Aktien Schweiz - SMI mit Abgaben - Konsolidierung nach gutem Lauf

Der Schweizer Aktienmarkt bewegt sich am Donnerstagmittag weiter in der Verlustzone. Der Leitindex SMI war bereits tiefer in den Handel gestartet und hat die Abgaben nochmals etwas ausgebaut.
21.06.2017 12:42

Damit werde die Abwärtsbewegung vom Vortag fortgeschrieben, sagen Marktteilnehmer. Die Sprache ist von einer Konsolidierung nach dem zuletzt guten Lauf. Ein grundlegender Stimmungsumschwung sei damit aber nicht verbunden, heisst es weiter.

Eingeleitet wurden die sinkenden Kurse durch den schwachen Ölpreis, der insbesondere die Standardwerte an der Wall Street belastete. Hierzulande sind insbesondere Versicherungen und Bankwerte unter Druck und auch die Schwergewichte können nicht Gegensteuer geben. Im weiteren Tagesverlauf werden in den USA Daten zum Hausmarkt und der wöchentliche Ölbericht veröffentlicht.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis 11.50 Uhr 0,90% auf 8'942,45 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,84% auf 1'412,92 Zähler ab und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,82% auf 10'187,86 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren bis auf Sika alle im Minus.

Die grössten Abgaben weisen unter den Blue Chips die Assekuranzen auf. Für Zurich Insurance (-1,6%) hat Main First die Bewertung auf "Neutral" von "Outperform" gesenkt. Ebenfalls schwach zeigen sich die übrigen Versicherer Bâloise (-1,8%), Swiss Life (-1,6%) und Swiss Re (-1,3%).

Erneut unter Druck stehen auch die Banken CS (-1,5%), UBS (-0,9%) und Julius Bär (-1,1%), die bereits am Vortag im späten Handel geschwächelt hatten. Auch europaweit sind Finanz-Aktien unter Druck. Mit Blick auf die Grossbanken hat sich der Basler Ausschuss offensichtlich zuversichtlich gezeigt, dass die Basel-4-Verhandlungen noch im Juli abgeschlossen werden könnten. Die Analysten der ZKB gehen davon aus, dass nur ein stark verwässertes Basel-4-Regelwerk Erfolg haben kann.

Neben den Finanztiteln geben auch die Aktien des Uhrenherstellers Swatch (-1,6%) klar ab. Wettbewerber Richemont (-0,8%) verliert etwas weniger deutlich. Am morgigen Donnerstag werden die Uhrenexportdaten für den Monat Mai veröffentlicht.

Leicht besser als der Gesamtmarkt hält sich Novartis (-0,4%). Das Migräne-Medikament Erenumab des Basler Pharmakonzerns hat eine wichtige regulatorische Hürde genommen. Die europäische Medikamentenbehörde EMA hat den Zulassungsantrag für das Mittel akzeptiert.

Das zweite Pharma-Schwergewicht Roche (GS -1,0%) belastet den Markt stärker und auch Nestlé ziehen den Gesamtmarkt mit einem Minus von -1,3%) deutlich nach unten. Die Aktien des Lebensmittelkonzerns hatten am Vortag noch ein Allzeithoch markiert.

Etwas im Blick sind ABB (-0,4%). Der Industriekonzern will laut Medienberichten in Indien zukaufen und verhandelt mit dem Unternehmen Larsen & Toubro über den Kauf von deren Energie- und Automationssparte. Als möglicher Kaufpreis wird eine Summe von bis zu 2,7 Mrd CHF genannt.

Andere Zykliker halten sich vergleichsweise gut. Sika (+0,1%) ist einziger Gewinner im SMI/SLI und nur geringe Abgaben weisen Schindler (-0,1%), Geberit, Lonza, LafargeHolcim (je -0,2%) und Kühne+Nagel (-0,3%) auf.

Am breiten Markt macht Oerlikon (+0,8%) einen wichtigen Schritt im Wachstumsmarkt Additive Manufacturing (AM). Mit GE Additive wurde eine bevorzugte Partnerschaft vereinbart. Vontobel wertet den Schritt positiv, belege er doch die hohe Kompetenz von Oerlikon beim AM. Zudem erhielten die Ziele des CEO für dieses Segment Glaubwürdigkeit.

Auffällig zeigen sich Kuros mit einem Plus von 13,5%. Das Biotechunternehmen hat für den medizinischen Dichtungsstoff Neuroseal die CE-Kennzeichnung erhalten. Das Produkt wird bei Schädeloperationen eingesetzt und ist damit für den Vertrieb im gesamten europäischen Wirtschaftsraum zugelassen. Zudem winkt eine Meilensteinzahlung von rund eine halben Million USD.

Gesucht sind auch Goldbach (+5,6%). In einem Interview mit "Finanz und Wirtschaft" zeigte sich CEO Michi Frank für das laufenden Jahr zuversichtlich, im Schweizer TV-Markt die Werbeeinnahmen zu steigern. Im weiteren bestätigte er früher gemachte Aussage, dass das Start-up Goldbach Germany über das ganze Jahr 2017 hinweg den Break-even schaffen werde.

Auf der Verliererseite fallen Highlight Event&Entertainment ohne konkrete News um 10,6% zurück.

yr/cp

(AWP)