Aktien Schweiz: SMI mit leichtem Plus

Der Schweizer Aktienmarkt erholt sich zur Wochenmitte im frühen Handel etwas von den Verlusten der Vortage. Allerdings sind die frühen Gewinne im SMI bis zum Mittag etwas abgebröckelt. Die Spannungen wegen Nordkorea sind nach wie vor hoch, aber für Händler seien keine neuen negativen Neuigkeiten gute Neuigkeiten, so ein Marktanalyst am Mittwoch. Die aktuell positive Bewegung dürfte jedoch eher auf das Glattstellen von Short-Positionen zurückzuführen sein als auf ein bullishes Sentiment, so seine Meinung.
30.08.2017 12:47

Am Dienstag hatte noch ein erneuter Raketentest Nordkoreas die Anleger über weite Strecken deutlich verschreckt. Später zeigten sich die Akteure an der Wall Street allerdings relativ gelassen, was am Markt auch damit begründet wurde, dass US-Präsident Donald Trump als Reaktion keine unmittelbaren Massnahmen androhte. Auf beiden Seiten - auch auf Seiten Nordkoreas - habe man sich verbal gemässigt.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 12.00 Uhr 0,23% auf 8'834,47 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,37% auf 1'409,61 Zähler zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,24% auf 10'068,03. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren bis auf vier alle im Plus.

Bâloise (+1,4%) haben die Gewinne mittlerweile deutlich eingedämmt. Mit den am Morgen vorgelegten Kennzahlen hat der Versicherer die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Gewinn konnte im ersten Halbjahr deutlich gesteigert werden. Auch gelang es, den Schaden-Kosten-Satz zu verbessern.

Fester tendieren unter anderem noch Kühne+Nagel (+1,5%), Lonza (+1,4%) und Adecco (+1,0%). Für Lonza bestätigte Baader Helvea die Kaufempfehlung nach einem Treffen mit CEO Richard Ridinger. Dieser habe sich zuversichtlich gezeigt mit Blick auf hohes Wachstumspotential beim Lifescience-Konzern, schreibt die zuständige Analystin. Weitere Portfolio-Optimierungen sowie eine Verbesserung der operativen Effizienz dürfte die Margen antreiben.

Auch die am Vortag schwächeren Finanztitel wie Swiss Life (+1,0%) und Partners Group (+0,8%) legen klar zu. Die Grossbankentitel Credit Suisse (+0,3%), UBS und Julius Bär (+0,5%) sind mittlerweile hingegen etwas zurückgefallen.

Und auch Swiss Re (+0,1%) und Zurich (unv.) können sich aktuell kaum noch bzw. gar nicht erholen, nachdem sie bereits am Vortag wegen der allgemein schlechten Börsenstimmung, aber auch wegen des in den USA wütenden Sturms "Harvey" belastet waren. Für Houston und Umgebung gibt es derweil noch keine Entwarnung.

Um das Ausmass der versicherten Schäden zu fassen, sei es noch relativ früh, schreibt dazu Bernstein am Mittwoch. Basierend auf frühen Schätzungen gehe man aber davon aus, dass sich die Gesamtverluste auf 2 bis 4 Mrd USD belaufen könnten. Zum Vergleich: "Katrina" und "Sandy" ergaben versicherte Schäden in der Höhe von 82 Mrd USD bzw. 31 Mrd USD.

Von den Aktien, die von Bernstein abgedeckt werden, dürften die grössten Verluste von den zwei Rückversicherern Swiss Re und Munich Re getragen werden müssen - in der Höhe von geschätzten 180 Mio bis 340 Mio USD. Dürfte das Gesamtausmass sich auf über 2 Mrd ausweiten, würde "Harvey" ein Gewinnrisiko für beide Gesellschaften darstellen. Die Kapitalquote dürfte jedoch für beide eher nicht signifikant belastet sein, schreibt Bernstein.

Auch die Schwergewichte Nestlé (+0,2%) und Roche (+0,3%) legen noch leicht zu. Novartis (-0,1%) tendieren mittlerweile gar im Minus.

Grössere Verluste verbuchen ausserdem Aryzta (-1,6%). Berenberg senkte das Kursziel, bestätigte allerdings die Kaufempfehlung. Die Aufgabe des neuen startenden CEO Kevin Toland werde sein, die operative Leistung und die Margen zu verbessern, so der zuständige Analyst. Dies sei zwar nicht unmöglich, benötige aber Zeit.

Am breiten Markt zeigen sich nach Halbjahresergebnissen Goldbach (+7,6%) deutlich fester, aber auch Intershop (+0,9%) legen zu. Etwas tiefer stehen nach Zahlen dagegen Molecular Partners (-0,4%).

Auch U-blox (-3,3%) geben weiter ab und fielen am Mittwoch gar auf ein neues Jahrestief. Nach der Zahlenvorlage am vergangen Freitag hatte die Aktie noch etwa 10% gewonnen. Am Mittwoch bestätigte die UBS die Verkaufsempfehlung und senkte das Kursziel.

ys/cp

(AWP)