Aktien Schweiz: SMI mit Jahreshoch - Nestlé im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt legt zu Beginn der letzten Handelswoche des ersten Halbjahres deutlich zu. Der Leitindex SMI markierte am Montag im Vormittagshandel ein neues Jahreshoch bei 9'149 Punkten. Das ist der höchste Stand seit August 2015. Ausschlaggebend ist das SMI-Schwergewicht Nestlé. Die Valoren des Lebensmittelkonzerns gewinnen nach dem Einstieg des aktivistischen amerikanischen Investors Daniel Loeb hinzu und steigen auf Allzeithoch.
26.06.2017 12:38

Auftrieb kommt auch von Seiten der Konjunktur. So stieg in Deutschland das Ifo-Geschäftsklima auf einen Rekordwert. Hierzulande wies die Leistungsbilanz im ersten Quartal einen deutlichen Überschuss aus. Auch die Staatsrettung für zwei italienische Regionalbanken wird positiv aufgefasst. Das nehme etwas Druck von den Sorgen um die Stabilität des Finanzsektors in dem südeuropäischen Land, heisst es im Handel. Am Nachmittag folgen noch die Auftragseingänge langlebiger Güter aus den USA und Daten zum Immobilienmarkt.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 11.55 Uhr um 1,12% höher auf 9'134,25 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,71% auf 1'431,48 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,96% auf 10'374,65 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 22 im Plus und acht Minus.

Nestlé (+3,8%, 85,20 CHF) notieren nach dem Einstieg des US-Investors Daniel Loeb deutlich höher und haben bei 86 CHF ein neues Allzeithoch erreicht. Die aktivistische Investmentfirma von Loeb hat eine Beteiligung von 1,3% erworben und stellt Forderungen an das Management. So drängt der Investor auf den Verkauf der L'Oréal-Beteiligung und eine Bereinigung des Portfolios. Die Mittel sollten dann für Aktienrückkäufe verwendet werden. Laut Analysten kommt der Einstieg überraschend. Aber auch hier wird Steigerungspotential bei Nestlé gesehen.

Für die UBS (+1,3%) hat JPMorgan das Rating auf "Overweight" von "Neutral" und das Kursziel um einen auf 19 CHF angehoben. Die Grossbank habe zudem eine perfekte Strategie für die Zusammensetzung ihrer Geschäftsbereiche gefunden, lobt der Analyst. Auf der Kostenseite wird Potenzial für eine positive Überraschung gesehen.

Für die Aktien der CS (+1,5%) hat JPMorgan die Bewertung mit "Overweight" bei einem Kursziel von 17 CHF wieder aufgenommen. Unsicherheiten seien beseitigt worden und die Kostensenkungen lägen über den Erwartungen, heisst es. Julius Bär (+0,9%) notieren ebenfalls fester.

Erholt zeigen sich auch die Assekuranzen Bâloise (+1,2%), Swiss Life und Swiss Re (je +0,7%). Deutlicher zulegen können unter den Blue Chips nachrichtenlos zudem Clariant (+1,6%) und Sonova (+0,7%).

Roche (+0,3%) verbuchen leichte Aufschläge, nachdem die Genussscheine in der Vorwoche leicht abgegeben hatten. Der Konzern hat positive Resultate für das Bluter-Medikament Emicizumab (ACE910) in zwei Phase-III-Studien gemeldet. Das Mittel habe zu einer "deutlichen und klinisch bedeutsamen Reduktion" der Anzahl der Blutungen geführt. Zudem hat die Tochter Chugai in Japan die Zulassung für Actemra für die subkutane Verabreichung erhalten.

Demgegenüber geben die Aktien des Basler Konkurrenten Novartis 0,2% ab, nachdem der Kurs in der Vorwoche noch um mehr als 7% zugelegt hatte. Der Pharmakonzern hat mit dem Produktkandidaten CTL019 in einer Studie gute Resultate bei der Behandlung einer bestimmten Form von Blutkrebs erzielt.

Unter den übrigen Verlierern finden sich Vifor Pharma, Givaudan und Partners Group (je -0,3%).

Am breiten Markt hat Gurit (+3,2%) mit einem indonesischen Partner ein Joint Venture zur Produktion von Balsaholz auf der Insel Java gegründet. Burckhardt Compression (-0,1%) hat in Kanada eine kleinere Service-Firma zugekauft und seine Präsenz dort verstärkt.

Gegen Bell (+1,4%) wurde in Deutschland das Verfahren im sogenannten Wurstkartell-Fall eingestellt. Die bereits 2014 verhängte Busse über 100 Mio EUR wird damit hinfällig.

Die Actelion-Abspaltung Idorsia legt um weitere 2,6% zu. Dort hat das Ehepaar Clozel am ersten Handelstag offenbar ordentlich zugekauft. Gemäss einer Pflichtmeldung halten sie 15,12% am Pharmaforschungs- und Entwicklungsunternehmen.

yr/ra

(AWP)