Aktien Schweiz: SMI moderat im Minus - zumeist unter 8'000 Punkten

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt steht am Mittwochmittag moderat im Minus. Der SMI unterschritt schon kurz nach Handelsbeginn die 8'000-Punkte-Schwelle, unter der er letztmals vor knapp einem Monat notiert hatte. Im Verlauf des Vormittags bewegte sich der Leitindex dann mehrheitlich in einem engen Band unterhalb dieser psychologisch wichtigen Marke. Händler sprechen nach den markanten Vortagesverlusten gleichwohl von einer Stabilisierung.
03.08.2016 13:46

"Dass es heute nicht aufwärts geht, ist ein Beleg für die grosse Skepsis im Markt", meint ein Händler. Ein Auslöser dafür war der siebte Handelstag in Folge in New York mit sinkenden Kursen. Eine leichte Stütze sind auf der anderen Seite moderat anziehende Ölpreise. Am Nachmittag könnten Konjunkturdaten, die in den USA veröffentlicht werden, für Bewegung sorgen. Das "Hauptereignis" ist die Veröffentlichung des Einkaufsmanagerindexes Dienste (ISM).

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 12.00 Uhr 0,28% tiefer bei 7'988,82 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,12% auf 1'184,68 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,27% auf 8'690,73 Stellen. Von den 30 Blue Chips notieren 17 im Minus, elf im Plus und zwei (Swisscom, Swiss Life) unverändert.

Die grössten Verluste bei den Blue Chips erleiden Actelion (-1,3%). Hintergrund ist die Meldung, dass die US-Apothekenkette CVS das Medikament Opsumit von ihrer Arzneimittelliste gestrichen hat. CVS will mit ihrer Ausschlussliste einen Beitrag zur Dämpfung der Kosten im US-Gesundheitswesen leisten. Opsumit, das bei der Therapie von Lungenbluthochdruck eingesetzt wird, gilt als das Actelion-Medikament mit dem grössten Wachstumspotenzial. Immerhin zeige der Ausschluss auch, dass das Management die Preisnachlässe bei Opsumit eingegrenzt habe, heisst es in einem Kommentar von Morgan Stanley. Dies sei bezüglich der Margen positiv.

Dahinter verzeichnen einzig noch Clariant (-1,1%) Verluste von über 1%. Die Papiere wurden von Morgan Stanley abgestuft. Der zuständige Analyst begründet sein "Equal Weight"- statt "Overweight"-Rating unter anderem mit einer zum Teil schwächer als erwarteten Geschäftsentwicklung.

Relativ deutlich im Minus notieren ausserdem verschiedene defensive Titel wie die schwergewichtigen Roche (-0,9%) und Nestlé (-0,6%) sowie Sonova (-0,8%) und Galenica (-0,5%). Etwas besser halten sich Novartis (-0,1%), nachdem das Pharmaunternehmen in den USA den Therapiedurchbruch-Status für das Brustkrebs-Mittel Ribociclib erhalten hat. Der Status "Breakthrough Therapy" ist dafür vorgesehen, die Entwicklung und Prüfung von Medikamenten für die Behandlung von schwerwiegenden Erkrankungen zu beschleunigen.

Das Gewinnerfeld wird auf der anderen Seite von den beiden Grossbankenaktien von Credit Suisse (+0,7%) und UBS (+0,6%) angeführt. Sie machen damit aber nur einen Bruchteil der Vortagesverluste von je rund 6% wett. Und die Bilanz seit Jahresanfang bleibt ohnehin tiefrot. Dies zeigt, dass die Skepsis der Investoren gegenüber diesen Aktien gross bleibt. Der Stresstest vom vergangenen Freitag hatte neue Ängste über die Stabilität des gesamten Sektors geweckt.

Eine moderate Erholung ist ausserdem bei den Luxusgüteraktien von Swatch (+0,5%) und Richemont (+0,4%) sowie bei den Papieren des Reisedetailhändlers Dufry (+0,4%) feststellbar. Vor allem bei letzteren kann der Vortagesverlust von 5% aber noch lange nicht vergessen gemacht werden. Mit einer überdurchschnittlichen Entwicklung fallen ausserdem noch Aryzta (+0,5%) auf.

Am breiten Markt führt die Publikation der Halbjahreszahlen beim Vermögensverwalter GAM (-16,1%) zu einem veritablen Absturz. Zwar hatte das Unternehmen den nun detailliert ausgewiesenen Gewinneinbruch bereits im Juni in einer Gewinnwarnung angekündigt, doch bereiten Analysten und Anlegern der Neugeldabfluss und der Margendruck mit Blick in die Zukunft Sorgen.

Auf der anderen Seite hat bei Belimo (+5,7%) das Halbjahresergebnis die Erwartungen der Analysten auf der ganzen Linie übertroffen. Schmolz+Bickenbach (+4,8%) und DKSH (+1,8%) profitieren von positiven Analystenkommentaren.

rw/tp

(AWP)