Aktien Schweiz: SMI knapp im Minus - Zurückhaltung vor Feiertag

Der Schweizer Aktienmarkt verharrt am Mittwoch nach einem leicht schwächeren Auftakt auch zur Mittagszeit knapp im Minus. Händler sprechen vor dem morgigen Feiertag von einem eher lustlosen Handel. Das zeige sich hierzulande auch am Volumen, das bereits am Dienstag erstmals seit einiger Zeit wieder unter 4 Mrd CHF gelegen habe. Die Vorgaben aus Übersee sieht ein Börsianer als tendenziell eher freundlich.
24.05.2017 12:32

Vor allem in Asien hätten die Märkte die Abstufung Chinas durch die Ratingagentur Moody's schnell abgeschüttelt. Zuvor hatten schwache Konjunkturdaten am Dienstag die Wall Street nicht nachhaltig belastet, was unter dem Strich ebenfalls stützend wirke. In einem insgesamt eher nachrichtenarmen Handel warteten die meisten Marktteilnehmer auf das am Abend anstehende Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed. Sie erhoffen sich weitere Eindrücke über die weitere Zinspolitik der Währungshüter.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 11.50 Uhr 0,06% tiefer bei 9'056,42 Punkte ein. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,16% auf 1'426,24 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,04% auf 10'284,42. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 19 im Minus und elf im Plus.

Eine Ratingabstufung sorgt vor allem bei den Aktien des Arbeitsvermittlers Adecco (-2,8%) für einen erhöhten Abgabedruck. Die Experten der Credit Suisse haben das Rating um zwei Stufen auf "Underperform" gesenkt. Die negativen Auswirkungen der Automatisierung würden unterschätzt, schreiben die Experten. Auch die demographische Entwicklung sei für die Personalvermittler unvorteilhaft.

Die Anteilsscheine von Clariant folgen mit einem Minus von 2,6% in dichtem Abstand. Die Kursgewinne, die der Spezialchemiekonzern bei Bekanntgabe der Fusion mit der texanischen Huntsman Anfang der Woche gemacht hatte, sind somit weggeschmolzen. Analysten haben zuletzt die Frage aufgeworfen, ob Clariant sich durch diesen Schritt vor einer feindlichen Übernahme schützen will. Die geschäftlichen Berührungspunkte seien für einen Merger jedenfalls eher gering, heisst es vielerorts.

Deutlich abwärts geht es auch erneut für Aryzta-Papiere (-1,7%). Auch sie hatten, wie Clariant, bereits am Vortag überdurchschnittlich stark verloren.

Die Anteilsscheine der Credit Suisse (-0,3%) knüpfen ebenfalls an den schwachen Vortagestrend an. Sie sind im Zuge der angelaufenen Kapitalerhöhung am Dienstag erstmals ohne Bezugsrecht gehandelt worden. Dieses wird aktuell am Markt mit 0,47 CHF bewertet.

Stärkere Kursverluste sind noch bei Zyklikern wie LafargeHolcim, Dufry und SGS auszumachen, deren Aktien um 0,8 bis 0,6% abgeben.

Laut Händler sind die Kursverluste von Schwergewicht Nestlé (-0,6%) massgeblich für die leichtere Entwicklung im Leitindex SMI verantwortlich. Und das, obwohl beide Pharma-Schwergewichte Novartis (+0,6%) und Roche (+0,4%) auf der Gewinnerseite stehen.

Neben den beiden Pharmawerten gewinnen noch Lindt&Sprüngli und Neuzugang Partners Group (beide +0,7%) hinzu.

Am breiten Markt zeigen sich die Aktien von Ypsomed (-8,4%) nach Zahlen und einem als enttäuschend eingestuften Ausblick stark bewegt. Der Titel war die Wochen zuvor noch gut gelaufen und hatte am Vortag ein Mehrjahreshoch erklommen.

Deutlich zulegen können dagegen die Anteilsscheine des Telemedizin-Anbieters Lifewatch (+3,4%), nachdem die US-Gesellschaft Biotelemetry die Übernahmeofferte etwas nachgebessert hat.

Die Sunrise-Aktien (+1,8%) stechen ebenfalls positiv hervor. Der Telekomanbieter verkauft seine Sendemasten mit einem Wert von 500 Mio CHF an ein Konsortium unter der Führung der spanischen Firma Cellnex. Ausserdem winkt den Aktionären für 2017 eine höhere Dividende, und die Ausschüttungspolitik wird angepasst. Bei Vontobel werden die Schritte positiv gesehen: Das Unternehmen entschlacke die Bilanz, und die Dividendenpolitik sollte am Markt Gefallen finden.

hr/rw

(AWP)