Aktien Schweiz: SMI gibt nach in ruhigem Handel - Defensive Werte schwach

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt hat zur Wochenmitte seine Auftaktverluste im frühen Handel zunächst ausgeweitet und sich dann auf diesem Niveau bis zum Mittag mehr oder weniger seitwärts bewegt. Der stark defensive Charakter des Schweizer Marktes erweise sich im aktuellen Umfeld eher als Belastung, so ein Händler. Entsprechend verliere der Markt in einem insgesamt schwächeren Umfeld meist stärker als andere Handelsplätze.
12.10.2016 12:40

Im Umkehrschluss fielen mögliche Aufwärtsbewegungen wegen der stark defensiven Übergewichtung verhaltener aus, führt der Börsianer weiter aus. Als grösste Verlierer ziehen denn auch die drei SMI-Schwergewichte Novartis, Roche und Nestlé den SMI nach unten. Zudem sei die Nachrichtenlage zur Wochenmitte extrem dünn. In einem solchen Umfeld komme es eher mal zu deutlicheren Kursbewegungen, ohne dass man einen triftigen Grund dafür hätte.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 12.05 Uhr 0,57% tiefer bei 8'088,98 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,33% auf 1'243,19 Punkte, und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,54% auf 8'830,59 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titel notieren 15 im Minus, zehn im Plus und fünf unverändert.

Fielen die drei Schwergewichte Novartis (-1,2%), Roche (-0,9%) und Nestlé (-0,5%) im frühen Handel noch in etwa mit dem Markt, haben sie ihre Verluste bis zum Mittag sukzessiv ausgebaut und zählen mittlerweile zu den schwächsten Werten. Gerade die beiden Pharmawerte leiden unter den schwachen Vorgaben der Wall Street. Dort hatte eine Gewinnwarnung des Diagnostikspezialisten Illumina die gesamte Gesundheitsbranche am Dienstag unter Druck gebracht.

Zu den schwachen Pharma-Schwergewichten gesellen sich unter den Blue Chips noch die Papiere von Galenica, Actelion und Sonova mit Kursverlusten zwischen 0,9 und 1,1%. Im breiten Markt folgen die Aktien von Molecular Partners (-2,6%), Cosmo (-2,2%), Straumann (-1,6%) und Basilea (-1,4%) dem Branchentrend.

Deutliche Kursverluste gibt es darüber hinaus noch beim Backwarenhersteller Aryzta und dem Logistikunternehmen Kühne+Nagel (je -1,2%). Ein Händler verweist mit Blick auf Kühne auf die Zahlen von Alcoa am Dienstag: Wenn der Aluminium-Konzern "mit derart schlechten Zahlen die Berichtssaison eröffnet, antizipieren die Marktteilnehmer weitere schlechtere Zahlen aus der Old Economy". Davon dürften dann auch die grossen Logistiker betroffen sein, lautet seine Erklärung.

Nicht ganz einheitlich ist derweil die Entwicklung der Finanzwerte. So geben die Anteilsscheine beider Grossbanken UBS (-0,4%) und Credit Suisse (-0,3%) nach, während sich die Anteilsscheine der Versicherer Swiss Re, Swiss Life, Bâloise ebenso wie die Anteilsscheine von Julius Bär mit Aufschlägen zwischen 0,2 und 0,7% klar gegen den schwachen Markt stemmen. Hier hebt ein Händler hervor, dass die Aussicht auf möglicherweise steigende Zinsen in den USA gerade für Banken und Versicherungen eine gute Nachricht wäre.

Die grössten Kursgewinne erzielen Sika-Aktien mit +0,8%. Bei dem Bauchemie- und Klebstoffhersteller hat Fidelity innerhalb der Aktionärsgruppe um Threadneedle und die Gates Stiftung die Beteiligung etwas abgebaut. Gleichzeitig betont die Gruppe laut Mitteilung aber, das Sika-Management und die "unabhängigen Verwaltungsratsmitglieder" weiterhin in ihrem Kampf gegen das Übernahmeangebot des französischen Saint-Gobain zu unterstützen.

Im breiten Markt gehören die Aktien des Chipherstellers AMS (-2,3) nach den neuerlichen Kursverlusten bei Samsung zu den grössten Verlierern. Noch stärker fallen Starrag-Aktien (-4,0%), sowie die Papiere von Edisun (-3,1%).

Eine strategische Zusammenarbeit stützt dagegen die Aktien der Cybersecurity-Firma Wisekey (+5,0%). Dass Unternehmen wie Gurit (+1,7%) und Burckhalter (+1,6%) zulegen können, erklärt ein Händler mit einer gewissen Präferenz auf Investorenseite für Zykliker.

hr/ys

(AWP)