Aktien Schweiz: SMI driftet weiter ins Minus - Warten auf US-Jobdaten

Zürich (awp) - Nach einem zaghaften Start hat der Schweizer Aktienmarkt am Donnerstag erneut den Rückwärtsgang eingelegt. Laut Händler wagen sich Investoren einen Tag vor dem monatlichen US-Arbeitsmarktbericht nicht zu weit aus der Deckung. Denn sollte der Bericht gut ausfallen, dürfte dies die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinsanhebung durch die US-Notenbank Fed noch in diesem Jahr erhöhen.
06.10.2016 13:00

Für die US-Währungshüter gehört der Arbeitsmarkt zu einem der entscheidenden Faktoren in der Zinspolitik. Daher dürften die wöchentlichen Job-Daten an diesem Nachmittag nochmals genau beachtet werden, nachdem der ADP-Bericht aus dem privaten Sektor am Vortag etwas schwächer als erwartet ausgefallen war. Hierzulande sind die Konsumentenpreise im Blick. Während die Teuerung auf Monatssicht den Erwartungen entsprach, fiel sie auf Jahressicht schwächer aus.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 12.15 Uhr um 0,50% tiefer bei 8'154,45 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, fällt um 0,50% auf 1'247,05 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,45% auf 8'906,31 Punkten. Von den 30 wichtigsten Titel stehen 25 im Minus, 4 im Plus und Actelion sind unverändert.

Vor allem die Kursverluste der drei Schwergewichte Roche (-0,9%), Novartis (-0,5%) und Nestlé (-0,2%) erweisen sich als der grösste Belastungsfaktor. Die beiden Pharmawerte dürften ab dem morgigen Freitag wieder etwas stärker in den Fokus rücken, da in Kopenhagen der Onkologie-Kongress ESMO beginnt. Er dauert bis zum 11. Oktober. Beide Konzerne werden mit verschiedenen Präsentationen über ihre neuesten Fortschritte in der Krebsforschung berichten.

Daneben gehören auch noch Zykliker wie Dufry, LafargeHolcim und Adecco mit Kursabschlägen zwischen 1,3 und 0,7% zu den grössten Verlierern. Einen Ausreisser bilden in dieser Gruppe die Anteilsscheine von ABB (+0,3%). Hier sorgten weitere positive Analystenkommentare zum Capital Markets Day vom Dienstag zusammen mit guten Auftragsdaten aus der deutschen Industrie für eine freundliche Tendenz.

Im Finanzsektor konnten weder die Banken noch die Versicherer ihre früheren Gewinne halten. Am deutlichsten geben die Papiere der Credit Suisse (-1,1%) nach. Wie am Vorabend bekannt wurde, hat die US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) die Bank zu einer Busse von 90 Mio USD verurteilt. Die CS habe in früheren Jahren die eigenen Leitlinien bezüglich Neugelddarstellung im Private Banking nur bedingt eingehalten. In der Folge seien die von der Bank gemachten Angaben zum Nettoneugeld "wesentlich irreführend" gewesen.

Den CS-Titeln folgen dichtauf die Papiere der Swiss Re (-0,8%), Zurich Insurance, der Swiss Life (beide -0,6%), und der UBS (-0,4%). Lediglich die Anteilsscheine von Julius Bär schrammen mit -0,1% wenig verändert am Vortagesschlusskurs entlang.

Der Gesundheitskonzern Galenica (-0,7%) liefert zwar mit den umfangreichsten Nachrichtenfluss, die Aktien können sich dem Markttrend aber nicht entziehen. Das Berner Unternehmen treibt seine Aufspaltung weiter voran und hat diverse personelle Veränderungen angekündigt sowie seine Prognosen für den weiteren Geschäftsverlauf aktualisiert. Demnach wird der kombinierte EBIT von Vifor Pharma um rund 120 Mio CHF tiefer ausfallen. Zuvor hatte das Unternehmen einen Rückgang um 80 Mio CHF in Aussicht gestellt.

Im breiten Markt folgen Gesundheitswerte wie Evolva (-3,5%), Kuros (-2,7%) und Basilea (-1,8%) dem Beispiel der grossen Pharmakonzerne abwärts. Auch die Nahrungsmittelwerte Orior (-2,9%) und Hochdorf (-2,6%) geben deutlicher nach.

Gewinne weisen die Aktien von Datacolor (+6,0%) und der Accu Holding (+5,4%) auf. Auch die Aktien des Chipherstellers Ams (+3,7%) gewinnen gegen den Trend. Hier heisst es im Markt, Broker und Grossanleger rechneten damit, dass die Papiere dank der Nasdaq-Hausse weitere steigen werden.

hr/cp

(AWP)