Aktien Schweiz: SMI hält sich im Plus - Finanzwerte durch Fed gestützt

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Donnerstag ganz im Zeichen der US-Notenbank Fed. Nach einem freundlichen Start kann der Leitindex SMI seine Gewinne erfolgreich verteidigen und sich damit auch wieder komfortabel oberhalb der Marke von 9'100 Punkten etablieren. Die Kontinuität der US-Währungshüter erweist sich sowohl hierzulande als auch an den wichtigsten Börsenplätzen in Europa Tag als Stütze.
21.09.2017 12:50

So hat das Fed die Leitzinsen wie erwartet nicht verändert, steuert aber bis Jahresende auf eine weitere Zinsanhebung zu. Im kommenden Jahr könnten dann drei weitere folgen. Zudem leitet die Notenbank eine geldpolitische Zeitenwende ein, indem sie ab Oktober beginnt, ihre aufgeblähte Bilanz abzubauen. Hierzulande hat unterdessen das Seco seine Prognose für das Schweizer Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr gesenkt und folgt damit dem Beispiel anderer Institute.

Der Swiss Market Index (SMI), neu wird das Gewicht der grössten Titel gekappt, gewinnt gegen 12,14 Uhr 0,32% auf 9'124,47 Punkte. Der SPI 20, er entspricht von der Zusammensetzung her dem SMI, enthält aber keine Kappung, steht 0,28% höher bei 9'117,44. Der 30 Aktien umfassende und ebenfalls gekappte Swiss Leader Index (SLI) zieht um 0,37% an auf 1'466,72 Zähler, während der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,23% auf 10'410,33 ansteigt. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 20 im Plus, neun im Minus und LafargeHolcim sind unverändert.

Die Aussicht auf eine Normalisierung der Zinspolitik treibt insbesondere Finanzwerte nach oben - hierzulande und auch in Europa. Unter den Blue Chips übernehmen die Papiere der Credit Suisse (+2,3%) die Pole Position, gefolgt von UBS (+1,7%) und Julius Bär (+0,6%). Die US-Notenbank sorge gerade auf der Zinsseite wieder für etwas mehr Spielraum, kommentiert ein Händler.

Zusammen mit den Bankaktien ziehen auch die Anteilsscheine der Versicherer Swiss Life, Swiss Re und Zurich zwischen 1,0 und 0,6% überdurchschnittlich an. Im Handel werden verschiedene Gründe wie positive Impulse einer Citigroup-Studie zum europäischen Rückversicherungssektor sowie eine Gegenreaktion zu den Vortagesverlusten genannt.

Bei der Zurich dürfte noch Erleichterung hinzukommen, dass der Rivale AIA den Zuschlag für das Lebensversicherungsgeschäft der australischen Commonwealth Bank erhalten hat. Eine milliardenschwere Grossübernahme hätte beim hiesigen Versicherungskonzern einen Grossteil des Überschusskapitals absorbiert und die Dividendenaussichten geschmälert.

Deutlich im Plus notieren zudem noch die Aktien von Zyklikern wie Kühne+Nagel (+1,5%) und auch Dufry (+0,6%). Der Logistikkonzern Kühne hatte am Vortag einen Investorentag abgehalten, der unter dem Strich bei Analysten gut angekommen sei, erklärt ein Börsianer. Die beiden Uhrenhersteller Swatch (+0,6%) und Richemont (+0,1%) profitieren von der anhaltenden Erholung der Uhrenexporte. Sie stiegen im August um 4,2% auf 1,4 Mrd CHF.

Unterstützung erhält der Markt auch durch die beiden Pharmaschwergewichte Roche (+0,7%) und Novartis (+0,2%). Aus dem Pharmabereich gewinnen auch noch Vifor (+0,3%) überdurchschnittlich hinzu.

Sie bilden damit innerhalb des Gesundheitssektor ein Gegengewicht zu Medizinaltechnikern wie Sonova (-1,6%) und im breiten Markt Papieren wie Coltene (-1,2%) und Straumann (-0,8%). Noch deutlicher geht es für Biotechs wie Evolva, Kuros und Newron mit Verlusten zwischen 2,4 und 1,2% abwärts.

Das dritte Schwergewicht, Nestlé (-0,5%), gehört dagegen zu den wenigen Verlierern. Mit Orior (-1,5%), Emmi (-1,3%) und Hochdorf (-1,1%) zählen Nahrungsmittelunternehmen auch im breiten Markt zu den grösseren Verlierern.

hr/rw

(AWP)