Aktien Schweiz: SMI knapp im Minus - Schwergewichte wiegen UBS auf

Der Schweizer Aktienmarkt präsentiert sich am Dienstag ähnlich wie schon zum Wochenstart. Nachdem der Leitindex SMI zunächst etwas tiefer gestartet war, arbeitete er sich zunächst bis knapp in die Gewinnzone vor. Seither bewegt er sich in einer engen Spanne zwischen Gewinnen und Verlusten.
22.01.2019 11:38

Angesichts der wieder gestiegenen Konjunktursorgen sind es hierzulande vor allem die Schwergewichte, die den Markt gegen die deutlichen Verluste im Bankensektor etwas stützen. Die UBS hat am Morgen mit den vorgelegten Zahlen die Erwartungen verfehlt und auch beim Blick nach vorne eher leise Töne angeschlagen. Dies spielt den zuletzt wieder gestiegenen Sorgen vor einem nachlassenden Wirtschaftswachstum in die Hände, heisst es. Der IWF hatte nämlich am Vortag seine Wachstumsprognosen gesenkt. Vor allem eine Abschwächung in China, der Brexit und auch Handelskonflikte sind laut dem IWF Risikofaktoren.

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 11.25 Uhr um 0,24 Prozent tiefer bei 8'989,90 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) fällt um 0,44 Prozent auf 1'394,94 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,15 Prozent auf 10'497,00 Stellen. Von den 30 SLI-Werten geben 15 nach, 13 steigen und Novartis und Vifor sind unverändert.

Die mit Abstand grössten Verluste verzeichnen die Aktien der UBS mit -4,0 Prozent. Die Grossbank hat im vierten Quartal 2018 die Erwartungen der Börsenexperten verfehlt. Als Gründe nennt sie nicht zuletzt das herausfordernde Umfeld. Wie CEO Sergio Ermotti zudem erklärte, bereitet sich die Bank auf anhaltend schwierige Marktbedingungen vor. Analysten zeigen sich durch die Bank enttäuscht.

Die Aktien des Konkurrenten Julius Bär (-3,1%) und der Credit Suisse (-0,7%) fallen im Schlepptau ebenfalls überdurchschnittlich.

Zudem trennen sich Investoren auch wieder verstärkt von Zyklikern wie Geberit, ABB und Kühne+Nagel. Die Titel geben zwischen 0,4 und 0,9 Prozent nach. Bei ihnen dürfte einerseits die Unsicherheit um das weitere Wirtschaftswachstum belasten. Zudem seien in den vergangenen Tagen vor allem jene Werte gefragt gewesen, von denen sich Investoren im Schlussquartal 2018 noch im grossen Stil getrennt haben. Da könne es an einem insgesamt nicht ganz eindeutigen Tag punktuell zu Gewinnmitnahmen kommen, heisst es von Händlerseite.

Bei den Aktien von Clariant (-0,6%) und Lonza (-0,5%) wirken sich jeweils Analystenkommentare eher negativ auf die Kurse aus.

Auf der Gewinnerseite sorgen derweil Nestlé (+0,4%) und Roche (+0,3%) sowie eine unveränderte Novartis dafür, dass der Gesamtmarkt nicht noch tiefer im Minus steht.

Noch stärker greifen Investoren aber bei Logitech (+0,6%) zu. Sie sind im Anschluss an die Präsentation starker Q3-Zahlen gesucht. Das Unternehmen blickt auf ein sehr solides Weihnachtsquartal zurück und übertraf die Analystenerwartungen auf allen Ebenen.

Auch die Aktien von SGS sind nach einem zunächst schwachen Start mittlerweile in die Gewinnzone vorgerückt und verteuern sich als einer der Favoriten um 0,6 Prozent. Die Zahlen sind in etwa wie erwartet ausgefallen. Positiv sehen Analysten die verbesserte Profitabilität.

Givaudan (+0,9%) gehören einerseits zu den Titeln mit defensivem Character, die an diesem Tag gesucht sind. Zudem wurden die Papiere aber auch von MainFirst hochgestuft.

Im breiten Markt sind unterdessen Perrot Duval mit einem Kurssprung von knapp 40 Prozent der unangefochtene Spitzenreiter. Die Beteiligungsgesellschaft hat eine Kaufofferte für die Infranor Holding sowie die Bleu-Indim S.A. erhalten.

Beim Maschinenbauer Mikron (+5,8%) nehmen Investoren den Umsatzsprung freundlich auf. Der Auftragseingang hat demnach 2018 sogar ein Rekordniveau erreicht.

hr/rw

(AWP)