Aktien Schweiz: SMI kaum verändert - Notenbanker im Blick

Der Schweizer Aktienmarkt pendelt am Freitagmittag weiterhin um die Schlussstände vom Vortag. Der Leitindex SMI notiert nach mehreren Vorzeichenwechseln knapp im Minus. Die Anleger hielten sich mit Blick auf das Treffen der Notenbankchefs in Jackson Hole zurück, hiess es. Der abwartenden Haltung konnten auch stützende Konjunkturdaten aus einigen Euro-Ländern nichts entgegensetzen.
25.08.2017 12:35

Von dem seit Donnerstag laufenden Treffen in den Bergen von Wyoming erhoffen sich die Marktakteure Hinweise auf den weiteren Kurs der Geldpolitik in den USA und Europa. Mit Spannung erwartet wird die Rede von Fed-Präsidentin Janet Yellen am Nachmittag. Neben der Frage des Tempos weiterer Zinsschritte oder des Abbaus der Bilanz steht dabei auch das Thema einer zweiten Amtszeit der Fed-Chefin im Raum. Nicht nur, ob US-Präsident Donald Trump sie erneut ernennen würde, sondern auch, ob sie überhaupt weitermachen will, ist dabei von Interesse. Dass EZB-Präsident Mario Draghi die Rocky Mountains als Szenerie für eine Kursänderung der EZB wählen dürfte, gilt indes als unwahrscheinlich.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 11.55 Uhr 0,03% tiefer bei 8'940,70 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt hingegen 0,10% auf 1'430,26 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) verliert wiederum 0,02% auf 10'199,86. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 17 im Plus und 13 im Minus.

Kursbewegende Nachrichten von Unternehmen aus der ersten Reihe sind Mangelwahre. Schwächste Blue Chips sind aktuell Aryzta (-0,8%), gefolgt von den Aktien des Zeitarbeitsvermittlers Adecco (-0,6%). Im wichtigen französischen Markt hat sich die Konsumentenstimmung im August eingetrübt. Ebenfalls auf der Verliererseite liegen Dufry (-0,6%), Swisscom oder Lindt&Sprüngli (je -0,5%).

Einige Punkte kosten den SMI die Abgaben bei Nestlé von -0,5%. Die Pharmaschwergewichte Novartis (-0,3%) und Roche (+0,2%) notieren uneinheitlich. Die Roche-Tochter Chugai hat in Japan die Zulassung für das Medikament Actemra bei Riesenzellarteriitis erhalten.

Die SMI/SLI-Liste wird von CS (+1,0%) angeführt, während die zweite Grossbank UBS 0,4% zulegt, ebenso wie Julius Bär. Richemont (+0,7%) gewinnen ebenfalls stärker hinzu. Am Vortag hatten in den USA die Juweliere Tiffany & Co und Signet gute Zahlen präsentiert. Wettbewerber Swatch gewinnt 0,2%. Auch Lonza (+0,9%) zählen nach positiven Analystenkommentaren am Vortag zu den Gewinnern.

Im breiten Markt geht es für die am Vortag starken Sunrise-Aktien (-2,9%) deutlich nach unten. Barclays hat im Nachgang der Zahlen das Kursziel auf 80 von 75 CHF angehoben. Die Bewertung "Equal Weight" wird bestätigt. Die starken Ergebnisse des zweiten Quartals hätten gezeigt, dass beim Service-Umsatz sowie beim Bruttogewinn der Wendepunkt erreicht sei. Auch der Analyst der Deutschen Bank hebt das Ziel leicht an.

Georg Fischer (-0,1%) hat in Rumänien zu einem ungenannten Preis eine Firma für Leichtmetall-Druckguss übernommen und verstärkt damit die Sparte Automobil. Eucasting Ro erzielte zuletzt mit rund 500 Mitarbeitenden einen Umsatz von rund 50 Mio CHF.

Die Aktien von Implenia (+2,3%, 63,45 CHF) erholen sich etwas von den zweistelligen Prozentabgaben vom Vortag, welche von schwachen Zahlen ausgelöst wurden. Hier hat Kepler Cheuvreux das Kursziel auf 77 von zuvor 82 CHF gesenkt. Die Buy-Einstufung wird aber beibehalten.

Zudem haben Bachem (+2,3%), Adval Tech (+0,6%) und Nebag (+0,5%) Zahlen vorgelegt. Am Vorabend kamen bereits die Semesterausweise von Edisun Power (+1,0%) und U-Blox (+7,3%). Bei dem Chiphersteller sprechen Händler von Deckungskäufen, nachdem die Titel im Vorfeld durch Leerverkäufe belastet worden seien.

AMS (+1,3%) würden hingegen von ermutigenden Berichten aus Asien profitieren. Zulieferer der beiden Grosskunden Apple und Samsung würden eine Nachfragebelebung andeuten, wie es heisst. Auch in einem Interview mit AWP hatte sich der Chef des Halbleiterherstellers zuversichtlich gezeigt und von einer erheblichen Aufwärtsdynamik im dritten Quartal gesprochen.

yr/ra

(AWP)