Aktien Schweiz: SMI nach EZB-Entscheid kaum verändert - Big Pharma belasten

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Donnerstagnachmittag kaum verändert. Die EZB-Sitzung hat vorübergehend grössere Schwankungen ausgelöst. Während beim Dax allerdings das Rally nochmals Fahrt aufgenommen hat, erreichte der SMI bislang kein neues Tageshoch. Mit einem verlängerten milliardenschweren Kauf von Staatsanleihen sehen die Investoren die hohen Erwartungen an die Währungshüter der Eurozone weitgehend als erfüllt an.
08.12.2016 15:13

Die EZB verlängert ihre Wertpapierkäufe zwar bis mindestens Dezember 2017, reduziert aber das monatliche Volumen ab April auf 60 von derzeit 80 Mrd EUR. Die Entscheidung werde dennoch als positiv gewertet, da das Gesamtvolumen der Anleihekäufe höher ausfalle als gedacht, heisst es. Anleger hätten lediglich mit einer Verlängerung um ein halbes Jahr bei einem unveränderten monatlichen Volumen gerechnet. Der Leitzins wurde indes unverändert belassen. Besonders belastend wirken sich die Abgaben der Pharmaschwergewichte aus.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 14.50 Uhr 0,02% tiefer bei 7'928,65 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt dagegen um 0,07% auf 1'279,97 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um ebenfalls 0,07% auf 8'671,52. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 15 im Minus, 14 im Plus und Givaudan unverändert.

Credit Suisse (+4,6%) führen die Rangliste an und erfreuen sich auch am Tag nach dem Investorentreffen weiterhin einer grossen Nachfrage. Sie waren bereits am Mittwoch mit einem Plus von 7,4% aus dem Handel gegangen. JPMorgan und ZKB haben das Rating für die Titel auf "Übergewichten" angehoben. Die Analysten begrüssen vor allem den gestiegenen Fokus auf die Kosten statt auf das Ertragswachstum. Auch zahlreiche Kurszielerhöhungen trudeln am Donnerstag ein.

Insgesamt sind Aktien der Grossbanken europaweit seit Tagen anhaltend im Auftrieb und drehten infolge der EZB-Entscheidung nochmals kräftig auf. Aktuell stehen auch deutsche Titel wie Commerzbank oder Deutsche Bank mit mehreren Prozenten im Plus. Auch UBS (+0,8%) legen klar zu.

Bei den Schweizer Blue Chips gewinnen auch Syngenta (+1,9%) oder Zykliker wie Adecco (+1,0%) gut an Wert. Der chinesische Staatskonzern ChemChina hat von den australischen Behörden grünes Licht zur Übernahme des Basler Agrarchemiekonzerns erhalten, was den Syngenta-Kurs stützt. Dagegen büssen die zuletzt von Übernahmespekulationen in die Höhe getriebenen Actelion 1,3% ein, auch wenn Kepler Cheuvreux die Titel wieder mit einem "Buy" in ihr Anlageuniversum aufgenommen hat.

Am meisten Druck auf den Gesamtmarkt üben aber Novartis (-1,0%) und Roche (-0,5%) aus. Positive Daten zur Wirksamkeit des Novartis-Medikaments Ultibro Breezhaler zur Therapie der Lungenerkrankung COPD sowie die EU-Zulassung für Venclyxto (Venetoclax) von Roche gegen chronisch lymphatische Leukämie scheinen das nicht verhindern zu können. Vielmehr belasten Händlern zufolge Spekulationen um den Spin-off der Augenheiltochter Alcon die Novartis-Papiere. Nestlé liegen mit 0,2% leicht im Plus.

Swiss Re (-1,9%) gehören zu den grössten Verlierern, nachdem Jefferies das Rating auf "Underperform" gesenkt hat. Noch mehr büssen aktuell lediglich Sonova (-2,8%) und Galenica (-2,3%) ein.

Am breiten Markt hat die auf US-Wohnimmobilien spezialisierte Varia US Properties ein verhaltenes Börsendebüt gegeben, der Kurs steht aktuell unter dem Ausgabepreis von 35 CHF bei 34,90 CHF.

ys/rw

(AWP)