Aktien Schweiz - SMI gibt weiter nach - Bankaktien stehen unter Druck

Der SMI gibt nach einem verhaltenen Wochenstart am Dienstag weiter nach. Der Rückgang im Leitindex SMI hält sich allerdings in Grenzen und so hält sich das Börsenbarometer gut über der Schwelle von 9'000 Punkten.
16.05.2017 12:42

Nach den starken Avancen der Vorwoche hätten sich die Anleger an die Seitenlinie begeben, heisst es im Handel. Auf den derzeit hohen Niveaus werde die Luft an den globalen Aktienmärkten dünner und die Sorge vor einer Korrektur nehme zu. In der Schweiz belasten UBS mit Blick auf den Beteiligungsabbau durch den Singapurer Staatsfonds GIC den SMI, während Sonova nach Zahlen zulegen. An den Finanzmärkten fehlen aktuell die Impulse für Anschlusskäufe. Etwas Halt geben den Aktien die seit Montag andauernde Erholung an den Ölmärkten, hingegen nehmen die Zweifel an der Politik des US-Präsidenten Donald Trump zu. Zumindest hätten News und Spekulationen aus Washington, wie etwa zum geschassten FBI-Chef oder zum Umgang mit brisanten Geheimdienstinformationen, den Dollar belastet, so ein Devisenhändler. Am Nachmittag werden Daten zur Industrieproduktion oder zur Kapazitätsauslastung weitere Hinweise zu der Entwicklung der US-Wirtschaft liefern.

Bis um 12 Uhr verliert der Swiss Market Index (SMI) 0,15% auf 9'094,71 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,34% auf 1'435,18 Zähler ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) gibt um 0,13% auf 10'334,04 Punkte nach. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen zur Berichtszeit zwanzig im Minus, neun im Plus und Novartis tendieren seitwärts.

Die Aktien der UBS (-2,2% auf 16,25 CHF) verzeichnen am Dienstag die grössten Kursverluste unter den Blue Chips. Am Vorabend hatte die Bank kurz vor Handelsende mitgeteilt, dass GIC seine Beteiligung markant abbauen und 93 Mio Aktien an institutionelle Anleger verkaufen will. Die Titel rutschten im Anschluss daran um 1,3% ab. Nun wurde bekannt, dass die Aktien zu 16,10 CHF platziert wurden. Der Entscheid von GIC sei ein weiteres Indiz dafür, dass das Aufwärtspotenzial bei UBS limitiert sei, so ein Analyst. Im Sog der UBS verlieren auch Julius Bär (-1,1%) und Credit Suisse (-0,9%) überdurchschnittlich an Wert.

Ganz im Gegensatz dazu legen Sonova um 1,3% auf 154,60 CHF zu. Der Hörsystem-Hersteller hat in dem Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 auch dank Akquisitionen den Umsatz deutlich gesteigert und sich vor allem in der zweiten Jahreshälfte stark entwickelt. Dies hat den Titel bei 155,90 CHF auf ein neues Jahreshoch geführt. Für die neue Periode stellt das Management weiteres Wachstum und eine klare Steigerung des operativen Ergebnisses in Aussicht.

Ansonsten stehen im SMI/SLI Titel wie Lonza (-0,7%) oder Vifor Pharma (-0,6%) unter erhöhtem Abgabedruck. Die ehemaligen Galenica-Titel werden allerdings mit 20 CHF ex-Dividende gehandelt und büssen nur 7 CHF ein. Vifor konnte mit dem US-Biopharmaunternehmen Akebia Therapeutics ein Lizenzabkommen zum Akebia-Mittel Vadadustat abschliessen. Die Index-Schwergewichte Roche (-0,2%), Novartis (unv.) und Nestlé (+0,4%) tendieren uneinheitlich.

Am breiten Markt sind die Aktien des Immobilienentwicklers Orascom Development (-5,1%) im Handelsverlauf nach Vorlage der Q1-Zahlen weiter ins Minus abgerutscht, nachdem sie am Montag noch um 13% in die Höhe geklettert waren. Orascom hat im ersten Quartal weniger Umsatz erzielt und weist nach wie vor einen Verlust aus, wobei dieser deutlich reduziert wurde.

Die Beteiligungsgesellschaft HBM (Aktie: +1,2%) gab derweil am Dienstagmorgen bekannt, dass sie die Dividende für das Geschäftsjahr 2016/17 um 30 Rappen auf 5,80 CHF je Titel erhöht. Wie bereits bekannt, konnte HBM den Gewinn deutlich steigern.

Uneinheitliche Tendenzen sind bei Santhera (+6,8%) und Kuros (-2,5%) nach Produktnews zu sehen. Santhera will an einem Kongress in den USA positive Phase-III-Daten bei Patienten mit Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) präsentieren. Kuros kündigte derweil die Kommerzialisierung seiner ersten Produkte an und erwägt auch eine Kapitalerhöhung.

mk/tp

(AWP)