Aktien Schweiz: SMI nach kurzer Erholung wieder negativ

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Freitagmittag erneut im Minus, nachdem der Leitindex SMI am Morgen zwischenzeitlich über den Vortagesschluss gestiegen war. Nach wie vor belasten Unsicherheiten die Stimmung, so ein Händler. Die steigenden Renditen am Anleihemarkt sowie politische Spannungen drücken auf die Stimmung. Der Kassazinssatz der SNB stieg seit März mit +0,04% erstmals wieder über die Nulllinie und zum Franken stieg der Euro zeitweise bis knapp an die 1,10-CHF-Marke heran.
07.07.2017 12:35

Die Spannungen um Nordkorea sowie die Unsicherheit um eine möglicherweise strafferen Geldpolitik in der Eurozone und den USA belasten die Stimmung. Die Erwartungen an den in Hamburg stattfindenden G20-Gipfel sind offenbar ebenfalls nicht allzu hoch. Von der Konjunkturseite kamen am Morgen gute Daten zur Produktion aus Deutschland, Frankreich und Italien, währen Grossbritannien einen Rückgang verbuchte. Hierzulande ging die Arbeitslosenquote im Juni zurück. Am Nachmittag steht der Arbeitsmarktbericht aus den USA und die Entwicklung der Löhne und Gehälter im Fokus, nachdem der ADP-Bericht für den Privatsektor eine weniger günstige Entwicklung angedeutet hatte.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 11.50 Uhr 0,31% tiefer bei 8'859,61 Punkten (Tageshoch 8'891). Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,15% auf 1'408,08 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,24% auf 10'075,55 Zähler ein. Unter den 30 wichtigsten Titeln notieren 20 im Minus und zehn im Plus.

Die Index-Schwergewichte bestimmen auch zum Wochenschluss die Richtung. Bei den Genussscheinen des Pharmakonzerns Roche (-0,6%) belastet eine Herabstufung der Deutschen Bank auf "Hold" von "Buy". Auch das Kursziel wurde gesenkt. Begründet wird der Schritt mit dem Chance-Risiko-Verhältnis. Dabei wird das Gewinnpotenzial neuer Mittel dem Risiko durch Biosimilars gegenübergestellt.

Für die weiter mit "Hold" bewerteten Novartis-Aktien (-0,3%) hebt die Deutsche Bank unterdessen das Kursziel leicht an. Der Analyst rechnet mit einer Verbesserung im zweiten Quartal, die auch im zweiten Halbjahr anhalten dürfte. Nestlé (-0,6%) haben die Abgaben etwas ausgebaut.

Grösste Verlierer sind zudem Lonza (-1,1%), Clariant (-0,8%), Sika (0,6%), und ABB (-0,5%). SGS (-0,2%) hat in Grossbritannien eine kleinere Akquisition getätigt und ein Textil-Labor übernommen.

Grösste Gewinner unter den Blue Chips sind Credit Suisse (+1,2%), während UBS (+0,3%) deutlich weniger stark gewinnen. Die Bankenwerte haben seit dem Bankenstresstest in den USA Ende Juni ordentlich zulegen können. Kepler Cheuvreux hat das CS-Kursziel angehoben und empfiehlt die Aktien weiter mit "Buy". Seit der Kapitalerhöhung hätten sich die Aktien merklich bewegt und die Grossbank sei auf gutem Weg zu einem besseren Geschäftsmodell. Die Royal Bank of Canada hat unterdessen die Bewertung der CS mit "Sector Perform" wieder aufgenommen.

Zudem können Swatch (+0,4%), Vifor (+0,5%) und Sonova (+0,3%) etwas deutlicher zulegen

Die Namenaktien von Lindt&Sprüngli (+-0,1%) scheiden nach einem nur kurzen Gastspiel per 18. September bereits wieder aus dem SLI aus und werden von Logitech (-0,9%) ersetzt. Die Schokolade-Titel hatten erst Mitte Mai den Platz im Index von Syngenta übernommen. In den SMIM-Index der 30 liquidesten und grössten Titel nach dem SMI steigen Galenica (-0,3) auf, während Sulzer (-0,8%) herausfallen.

Im breiten Markt sind Comet (+12,5%) einen Blick wert. Das Industrieunternehmen hat vorab starke Umsatzzahlen für das erste Halbjahr mit einem Anstieg um 43% auf 214 Mio CHF gemeldet. Auch der Reingewinn liege deutlich über dem Vorjahr. Ein starkes Halbleitergeschäft und gleichzeitig verbesserte Kostenstrukturen hätten positiv gewirkt. Laut dem Analysten der Baader Bank dürften die Aussagen zur Halbleiter-Konjunktur auch VAT (+0,7%) stützen.

Bei Evolva (+11,6%) tritt CEO und Mitgründer Neil Goldsmith ab und auf ihn folgt der bisherige COO Simon Waddington. Wisekey (+11,1%) sorgt bei einem europäischen Automobilhersteller für Datensicherheit in den Fahrzeugen. Meyer Burger (+5,9%) hat einen 12-Mio-Franken-Auftrag für Diamantdrahtsägen gemeldet. Der CEO der Bank Valiant (-0,5%) rechnet mit einer Fortsetzung der Wachstumsbeschleunigung im Q2 und sieht die Expansionspläne auf Kurs, wie er im Interview mit AWP erklärte.

yr/ra

(AWP)