Aktien Schweiz: SMI bleibt im Minus - Geringe Volumina

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Montagmittag weiterhin im Minus. Der Leitindex SMI verharrte dabei den ganzen Vormittag über unterhalb der 8'900-Punkte-Marke, nachdem er sich in der Vorwoche zumeist oberhalb dieser bewegt hatte.
28.08.2017 12:45

Händler erklären sich die Abgaben mit dem leicht anziehenden Franken. Zudem wirke noch immer das Notenbanktreffen von Jackson Hole von Ende letzter Woche nach, das unter dem Strich ernüchternd verlaufen sei.

Insbesondere hätten sich weder Fed-Präsidentin Janet Yellen noch EZB-Chef Mario Draghi zur Geldpolitik geäussert und damit die Hoffnungen mancher Investoren enttäuscht. Analysten betonen allerdings, dass der Handel zum Wochenstart in sehr ruhigen Bahnen verlaufe und die Volumina tief seien. Ein Grund dafür sei, dass in Grossbritannien die Märkte wegen eines Feiertags geschlossen sind und damit ein wichtiger Player wegfällt. Am Nachmittag stehen keine wichtigen Publikationen auf der Agenda.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 11.50 Uhr 0,38% tiefer bei 8'872,43 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt um 0,46% auf 1'418,29 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,41% auf 10'123,80 Stellen nach. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 25 im Minus, drei im Plus und zwei unverändert.

Die Ausschläge bei den Blue Chips halten sich in Grenzen. Nur drei Titel - Novartis, SGS und Clariant - erleiden Verluste von 1% und mehr.

Bei Novartis (-1,1%) haben über das Wochenende Studienresultate Zweifel am Potenzial des neuen Herzmedikaments Ilaris geweckt. So reduzierte dieses zwar das Risiko einer Herzattacke, gleichzeitig bestand für die Behandelten aber ein erhöhtes Risiko, an einer Infektion zu sterben. Der Analyst von Barclays schreibt von einem "Inferno". Er sieht das Unternehmen nun in der Beweispflicht, aus dem Medikament doch noch ein Kassenschlager zu machen. Andere Experten äussern sich deutlich zurückhaltender.

Bei SGS (-1,1%) und Clariant (-1,0%) wird der Sturm "Harvey" für die Verluste verantwortlich gemacht. So ist der Genfer Wareninspektionskonzern auch im Öl- und Gasbereich tätig. Der Sturm hat mit Texas ein für diese Branche wichtiges Gebiet getroffen. Bei Clariant fragen sich Investoren offenbar, ob der texanische Fusionspartner Huntsman in Mitleidenschaft gezogen worden sei.

Auch an den Versicherungstiteln von Zurich und Swiss Re (je -0,8%) geht "Harvey" nicht spurlos vorüber. Die Experten vom Analysedienst CoreLogic rechnen mit versicherten Immobilienschäden in Milliardenhöhe. Das Unwetter sei wahrscheinlich vor allem für die Rückversicherungsbranche ein grösseres Thema, mutmassen auch die Exane-Analysten.

Nur moderate Verluste erleiden hingegen die Roche-Valoren (-0,1%). Der Konzern hat von der US-Zulassungsbehörde FDA die Zusicherung für ein beschleunigtes Verfahren für das Mittel Gazyva zur Behandlung von Lymphdrüsenkrebs erhalten.

Das kleine Gewinnerfeld wird derweil von Aryzta (+0,8%) angeführt. Der Backwarenkonzern vermeldet einen unerwartet frühen Amtsantritt des neuen CEO sowie einen prominenten Zuzug im Verwaltungsrat. Jürgen Steinemann, hierzulande bekannt vor allem als langjähriger Chef des Schokolade-Herstellers Barry Callebaut, soll ins Aufsichtsgremium gewählt werden. "Er stellt von seiner Erfahrung und von seiner Nationalität eine Bereicherung im immer noch stark angelsächsisch geprägten Verwaltungsrat dar", schreibt die ZKB.

Im Plus sind ausserdem nur noch Nestlé und Richemont (je +0,2%). Bei Nestlé ist von einer Gegenbewegung auf die am Freitagnachmittag abbröckelnden Kurse die Rede. Was der Auslöser dafür war, ist nach wie vor unklar. Richemont knüpfen an die Performance der Vorwoche an, als sie zu den grössten Gewinnern zählten.

Am breiten Markt haben sich Alpiq (+0,1%) von anfänglichen Verlusten nach der Zahlenvorlage erholt. Nicht allzu gut kommen hingegen weiterhin die definitiven Zahlen von Ems (-1,9%) an. Und bei U-blox (-5,7%) lösen sich die Kursgewinne vom Freitag zum Teil wieder in Luft auf.

Auf der anderen Seite freuen sich die Investoren über eine US-Zulassung für Kuros (+4,2%).

rw/cp

(AWP)