Aktien Schweiz: SMI gibt nach - Anleger schnaufen durch

Der Schweizer Aktienmarkt büsst am Dienstag nach einem bereits durchzogenen Wochenstart weiter an Terrain ein. Von den Kursverlusten der Schwergewichte Novartis, Nestlé und Roche belastet, rutschte der Leitindex SMI nach einer zunächst etwas festeren Handelseröffnung in die Verlustzone ab und weitete die Abgaben bis am Mittag aus. Allerdings hält sich das Minus in einem insgesamt ruhigen und impulsarmen Geschäft in Grenzen. Schwach tendieren die Aktien des Personalvermittlers Adecco nach Zahlen zum dritten Quartal.
07.11.2017 12:50

Im Handel wird der Rücksetzer im SMI mit Gewinnmitnahmen begründet. Nach der starken Aufwärtsbewegung der letzten Wochen hätten die Anleger eine Verschnaufpause eingelegt und warteten nun auf frische Impulse, heisst es. Denn grundsätzlich sei die Börsenstimmung gut und vieles deute auf ein Jahresendrally hin: So sei die Berichtssaison bislang überzeugend über die Bühne gegangen, die globale Konjunktur präsentiere sich robust und auch die Aussicht auf eine Steuerreform in den USA trage die Aktien, so ein Händler. Am Nachmittag stehen keine wichtigen Daten auf dem Programm, die den Markt antreiben könnten.

Bis um 12 Uhr büsst der Swiss Market Index (SMI) 0,35% auf 9'256,37 Punkte ein und liegt damit nahe am Tagestiefstpunkt. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verliert 0,18% auf 1'505,83 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,32% auf 10'623,93 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 17 im Minus und 13 im Plus.

Adecco rutschen zum Berichtszeitpunkt um 1,6% ab. Analysten sprachen mit Blick auf das organische Wachstum von einer "leisen Enttäuschung", während der tiefe Gewinn auf einen ausserordentlichen Abschreiber zurückzuführen sei. Auch einige Anleger hätten wohl auf ein deutlicheres Umsatzplus gesetzt und nähmen nun Gewinne mit, heisst es im Handel. Die Wachstumsbeschleunigung zum Quartalsende hin sei jedoch ein Zeichen dafür, dass Adecco noch einen Gang höher schalten könne, ergänzt ein Analyst.

Unter Abgabedruck stehen nach wie vor Titel wie jene des Backwarenkonzerns Aryzta (-1,3%) oder wie bereits am Vortag Swatch Group (-1,1%). Beim Uhrensteller machen sich Sorgen vor der Konkurrenz der Apple Watch breit.

Die Index-Schwergewichte Novartis (-0,8%), Nestlé (-0,7%) und Roche (-0,5%) haben sich ebenfalls weit hinten in der SMI-Tabelle eingereiht. Dabei konnte Roche in den USA mit Krebstherapien Erfolge verbuchen. So gab es für Alecensa die Zulassungserweiterung als Erstlinientherapie zur Behandlung von Patienten mit einer speziellen Form von Bronchialkarzinom. Und Zelboraf wurde zur Behandlung der seltenen Blutkrankheit Erdheim-Chester-Erkrankung zugelassen.

Auf der Gegenseite rücken Logitech mit einem Plus von 0,9% vor und auch die Zurich kann im Vorfeld der Zahlenpublikation vom Donnerstag um 0,4% dazugewinnen. Leicht steigende Kurse sind überdies etwa bei den Grossbanken UBS und Credit Suisse oder der Rückversicherer Swiss Re zu sehen.

Julius Bär verlieren nur noch leichte 0,1%, nachdem die Titel am Montag zu den grössten Verlierern gezählt hatten. HSBC hat das Rating nach dem zuletzt guten Lauf der Aktie auf "Hold" von bislang "Buy" gesenkt. Der Analyst rechnet in knapp zwei Wochen mit einem starken Zwischenbericht zu den ersten zehn Monaten. Dies sei allerdings bereits in den Markterwartungen berücksichtigt, heisst es.

Im breiten Markt stehen die Aktien des Kolbenkompressoren-Herstellers Burckhardt Compression (-4,3%) nach enttäuschenden Halbjahreszahlen stark unter Druck. Für die leicht rückläufigen Bestellungen macht das Unternehmen ein "aggressiveres Marktumfeld" verantwortlich. Trotz allem sieht sich die Gruppe auf Kurs und bestätigt die Guidance für das Gesamtjahr. Unter Druck stehen auch AMS (-1,4%) nach schwachen Zahlen des Konkurrenten Dialog.

Einen Erfolg verbuchte hingegen Implenia (+1,8%). Der Baukonzern hat den Auftrag zum Bau eines neuen UNO-Verwaltungsgebäudes in Genf erhalten. Das Auftragsvolumen beträgt rund 100 Mio CHF. Steigende Kurse sind ohne News etwa auch bei Edisun (+5,5%) oder Evolva (+3,0%) zu sehen.

mk/cp

(AWP)