Aktien Schweiz - SMI mit Seitwärtsbewegung - tiefe Volumina

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Mittwochmittag seitwärts zum Vortagesschluss. Der SMI hat dabei im Verlauf des Vormittags die moderaten Gewinne des frühen Handels wieder abgegeben.
15.03.2017 12:47
Die Anleger am SMI gehen nicht aus der Deckung.
Die Anleger am SMI gehen nicht aus der Deckung.
Bild: cash

Insgesamt bewegt sich der Leitindex aber in einer schmalen Bandbreite von nicht einmal 30 Punkten. Laut Händlern sind auch die gehandelten Volumina klar unterdurchschnittlich. Wenige Stunden vor dem US-Zinsentscheid, der um 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit publiziert wird, scheuten die Investoren das Risiko, heisst es zur Begründung.

Von der US-Notenbank Fed wird fest mit der nächsten Zinsanhebung um 0,25 Prozentpunkte gerechnet. Ein gewisses Restrisiko einer Überraschung werde am Markt aber noch immer gesehen, ist zu hören. Als Schlüsselfrage gilt jedoch inzwischen, was nach dem Entscheid am Aktienmarkt geschehen wird. "Eine Bewegung in beide Richtungen ist denkbar", meint ein Händler. Entscheidend werde wohl sein, welche Angaben die US-Währungshüter zum Tempo bezüglich weiterer Zinserhöhungen machen werden.

SMI praktisch unverändert

Der Swiss Market Index (SMI) notiert zur Mittagszeit 0,03% höher bei 8'666,36 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,23% auf 1'374,73 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,04% auf 9'555,52 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 17 im Plus, zwölf im Minus und einer (Nestlé) unverändert.

Die grössten Gewinne unter den Blue Chips verzeichnen nach wie vor Dufry (+2,3%). Das vom Reisedetailhandelskonzern veröffentlichte Jahresergebnis 2016 übertraf die Analystenerwartungen vor allem beim organischen Umsatzwachstum im Schlussquartal. Positiv gewürdigt werden von Analysten ausserdem die Synergieziele aus der Integration der gekauften Firma World Duty Free, der Ausblick sowie die Aussagen zur Geschäftsentwicklung im bisherigen Jahresverlauf.

Finanztitel sind gesucht

Gewinne verzeichnen dahinter Finanztitel und Zykliker. Bei den Finanzinstituten fallen dabei UBS (+1,5%), Julius Bär (+1,3%), CS (+0,9%), Swiss Re (+0,8%), Bâloise (+0,6%) und Swiss Life (+0,7%) auf. Für die Branche gelten steigende Zinsen, wie sie nun in den USA erwartet werden, als grundsätzlich positiv. Manche Investoren dürften sich nun vor dem US-Zinsentscheid daher noch in letzter Minute positionieren.

Bei den Zyklikern stechen vor allem LafargeHolcim (+1,0%) und Sika (+0,6%) hervor. Weil steigende Zinsen als Ausdruck einer wirtschaftlichen Erholung gelten, profitieren auch sie.

Leicht im Plus sind ausserdem Actelion (+0,3%). Das Unternehmen gab den Namen der abzuspaltenden Forschungsgesellschaft bekannt. Sie soll Idorsia heissen und weiterhin im zweiten Quartal an die Börse kommen.

Auf der negativen Seite bilden Aryzta (-1,7%) mit Abstand das Schlusslicht. Sie sind mit einem Minus von rund 30% auch im Performance-Vergleich seit Anfang Jahr mit riesigem Abstand die Hauptverlierer. Der Backwarenkonzern hatte am Montag mit Zwischenergebnissen enttäuscht. Ausserdem nannte die Gesellschaft keine Ziele mehr für das Gesamtjahr - womit Investments in die Titel einem Blindflug gleichen.

Grössere Verluste erleiden ansonsten noch Geberit (-0,7%), die schon am Vortag nach der Zahlenvorlage zu den Hauptverlierern gezählt hatten. Für die Papiere liegt nun auch eine Ratingsenkung durch die Kepler-Cheuvreux-Analysten auf "Hold" von "Buy" vor.

Dahinter folgen bei den Verlierern Lonza (-0,6%), und auch die schwergewichtigen Novartis (-0,6%) sowie Roche (-0,4%) sind nicht gefragt.

Viel los ist zur Wochenmitte am breiten Markt, wo diverse Unternehmen Jahreszahlen vorgelegt haben. Gut kommen die Resultate der Privatbank EFG (+5,9%), des Industrieunternehmens Comet (+2,4%) und der Immobiliengesellschaft BFW (+0,2%) an, während jene des Laborausrüsters Tecan (-5,6%) und des Transportunternehmens BVZ (-0,5%) auf weniger Begeisterung stossen. Die satten Gewinne bei EFG erklären sich Analysten mit einem überraschend geringen Abfluss des verwalteten Vermögens; bei Tecan dient ein überraschend schwacher Ausblick als Erklärung für die Verluste.

Abgesehen davon haben sich Evolva (-1,7%) und SHL (-1,9%) frisches Geld gesichert, und Peach Property (-1,2%) hat das Immobilienportfolio in Deutschland ausgebaut.

Auffällig ist die Kursentwicklung ausserdem bei Tornos (+6,4%) und Inficon (+3,4%), zu denen es am Vortag Zahlen gab.

(AWP)

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