Aktien Schweiz - SMI etwas tiefer - Luxus und Banken schwach

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Montagmittag etwas tiefer. Zeitweise schob sich der Leitindex SMI im Verlauf des Morgens erneut auf ein neues Jahreshoch, bevor es wieder leicht nach unten ging.
06.11.2017 12:30

Händler erwarten erst einmal eine Verschnaufpause und angesichts der jüngsten Höchststände auch Gewinnmitnahmen. Die Stimmung sei weiter freundlich. Jedoch würden für weitere Avancen erst einmal keine nennenswerten Treiber gesehen.

Für etwas Bewegung sorgten am Morgen Konjunkturdaten. So hat sich in der Eurozone die Unternehmensstimmung im Rahmen der Erwartungen etwas verschlechtert, weist aber immer noch auf Expansion hin. Die Anlegerstimmung hat laut Sentix jedoch nochmals zugelegt und die Erzeugerpreise sind stärker gestiegen als prognostiziert. In Deutschland wuchs der Auftragseingang Industrie klar stärker als erwartet.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 11.55 Uhr 0,13% tiefer bei 9'309,77 Punkten (Intraday-Jahreshoch: 9'325) und der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gibt 0,26% auf 1'510,63 Punkte ab. Der breite Swiss Performance Index (SPI) verliert 0,12% auf 10'678,89 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 18 im Minus und neun im Plus und drei unverändert.

Swatch (-3,2%) haben die Abgaben im Vormittagshandel kontinuierlich ausgebaut und auch Richemont (-0,5%) zählen zu den Verlierern. Auch die Banken Julius Bär (-1,2%), CS und UBS (je -0,9%) verlieren deutlich. Die Bankentitel seien in den vergangenen Wochen gut gelaufen, meinen Händler.

Auch die eher zyklischen Geberit (-0,7%) und LafargeHolcim (-0,8%) notieren tiefer. Dufry (-0,4%, 144 CHF) wurde von Julius Bär auf "Hold" (Buy) heruntergestuft und das Kursziel auf 150 (185) CHF zurückgenommen. Das gute organische Wachstum im dritten Quartal habe sich unter dem Strich kaum materialisiert, heisst es.

Bei Clariant (-0,3%, 25,92 CHF), die nach dem Aus für die Huntsman-Fusion deutlich angezogen hatten, hat JPMorgan das Kursziel auf 24 (21) CHF angehoben, bei beibehaltener "Neutral"-Bewertung.

Etwas höher notieren dagegen Novartis (+0,4%) und Roche (+0,2%) nach Produktenews. Novartis hat für die Zelltherapie CTL019 (Tisagenlecleucel) bei der European Medicines Agency (EMA) die Zulassung für zwei Indikationen beantragt. Und die japanische Roche-Tochter Chugai hat positive Ergebnisse das Vitamin-D3-Derivat Eldecalcitol aus einer Phase-III-Studie gemeldet. Nestlé (-0,2%) tendieren demgegenüber etwas leichter.

Zudem notieren noch Swisscom, Partners Group (je +0,4%), Vifor Pharma und SGS (je +0,3%) im Plus.

Am breiten Markt können Temenos (+1,4%) nach einem Auftrag aus den USA etwas zulegen. Eine global tätige Tier 1-Bank hat sich für das Core-Banking-System T24 der Genfer entschieden. Der Name des Kunden oder das Volumen des Auftrags wurden nicht genannt.

Der Beteiligungsfirma New Venturetec (+20%) ist im per Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 die Rückkehr in die schwarzen Zahlen gelungen. Leclanché (+2,1%) baut für einen Bremer Versorger eine 15-MWh-Speicherlösung.

Oerlikon (-3,7%) werden im Nachgang der Zahlen aus der vergangenen Woche von der CS neu mit "Neutral" statt "Outperform" bewertet. Das Kursziel steigt jedoch leicht auf 16,50 (16,00) CHF. Im vierten Quartal rechnet der Analyst mit einem schwächeren Wachstumsmomentum und mit Blick auf die Bewertung gebe es nur noch begrenztes Aufwärtspotenzial.

Auch Metall Zug (-6,7%) geben nach gesenkten Ergebniserwartungen und entsprechend verhaltenen Analystenvoten von der ZKB und Vontobel deutlicher ab.

Actelion (+0,2%, 279,75 CHF) hat heute seinen letzten Handelstag vor dem morgigen Delisting. Der US-Konzern Johnson&Johnson (J&J) hatte die rund 30 Mrd USD schwere Übernahme im Juni abgeschlossen und die noch im Umlauf befindlichen Aktien wurden inzwischen für kraftlos erklärt. Die Inhaber solcher Aktien erhalten 280 USD je Aktie.

(AWP)