Aktien Schweiz: SMI grenzt Einbussen ein - Vorsicht prägt das Geschäft

Am Schweizer Aktienmarkt bleibt am Donnerstag die Stimmung nach den deutlichen Einbussen des Vortages angespannt.
06.09.2018 12:14

Der Leitindex SMI startete mit weiteren Abgaben in den Handel, grenzte diese jedoch im Verlauf des Morgens ein und pendelt nun um die Schlussnotierung des Vortages. Während die meisten Blue Chips das Vorzeichen gewechselt haben und jetzt zulegen, belasten die Kursverluste der Schwergewichte Roche und Nestlé weiterhin den Index. Der Trendpfeil zeigt nun aber wieder eher nach oben.

Auf dem Parkett sind jedoch der Handelskrieg zwischen den USA und China und die Währungsturbulenzen in Schwellenländern weiterhin die bestimmenden Themen. Sie hatten am Mittwoch gemeinsam mit dem Ausverkauf an der US-Techbörse Nasdaq den europäischen Märkten zugesetzt. Die Furcht geht um, dass US-Präsident Donald Trump neue Strafzölle auf chinesischen Waren verhängen und der Streit weiter eskalieren wird. Zudem wartet man gespannt auf den am (morgigen) Freitag auf dem Programm stehenden Jobs Report aus den USA. Erste Hinweise darauf liefert am Nachmittag der ADP-Bericht.

Bis um 12 Uhr rückt der Swiss Market Index (SMI) um 0,20 Prozent auf 8'883 Punkte vor. D

Im Fokus stehen am Schweizer Markt die Papiere der Pharmakonzerne Novartis und Roche. Während die Roche-Genussscheine mit 0,3 Prozent weiterhin im Minus notieren, haben sich Novartis (+0,1%) in die Gewinnzone vorgearbeitet.

Novartis hat den Verkauf eines Teils des US-Generika-Geschäfts ihrer Tochter Sandoz zu einem Preis von knapp 1 Milliarde US-Dollar gemeldet, was den Aktien Halt geben dürfte. Analysten begrüssten diesen strategischen Schritt, hätten aber mit einem etwas höheren Kaufpreis gerechnet.

Bei Roche dämpft indessen die Verzögerung im US-Zulassungsverfahren für eine Behandlung mit dem Immuntherapeutikum Tecentriq etwas die Stimmung. Zum Fällen des Entscheids zu einer Kombinationstherapie gegen eine bestimmte Form von Lungenkrebs braucht die Gesundheitsbehörde nun drei weitere Monate.

Bei Nestlé (+0,2%) belastete die Kurszielsenkung von Goldman Sachs nur vorübergehend. Das US-Finanzhaus hat die Kaufempfehlung allerdings bestätigt. Dabei trägt der zuständige Analyst den jüngsten Wechselkursbewegungen Rechnung. Als mögliche Risiken führte er überdies tiefere Kosteneinsparungen, Rückgänge beim organischen Wachstum oder der Verlust von Marktanteilen an.

Auf der Gewinnerseite schwingen Aktien wie jene von Sonova (+2,7%), Swatch Group (+1,4%) oder Dufry (+0,3%) obenaus. Somit können Swatch einen Teil der zuletzt erlittenen Kursverluste aufholen.

Gesucht sind auch Finanzaktien wie Swiss Life (+0,8%) oder Julius Bär (+0,3%). Die Grossbanken UBS und Credit Suisse hingegen verlieren leicht. Sie hatten am Vortag entgegen dem Markttrend gut zugelegt.

Am breiten Markt gewinnt Polyphor 2,1 Prozent. Der Börsenneuling hat Halbjahreszahlen präsentiert und musste einen Verlust hinnehmen. Positiv fällt allerdings der Gewinn eines neuen Aktionärs ins Gewicht: Die dänische Novo beteiligt sich mit 6,8 Millionen Franken am Pharmaunternehmen.

Romande Energie hat im ersten Halbjahr auch dank einer Steigerung im Dienstleistungsbereich den Umsatz und den Betriebsgewinn gesteigert und legt an der Börse mit 0,4 Prozent zu. Noch deutlicher rücken ohne News etwa Landis&Gyr (+1,4%) oder Medartis (+1,9%) vor, während auf der Gegenseite Meier Tobler um 1,6 Prozent oder Alpiq um 2,3 Prozent sinken.

(AWP)