Aktien Schweiz: SMI nach EZB-Entscheid moderat im Plus

Die Schweizer Börse notiert am Donnerstagnachmittag nach den mit Spannung erwarteten Entscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) moderat im Plus, wobei er kurz nach dem geldpolitischen Entscheid gar noch einen neuen Höchstwert markiert hatte. Die EZB-Massnahmen trafen laut ersten Kommentaren insgesamt in etwa die Erwartungen am Markt.
12.09.2019 15:30

Neben der Senkung des Einlagensatzes für Banken auf -0,5 Prozent von -0,4 Prozent sorgte auch das im November startende erneute Wertpapierkauf-Programm für Aufmerksamkeit. Dessen Ausmass falle aber als etwas geringer aus als erwartet, meinte ein Marktanalyst. Unter deutlichen Druck gerieten am Schweizer Aktienmarkt die Werte der Grossbanken, deren Erträge unter dem Niedrigzinsumfeld leiden. Der Euro geriet derweil zum Franken unter Druck und notiert wieder deutlich unter 1,09 Franken.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt um 15.00 Uhr 0,23 Prozent auf 10'121,95 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) legt 0,05 Prozent auf 1'550,83 zu und der breite Swiss Performance Index (SPI) steigt 0,23 Prozent auf 12'277,77 Zähler. Von den 30 SLI-Titeln notieren 16 im Plus und 14 im Minus.

Bei den Einzeltiteln hat die zuletzt beobachtete "Sektorrotation" weg von defensiven hin zu risikoreicheren Werten zunächst ein Ende gefunden. Gestützt werden die Indizes nun nicht zuletzt von den festen Novartis (+0,9%) und Roche (+0,4%), die am Vormittag noch im Minus notiert hatten. Novartis wartete an einem Fachkongress mit erfreulichen Ergebnissen über die Wirksamkeit des MS-Mittels Mayzent auf.

Auch die Titel des SMI-Schwergewichts Nestlé (+0,6%) sind am Nachmittag klar ins Plus gestiegen. Gesucht sind zudem die defensiven Swisscom-Aktien (+0,7%).

Bei den zinssensitiven Versicherern werden Zurich (+0,3%) von einer Kaufempfehlung der französischen Société Générale gestützt. Dagegen geben Swiss Re (-0,2%) und Swiss Life (-1,1%) ab.

Die Bankentitel Julius Bär (-0,5%), Credit Suisse (-0,8%) und UBS (-1,1%) gehören nach Gewinnmitnahmen zu den deutlichsten Verlieren. Für die Banken bedeuteten tiefere respektive noch negativere Zinsen/Renditen nochmals schlechtere Ertragsaussichten, sagte ein Händler. Zudem würden die Titel von Befürchtungen belastet, dass die SNB nun ihrerseits mit einer weiteren Senkung ihrer Leitzinsen nachziehen könnte.

tp/uh

(AWP)