemont (+0,2%) und Swatch (+0,1%)zeigten.

Mit Blick auf die beiden Uhrenhersteller heisst es am Markt aber auch, dass sie durch den chinesischen Uhrenhändler Hengdeli Unterstützung erhalten. Dieser hat laut Medienberichten seine Uhrenbestellungen im Vorfeld des chinesischen Neujahrs erhöht, weil er mit einer steigenden Nachfrage rechnet.

Im Grunde sei der Markt aber ein Spiegelbild der drei Schwergewichte, lautet das Fazit eines weiteren Händlers. Während Novartis 0,3% hinzugewinnen, fallen Nestlé (-0,2%) und Roche (-0,1%) leicht zurück. Novartis hatte am Morgen über einen Studienerfolg mit seinem Krebsmittel Kisqali berichtet. Die ersten Analysten-Kommentare fallen wohlwollend aus.

Finanzwerte gehören nahezu durch die Bank zu den grössten Verlierern am Mittag. Angefangen mit den Papieren der UBS über Partners Group (beide -0,7%), die CS (-0,4) und Julius Bär (-0,3%) geben Finanzwerte nach.

Die Papiere der Swiss Life (+1,5%) bilden eine Ausnahme. Sie widersetzen sich nach gut aufgenommenen Zahlen dem Trend. Der Lebensversicherer wächst und tut dies strategiekonform mit "kapitalschonenden" Produkten und gebührenbasierten Dienstleistungen. Wie es bei Baader Helvea heisst, deuten die Trends im dritten Quartal auf eine Verbesserung hin.

Zahlen gab es im breiten Markt am Morgen noch vom weltgrössten Schokoladenhersteller Barry Callebaut (-1,2%). Das Unternehmen hat im vergangenen Geschäftsjahr 2016/17 (per Ende August) zwar insgesamt leicht über den Erwartungen abgeschnitten, in Analystenkreisen sieht man die Fortschritte im Aktienkurs aber bereits eingepreist.

Aufwärts geht es noch für Valora (+1,9), nachdem der Kioskbetreiber die Details zur geplanten Kapitalerhöhung publiziert hat. Ascom (+1,8%) folgen dichtauf, nachdem das Unternehmen einen Auftrag aus den Niederlanden meldete.

Grösste Verlierer im breiten Markt sind New Venturetec (-8,2%), Airesis (-3,5%) und Evolva (-3,0%) - allesamt ohne Nachrichten.

hr/cp

(AWP)