Aktien Schweiz - Der SMI gibt anfängliche Kursgewinne ab und tendiert seitwärts

An der Schweizer Börse ist nach dem Kursrally vom Vortag bis am Donnerstagmittag etwas Ruhe eingekehrt.
02.03.2017 13:00
Grosse Kursausschläge bei Einzeltiteln, aber kaum Bewegung im SMI am Donnerstagmorgen.

Zwar startete der Leitindex SMI den Handel mit Unterstützung guter US-Vorgaben im Plus und rückte bis 8672 Stellen auf ein neues Jahreshoch vor. Im Anschluss bröckelten die Gewinne jedoch ab und so pendelt der SMI nun um den Schlussstand vom Vortag. Eine starke Stütze bilden die Kursgewinne von Roche nach guten Studiendaten, während der Dividendenabgang bei Novartis den SMI bremst. Gut aufgenommen wurden die Zahlen von Lafarge-Holcim, während bei Adecco im Anschluss an die Ergebnisvorlage Gewinne ins Trockene gebracht werden.

Die Aussicht auf stärkeres Wachstum, geringere Steuern, mehr Staatsausgaben und höhere Unternehmensergebnisse wirke wie ein magischer Cocktail für Aktien, blickt ein Händler auf das gestrige Rally zurück. Dabei gelang dem US-Leitindex Dow Jones erstmals in seiner Geschichte der Sprung über die Marke von 21'000 Punkten. Insbesondere Bankaktien hätten vom erwarteten schnelleren Zinsanstieg profitiert, heisst es. Den Anlass dazu gaben verschiedene hochrangige US-Notenbanker, die sich für einen nächsten Zinsschritt ausgesprochen haben. Am Freitag werden Fed-Präsidentin Janet Yellen und ihr Stellvertreter Stanley Fischer zu Wort kommen.

Bis gegen Mittag steigt der SMI leicht um 0,1% auf 8639 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,1% auf 1371. Und der breite SPI, in dem auch die Dividendenzahlungen mitgerechnet werden, legt um 0,57% auf 9510 Zähler zu. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen derzeit 16 im Minus, 12 im Plus und Geberit wie Actelion tendieren seitwärts.

Kursfeuerwerk für Roche-Bons nach Bekanntgabe von Studienresultaten

Die Roche-Genussscheine springen um 5,5% in die Höhe. Der Pharmakonzern hat mit der wichtigen Aphinity-Studie den primären Endpunkt erreicht. Die Kombination aus Herceptin, Perjeta und Chemo-Therapie hat in der Behandlung von HER-2-positivem Brustkrebs signifikant verbesserte Überlebensraten gezeigt. Die Daten seien nicht nur mit Blick auf die finanziellen Ziele 2017 relevant, sondern auch längerfristig für Herceptin als sehr wichtigen Umsatz- und Wachstumsträger, so ein Händler.

Novartis büssen derzeit zwar 3,8% bzw. 3,00 Franken ein. Das lässt sich jedoch teilweise mit dem Dividendenabgang von 2,75 Franken je Titel erklären. Das dritte Schwergewicht im Bunde, Nestlé, verliert 0,2%.

Uneinheitlich tendieren Lafarge-Holcim (+3,5%) und Adecco (-3,4%) nach Jahreszahlen, wobei Adecco im Handelsverlauf noch deutlicher in die Verlustzone abgerutscht sind. Dabei hat der Personaldienstleister im vierten Quartal in Sachen Wachstum an Tempo zugelegt. Und bei gleichbleibender Dividende wurde ein neuer Aktienrückkauf angekündigt. Die Kursabgaben werden im Handel jedoch mit Gewinnmitnahmen erklärt, nachdem die Titel im Vorfeld der Zahlenpublikation mit Vorschlusslorbeeren überhäuft worden seien.

Der Zementkonzern Lafarge-Holcim hingegen konnte bei den Anlegern vor allem mit dem Ausblick punkten. Im laufenden Jahr rechnet das Management mit einer steigenden Nachfrage und einer deutlichen Verbesserung der Ertragskraft. Keine Überraschung bietet hingegen die bereits früher in Aussicht gestellte, kräftige Dividendenerhöhung.

Panalpina stürzen nach Ergebnisenttäuschung ab

Weiter fallen im SMI/SLI Richemont (-1,1%) und SGS (-1,3%) mit ziemlich deutlichen Abgaben auf. Und die Banken UBS (-0,4%) und Credit Suisse (-0,7%) verzeichnen nach der starken Kursperformance vom Mittwoch nun Einbussen.

Im breiten Markt hat eine Reihe von Unternehmen mit Geschäftszahlen auf sich aufmerksam gemacht. Dabei enttäuschte Panalpina (-5,8%) die Anleger. Der Logistiker hat 2016 bei rückläufigem Umsatz klar weniger verdient. Unter Druck stehen auch Valora (-4,3%), die nach dem gestrigen Ausweis von der CS im Rating herabgestuft wurden.

Die volatilen GAM klettern um 3,7% in die Höhe. Zwar brach der Reingewinn des Vermögensverwalters deutlich ein, laut Aussagen von CEO Alexander Friedman sei aber das Schlimmste überstanden. Festere Tendenzen sind am Tag der Bilanzberichterstattung auch bei Bobst (+2,1%) und Autoneum (+0,1%) zu sehen. Demgegenüber verlieren Sunrise (-1,9%), Tamedia (-1,5%), Meyer Burger (-1,3%), Newron (-1,1%) und SPS (-0,6%) nach Angaben zum Geschäftsverlauf 2016 an Wert.

(AWP)