Aktien Schweiz - SMI gibt nach - Pharmaschwergewichte belasten

Belastet wird der SMI, der im frühen Geschäft bei 9134,35 Punkten noch einen neuen Jahreshöchststand erreicht hat, von Gewinnmitnahmen der Pharmaschwergewichte Roche und Novartis. Dabei gibt Novartis am Markt mit Blick auf eine mögliche grössere Transaktion zum Joint-Venture mit GlaxoSmithKline für rezeptfreie Medikamente (OTC) zu reden.
15.05.2017 12:55

Belastet wird der SMI, der im frühen Geschäft bei 9134,35 Punkten noch einen neuen Jahreshöchststand erreicht hat, von Gewinnmitnahmen der Pharmaschwergewichte Roche und Novartis. Dabei gibt Novartis am Markt mit Blick auf eine mögliche grössere Transaktion zum Joint-Venture mit GlaxoSmithKline für rezeptfreie Medikamente (OTC) zu reden.

Nach den Avancen der Vorwoche fehlten an den europäischen Märkten die Treiber für Anschlusskäufe, meinen Händler. Etwas auf die Stimmung schlage etwa, dass in China die Industrieproduktion im April deutlich langsamer stieg als noch im März. Demgegenüber dürfte die Erholung der Ölpreise den Aktien eine Stütze bieten. Und auch die Wahlen im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen, wo die CDU von Angela Merkel einen klaren Wahlsieg eingefahren hat, wird für Aktien positiv gewertet. Neue Impulse könnten am Nachmittag frische Wirtschaftsdaten aus den USA bieten; beispielsweise der Empire State Index.

Bis um 12 Uhr verliert der Swiss Market Index (SMI) 0,40% auf 9'087,12 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt um ebenfalls 0,40% auf 1'436,25 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,38% auf 10'319,21 Punkte nach. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen zur Berichtszeit 20 im Minus und sechs im Plus, während vier Aktien (Nestlé, Swiss Re, LafargeHolcim, Kühne+Nagel) unverändert notieren.

Hierzulande bleiben Novartis (-0,9%) nach dem starken Anstieg von 2,5% am Freitag im Fokus. Laut der Zeitung "Sunday Times" soll der britische Pharmakonzern GSK den Anteil von Novartis an einem gemeinsamen Joint Venture im Bereich der OTC-Medikamente für rund 8 Mrd GBP bzw. über 10 Mrd CHF übernehmen. Die Basler halten an dem 2014 neu gebildeten JV einen Anteil von gut einem Drittel. Händler taxieren die heutigen Abgaben als Gewinnmitnahmen nach den Avancen vom Freitag. Ähnlich sieht das Bild bei Roche (-0,8%) aus, die ebenfalls eher am unteren Rand der Tabelle zu finden sind.

Die deutlichsten Abgaben sind bei den Blue Chips aber bei Sonova (-2,8%) zu sehen. Der Hörsystemhersteller wird am Dienstag die Zahlen zum Geschäftsjahr 2016/17 vorlegen. Zu den grössten Verlierern zählen auch die volatilen Titel des Backwarenkonzerns Aryzta (-2,2%) sowie der Partners Group (-1,9% oder 11,50 CHF). Letztere werden jedoch mit 15 CHF ex-Dividende gehandelt.

Gewinnmitnahmen sind bei Dufry (-1,5%) zu sehen, dies nach einem Anstieg von 4,4% am Freitag. Wie am Samstag bekannt wurde, hat der chinesische Mischkonzern HNA Group seinen Anteil am Reisedetailhändler weiter ausgebaut. Neu halten die Chinesen, die vor wenigen Monaten bereits den Airline-Caterer Gategroup vollständig übernommen hatten, einen Anteil von knapp 21%, zuvor waren es knapp 17% gewesen.

Nestlé (unv. auf 81,40 CHF) bewegen sich zum Wochenauftakt kaum vom Fleck. Eine Stütze dürfte die Aufnahme der Aktie in die "Europe 1 List" bei Merrill Lynch mit einem Kursziel von 100 CHF darstellen. Neben Nestlé finden sich als weitere Schweizer Aktien ABB (-0,6%) und Credit Suisse (-0,4%) auf der Liste.

Eine leichte Aufwärtsbewegung ist derweil bei Richemont (+0,4%) zu sehen. Nachdem die Papiere des Luxusgüterkonzerns am Freitag nach Publikation der Jahreszahlen deutlich an Wert eingebüsst hatten, sehen nun eine Reihe von Analysten die Chance zu einem Einstieg und erhöhen das Kursziel. Branchennachbar Swatch verliert 0,1%.

Per heute werden auch wieder Änderungen in den wichtigsten Indizes der Schweizer Börse SIX wirksam. Die bevorstehende Übernahme von Syngenta durch ChemChina führte dazu, dass die Titel des Agrochemiekonzerns aus dem SMI ausscheiden und durch die Papiere des Baustoffkonzerns Sika (+0,7%) ersetzt werden. Gleichzeitig werden diese im SMIM-Index durch die Aktien des Handelsunternehmens DKSH (-0,5%) ersetzt. In den SLI-Index rücken die Namenaktien des Schokoladekonzerns Lindt & Sprüngli (-0,3%) nach.

Gesucht sind im breiten Markt u.a. SFS (+4,3%) nach einer Höherstufung durch Credit Suisse und LLB (+2,7%). An der GV vom Freitag hatte sich CEO Roland Matt positiv zum Start ins Jahr 2017 geäussert. GAM verlieren dagegen 4,0%. Am Markt ist von Gewinnrealisierungen von internationalen Fondsanleger die Rede.

mk/cp

(AWP)