Aktien Schweiz - SMI dreht knapp ins Minus

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Montagmittag weiterhin kaum verändert. Nach einem freundlichen Start haben die Kurse langsam aber stetig nachgegeben und der SMI ist gegen Mittag knapp ins Minus gerutscht.
09.10.2017 12:40

Wie schon im frühen Geschäft sind die meisten Kurse insgesamt nur wenig verändert. Geprägt wird das Geschehen zum Wochenstart einerseits von guten Konjunkturdaten aus Deutschland zur Industrieproduktion und eher schwachen aus China, wo der neueste "Caixin"-Stimmungsindex für den Bereich Dienstleister vorgelegt wurde.

Andererseits herrscht aber noch immer grössere Unsicherheit im Zusammenhang mit Spekulationen um weitere Raketentests von Nordkorea und dem innerspanischen Konflikt um Katalonien. Nach den dortigen Demonstrationen für einen Verbleib der Region in Spanien rückt nun wieder die katalanische Regionalregierung in den Mittelpunkt. Es wird befürchtet, dass diese am Dienstag die Unabhängigkeit von Katalonien ausrufen könnte. Eine für Montag geplante Parlamentssitzung, bei der bereits eine entsprechende Erklärung erwartet worden war, war vom spanischen Verfassungsgericht verboten worden.

Der SMI gibt bis Miitag leicht auf 9249 Punkte nach und der 30 Aktien umfassende SLI leicht auf 1486 Punkte. Der breite SPI dagegen steht bei 10'560 Punkten praktisch unverändert. Von den 30 wichtigsten Titeln legen 17 zu und 11 geben nach, während Novartis und Vifor Pharma unverändert stehen.

CS führt die Verliererliste an

Am meisten unter Druck stehen derzeit CS (-1,0%), dies nachdem KeplerCheuvreux die Titel aus der Liste "Swiss Top Picks" gestrichen hat.

Etwas deutlicher sind auch die Abgaben in Clariant (-0,7%). In einem Interview mit der "FuW" vom vergangenen Samstag hatten die beiden Co-CIO der Anlagegesellschaft 40 North und Partner bei White Tale ihre Ablehnung der geplanten Fusion mit Huntsman bekräftigt und auch, dass sie weitere Anteile an Clariant zukaufen werden. Ebenfalls über die Wochenendpresse liess darauf ein Clariant-Sprecher verlauten, dass man bei Clariant weiterhin zuversichtlich sei, das für die Fusion notwendige Zweidrittelmehr an der GV zu erreichen. Insgesamt sorgten die Vorgänge bei Clariant für Unsicherheit, heisst es an der Börse dazu.

Dahinter büssen mit Swiss Re (-0,5%) und UBS (-0,3%) weitere Finanzwerte an Terrain ein, dazwischen befinden sich noch Roche (-0,5%). Auch Julius Bär (-0,1%) fallen leicht zurück, die Aufnahme ins "Europe 10 Portfolio" durch HSBC schlägt sich nicht im Aktienkurs nieder.

Lafarge-Holcim mit neuer CFO gesucht

An der Spitze des SMI/SLI-Tableaus liegen weiterhin Lafarge-Holcim (+0,6%). Der Zementhersteller erhält demnächst eine neue Finanzchefin, die Französin Géraldine Picaud. Sie wird Ron Wirahadiraksa ersetzen, welcher seine Karriere ausserhalb von Lafarge-Holcim fortsetzen möchte. Er will noch für eine reibungslose Übergabe an Picaud sorgen. Die Zürcher Kantonalbank bezeichnet den Wechsel als überraschend; Picaud scheine aber eine starke Erfolgsbilanz mitzubringen, heisst es in einer Einschätzung. Positiv sei zudem zu werten, dass der neue CEO Jan Jenisch sein Managementteam aktiv gestalte.

Leicht überdurchschnittlich entwickeln sich zudem Dufry, Givaudan und Lonza (je +0,5%). Givaudan wird am morgigen Dienstag über die Umsätze nach neun Monaten berichten, Dufry hat am Morgen die Ausgabe von "Senior Notes" über 500 Millionen Euro angekündigt. Auch die schwergewichtigen Nestlé (+0,4%) ziehen etwas an.

Temenos nach neuem Auftrag gefragt

Im breiten Markt sind Temenos (+4,0%) gut gesucht. Der Bankensoftware-Spezialist hat über einen neuen Auftrag einer grösseren Bank berichtet. Nähere Angaben zum Umfang des Auftrags wurden zwar keine gemacht, das Unternehmen nannte den Auftrag aber "materiell". Darüber hinaus hat die Deutsche Bank das Kursziel erhöht sowie die Empfehlung "Buy" bestätigt.

Leonteq (+6,5%) knüpfen an die starke Performance vom Freitag mit einem Plus von über 7% im Anschluss an die Bekanntgabe des Abgangs von Firmengründer Schoch an. Hier würden sich Leerverkäufer aus dem Titel zurückziehen, heisst es am Markt zur neuerlichen Stärke.

Tecan (-0,1%) bewegen sich dagegen nicht gross, nachdem das Unternehmen am Freitagabend Lukas Braunschweiler als designierten VR-Präsidenten portiert hat.

(AWP)