Aktien Schweiz: SMI dank Schwergewichten im Plus - Ruhiger Handelsverlauf

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert zur Wochenmitte kaum verändert. Der Leitindex SMI kletterte nach dem etwas schwächeren Start über 9'100 Punkte und verteidigt diese Marke mithilfe der Schwergewichte. Im Vorfeld der US-Leitzinsentscheidung üben sich die Anleger in Zurückhaltung. Es herrsche beinahe Stillstand an den Finanzmärkten, so ein Händler. Diese seit Wochenbeginn anhaltende Ruhe sei auch nicht durch die aggressive Rede von US-Präsident Donald Trump an der UNO-Vollversammlung gestört worden. Trump hatte am Dienstag harsche Worte an die Machthaber in Nordkorea und Iran gerichtet.
20.09.2017 12:42

Die US-Notenbank Fed wird heute nach Europaschluss die Entscheide kommunizieren und sehr wahrscheinlich den Startschuss für den Abbau ihrer nach der Finanzkrise aufgeblähten Bilanz geben. Spannender ist die Frage nach dem Zeitpunkt des nächsten Zinsschrittes. Angesichts des leicht steileren Verlaufs der US-Zinsen sei mit einer weiteren Erhöhung im Dezember zu rechnen, meinen Händler. Andere Beobachter erwarten den nächsten Zinsschritt im nächsten Jahr. Die am Nachmittag auf dem Programm stehenden Daten zum US-Immobilienmarkt dürften kaum Beachtung finden.

Der Swiss Market Index (SMI), neu wird das Gewicht der grössten Titel gekappt, gewinnt bis 12 Uhr 0,20% auf 9'111,01 Punkte ein. Der SPI 20, er entspricht von der Zusammensetzung her dem SMI, enthält aber keine Kappung, steht 0,22% höher bei 9'111,74. Der 30 Aktien umfassende und ebenfalls gekappte Swiss Leader Index (SLI) hingegen verliert 0,05% auf 1'460,61 Zähler, während der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,23% auf 10'405,05 ansteigt. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 13 im Plus, 16 im Minus und SGS unverändert.

An der Spitze des Blue-Chips-Segments stehen nach wie vor Givaudan (+1,3%), die bereits am Vortag mit der "Kauf"-Empfehlung der Bank Vontobel gut zulegen konnten und nun von einer Kurszielerhöhung durch Goldman Sachs profitieren. Aryzta (+0,8%) erholen sich derweil von den Vortagsverlusten ein wenig. Der Backwarenkonzern legt am Montag die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2016/17 vor,

Festere Tendenzen sind im Zuge der Investorentreffen bei Sika und Kühne+Nagel (je +0,5%) zu sehen. Sika-CEO Paul Schuler bestätigte die Guidance und kündigte die Eröffnung neuer Fabriken sowie die Gründung dreier neuer Ländergesellschaften an. Beim Logistikkonzern Kühne+Nagel rechnet das Management weiterhin mit Wachstum und steigenden Marktanteilen. Adecco (+0,8%) führt am Freitag einen Investorentag durch.

Guten Halt bieten dem Markt die Schwergewichte Novartis (+0,4%), Nestlé (+0,6%) und Roche (+0,7%). Bei Novartis dürfte die EU-Marktzulassung für das Medikament Rydapt in zwei verschiedenen Indikationen den Kurs etwas stützen. Derweil hob die CS das Kursziel für Nestlé mit Blick auf den schwächeren Franken leicht an, bestätigte aber gleichzeitig das Rating mit "Underperform".

Auf der Verliererseite fallen die deutlichen Abgaben bei Richemont auf (-1,4% bzw. -1,25 CHF). Allerdings werden die Aktien des Luxusgüterkonzerns am Berichtstag ex-Dividende von 1,80 CHF gehandelt.

Clariant büssen 1,1% ein. Angesichts des jüngst guten Laufs streichen Anleger Gewinne ein. Am Dienstag hatte der aktivistische US-Aktionär White Tale den Druck auf die Firmenspitze erhöht und die geplante Fusion mit Huntsman erneut torpediert. Clariant hält davon unbeeindruckt an der Fusion fest und stuft diesen Schritt weiter als "strategisch äusserst sinnvoll" ein.

Swiss Re verlieren 1,2%, während Hurrikan "Maria" Kurs auf US-Festland nimmt. Der Sturm hat bereits auf den Karibikinseln Dominica und Guadeloupe für Verwüstungen gesorgt und könnte kommende Woche der Versicherungsbranche in den USA hohe Kosten bescheren. Ausserdem hat RBC das Rating für Swiss Re gesenkt. Grössere Abgaben sind etwa auch bei Sonova (-1,2%) oder UBS (-0,7%) zu sehen.

Am breiten Markt weiten Crealogix (+8,3%) und Wisekey (+6,1%) die Avancen nach den gestern gut aufgenommenen Zahlen aus. Wisekey hat sich nun mit ExWorks auf Änderungen bei der bestehende Kreditvereinbarung geeinigt. Auch Valora (+3,7%) bleiben nach der am Montag angekündigten Übernahme von Backwerk auf dem Kaufzettel der Anleger. Die Bank Vontobel hat das Rating auf "Buy" erhöht.

Auf der Gegenseite geben BVZ bei tiefen Volumen und nach zuletzt guter Performance um 4,0% nach.

mk/cf

(AWP)