SMI fällt unter 8300 Punkte - Grossbanken schwach

Der Schweizer Aktienmarkt setzt auch am Mittwochmittag den Abwärtstrend der vorangegangenen beiden Handelstage fort. Der Leitindex SMI ist im Verlauf des Vormittags unter die Marke von 8300 Punkten gefallen.
18.01.2017 12:40
Ampel bei der Schweizer Börse in Zürich zeigt rot.

Unterstützung bieten aktuell die Indexschwergewichte Novartis und Nestlé, eine Belastung sind im Gegenzug erneut schwache Finanzwerte.

Die Stimmung unter den Investoren beschrieb ein Händler in Zürich als "vorsichtig". Die Unsicherheit habe zuletzt deutlich zugenommen. Donald Trump habe viel Porzellan zerschlagen und auch die britische Premierministerin Theresa May habe mit ihrer Brexit-Rede am Vortag für Verstimmung gesorgt. Für frischen Wind könnten am Nachmittag US-Daten wie die Entwicklung der Konsumentenpreise oder der Industrieproduktion sorgen. Nachbörslich wird noch der Konjunkturbericht der USA, das sogenannte Beige Book, veröffentlicht, und die Chefin der US-Notenbank, Janet Yellen, spricht am späten Abend in San Francisco.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen Mittag um 0,16% im Minus auf 8'290,97 Punkten. Der 30 Titel umfassenden Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,44% auf 1'317,86 Zähler. Der breite Swiss Performance Index (SPI) gibt 0,09% auf 9'060,81 Punkte ab. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 19 im Minus, zehn im Plus und Galenica als einziger unverändert.

Credit Suisse gibt kräftig nach

Zu den grossen Verlierern zählen erneut die Grossbankenwerte CS (-2,7%) und UBS (-1,9%). Nach dem fulminanten Jahresauftakt der Titel würden Anleger nun Kasse machen, hiess es im Handel. Mit Spannung wird die am frühen Nachmittag anstehende Zahlenvorlage der US-Konkurrenten Goldman Sachs und Citigroup erwartet. Bislang verlief die Berichtssaison bei den US-Banken überraschend positiv, die Aussicht auf steigende Zinsen und schnelleres Wirtschaftswachstum durch ein von Donald Trump angekündigtes Konjunkturpaket hatte den Wertpapierhandel im vierten Quartal angekurbelt.

Auch Julius Bär und die Versicherer Swiss Re (je -1,3%), Swiss Life (-0,9%) und Zürich (-0,5%) zeigen sich schwächer.

Bei den Industriewerten schneiden LafargeHolcim (-2,2%) am schwächsten ab. Für Abgabedruck sorgt eine Ratingsenkung auf "Neutral" aus dem Hause Exane BNP. Vor allem mit Blick auf die Schwellenländer monieren die Analysten eine sinkende Visibilität.

ABB (-0,3%) geben mit dem Markttrend ab. Konzernchef Ulrich Spiesshofer rechnet weiterhin nicht mit einer raschen Verbesserung des Marktumfelds. "2017 wird für ABB ein Übergangsjahr werden", bekräftigte er am Mittwoch in einem Interview mit der TV-Station "CNBC" am Weltwirtschaftsforum in Davos frühere Angabe.

Relativ gut halten sich die Indexschwergewichte Novartis (+0,8%) und Nestlé (+0,4%). Beide Valoren hatten noch am Vortag in etwas ausgeprägterem Masse nachgegeben. Das dritte Schwergewicht Roche (-0,1%) zeigt sich leicht schwächer.

Obenaus schwingt die Aryzta-Aktie mit Aufschlägen von 2,2%, zu Handelsbeginn war die Aktie des Backwarenkonzerns zeitweise um mehr als 3% gestiegen. Die bislang gehandelten Volumen sind überdurchschnittlich. Auch Clariant (+1,3%) und Lonza (+0,8%) gewinnen deutlicher hinzu.

Die Vortagessieger Geberit (+0,4%) bauen die Vortagesgewinne weiter aus. Ein starker Umsatzausweis hatte die Titel am Dienstag um über 2% nach oben getrieben.

Die Aktien des Luxusgüterherstellers Swatch (-0,1%) zeigen sich fast gehalten, während Richemont (-1,1%) stärker abgeben. Die vom britischen Konkurrenten Burberry am Morgen vorgelegten Quartalszahlen, die besser als von Analysten erwartet ausgefallen sind, führen offensichtlich zu keinem Stimmungsumschwung. Beide Titel waren allerdings sehr stark in das neue Jahr gestartet, eine Konsolidierung sei daher wenig überraschend, hiess es im Handel.

Am breiten Markt fallen Panalpina mit Kursgewinnen von 1,6% auf. Für den Titel haben die Analysten von Kepler Cheuvreux eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Die Aktie werde nach wie vor mit einem Abschlag gegenüber der Konkurrenz gehandelt, obwohl das Unternehmen an der Schwelle sei, die Früchte seiner Restrukturierung zu ernten, heisst es.

Der Milchverarbeiter Emmi (-0,3%) hat eine kleinere aber strategiekonforme Übernahme in Italien getätigt. Der Energiekonzern BKW (unv.) hat das Geschäft in der Romandie mit der Übernahme von zwei Firmen verstärkt.

(AWP)