Aktien Schweiz: SMI nähert sich 9'000 Punkten - Finanzaktien gesucht

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag gut in die neue Börsenwoche gestartet und knüpft an die positive Entwicklung von Ende vergangener Woche an. Mit kräftiger Unterstützung der Finanzwerte rückt der Leitindex SMI damit bis zum Mittag näher an die Marke von 9'000 Punkten, die er Mitte August zuletzt hatte preisgeben müssen. Zur freundlichen Stimmung tragen einerseits die schwindenden Sorgen auf der koreanischen Halbinsel bei und andererseits der sich abschwächende Wirbelsturm "Irma" im US-Bundesstaat Florida. Zudem erhole sich der US-Dollar, und die Risikobereitschaft der Anleger nehme zu, heisst es am Markt.
11.09.2017 12:53

"Dass Nordkorea am Wochenende des Nationalfeiertages keinen neuen Raketentest durchgeführt hat, beruhigt die zuletzt strapazierten Nerven der Anleger", sagte ein Händler. Nun rückten die Beratungen im UN-Sicherheitsrat über Sanktionen gegen Nordkorea und dessen Atomprogramm in den Vordergrund. Derweil hat Hurrikan "Irma" in Florida auf den ersten Blick wohl weniger Schäden verursacht als im Vorfeld befürchtet. Der Sturm, der zu Beginn im Atlantik mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometer pro Stunde in die höchste Kategorie 5 aufgestiegen ist, hat sich nun deutlich auf Stufe 1 abgeschwächt.

Bis um 11.55 Uhr steigt der Swiss Market Index (SMI) 0,65% auf 8'969,68 Punkte und notiert nahe am Tageshoch. Dabei schwächt sich die Volatilität gemessen am VSMI (-1,0%) weiter ab. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt gar 1,09% auf 1'436,93 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,70% auf 10'246,02 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln liegen 28 im Plus und nur zwei im Minus.

Bei den Blue Chips erholen sich Swiss Re (+4,3%) deutlich von den seit Ende August erlittenen Kurseinbussen. Die Sorgen vor hohen Schadensbelastungen aus den Hurrikan-Katastrophen "Harvey" in Texas und nun "Irma" in Florida haben sich etwas gelegt. In Florida dürfte das "Worst Case"-Szenario nicht eintreten, heisst es in Marktkreisen. Und wie schon in Texas könnte auch "Irma" weniger Wind-, aber dafür grössere Flutschäden nach sich ziehen, für die vor allem das staatliche National Flood Insurance Program (NFIP) aufkommen dürfte.

Swiss Re zeigte sich ausserdem am derzeit laufenden Branchentreffen in Monte Carlo zuversichtlich, dass sich die in den vergangenen Jahren stets gesunkenen Preise stabilisieren werden. Grund dafür ist die in diesem Jahr äusserst intensive US-Hurrikan-Saison. Zumindest in den betroffenen Gebieten dürfte Nachfrage nach (Rück-)Versicherungsdeckung steigen.

Von den abnehmenden "Irma"-Sorgen profitieren auch Zurich Insurance, die sich um 2,2% verteuern. Bâloise (+2,3%), Swiss Life (+2,1%), Credit Suisse (+2,2%) oder UBS (+1,3%) runden das freundliche Bild im Finanzsektor ab.

Die Pharmakonzerne Novartis (+0,3%) und Roche (-1,3%) haben übers Wochenende an Fachtagungen Daten zu verschiedenen Medikamenten vorgelegt. Den Roche-Genussscheinen macht dabei das Verfehlen primärer Endpunkte mit Zelobraf gegen mutations-positivem Melanom und Lampalizumab gegen geografische Atrophie zu schaffen. Zahlreiche Kurszielsenkungen sind die Folge davon. Novartis hat neue leicht positive Daten zum Augenheilmittel Lucentis und zur Kombitherapie von Tafinlar/Mekinist gegen mutations-positivem Melanom vorgelegt.

Das dritte Schwergewicht Nestlé gewinnt 0,4%. Der Nahrungsmittelkonzern prüft laut einer Reuters-Meldung - wie auch andere Interessenten - den Zukauf des Geschäfts mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten (OTC) von Merck. Einem Insider zufolge hoffe Merck auf einen Preis von 5 Mrd EUR.

SGS klettern dank einer Ratingerhöhung durch die CS um 1,7% in die Höhe. Die Analysten sehen mit Blick auf bessere Margen auf die guten Dividendenaussichten den Einstieg beim Warenprüfkonzern.

Am breiten Markt rücken Evolva nun bereits um 7,1% vor, nachdem mit der US-Regierung ein Vertrag im Volumen von 8,35 Mio USD im Bereich Insektenschutz unterzeichnet wurde. Santhera (+4,4%) weiten die Kursgewinne dank eines Erfolgs mit dem Duchenne-Muskeldystrophie-Medikament Raxone in Grossbritannien ebenfalls klar aus. Und Edisun werden im Anschluss an die erfolgreiche Kapitalbeschaffung um 6,1% höher gestellt.

Auf der Gegenseite büssen Myriad um 5,9% ein. Allerdings hatte die Aktie in der Vorwoche klar an Wert gewonnen. In der Sonntagspresse stellte ein BZ-Sprecher klar, dass das Ehepaar Ebner ihre Beteiligung am Software-Hersteller nicht ausbauen werde. Die höhere Beteiligung von 61% sei auf die laufende Kapitalerhöhung zurückzuführen und werde künftig in den Bereich von 50% zurückgehen.

mk/ys

(AWP)