Aktien Schweiz: SMI nimmt 9'000-Punkte-Marke wieder ins Visier

Am Schweizer Aktienmarkt hat sich die Stimmung im Verlauf des Donnerstagvormittags etwas aufgehellt. Der Leitindex SMI notiert nach einem Seitwärts-Start nun leicht im Plus und hat damit die psychologisch wichtige 9'000-Punkte-Marke wieder ins Visier genommen. Händler erklären sich die Entwicklung mit Meldungen vom Vorabend über eine mögliche Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Die USA sollen demnach eine Gesprächsofferte gemacht haben.
13.09.2018 11:45

Doch Vorsicht ist geboten. Die wichtigsten Ereignisse des Handelstages stehen noch an. Es handelt sich um die Sitzungen der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie der türkischen Notenbank. Der Unsicherheitsfaktor ist dabei unterschiedlich hoch. Experten gehen davon aus, dass die EZB den Kurs in Richtung einer strafferen Geldpolitik bekräftigen wird. In der Türkei ist hingegen ungewiss, ob die Notenbanker gegen den erklärten Willen von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan die Zinsen wegen der starken Inflation anheben werden. Die Türkei gilt als Auslöser für die Währungsturbulenzen der letzten Wochen.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 10.55 Uhr 0,21 Prozent höher bei 8'978,70 Punkten, das Tageshoch lag dabei bei gut 8'987 Stellen. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) legt um 0,31 Prozent auf 1'466,94 und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,24 Prozent auf 10'716,31 Zähler zu. Von den 30 wichtigsten Titel im SMI/SLI notieren 23 im Plus, sechs im Minus und einer (Partners Group) unverändert.

Die deutlichsten Gewinne unter den Blue Chips verzeichnen mit grossen Abstand Aryzta (+4,3%), die sich schon in den letzten Tagen wegen der bevorstehenden Kapitalerhöhung hochvolatil zeigten.

Mehr als 1 Prozent legen dahinter nur noch Sonova (+1,4%) zu. Die Papiere des Hörgeräteherstellers waren am Vortag Tagesgewinner und sind mit einem Plus von rund einem Drittel seit Anfang Jahr auch bei dieser Betrachtungsweise Überflieger.

Klar im Plus sind ausserdem Titel aus unterschiedlichen Branchen wie Sika, LafargeHolcim, Clariant, Schindler und Logitech, die zwischen 0,7 und 1,0 Prozent avancieren. Bei LafargeHolcim erklären sich Händler das wiedererwachte Interesse damit, dass die Titel übertrieben unter den Schwellenmarkt-Sorgen gelitten hätten. Logitech dürften derweil von der "Apple-Show" vom Vorabend profitieren. Das Technologie-Vorzeige-Unternehmen hatte seine neusten iPhones und weitere Produkte vorgestellt, die Anklang bei den Medien fanden. Logitech liefert dafür zum Teil Zubehör.

Bei den Gewinnern haben sich auch die beiden Grossbankenpapiere von CS und UBS (je +0,6%) eingereiht. Weil Investoren in den USA hinsichtlich der anstehenden Drittquartalszahlen weniger negativ eingestellt seien als auch schon, wachse die Nachfrage nach Bankaktien, ist an der Börse zu hören.

Keine grosse Stütze sind am Berichtstag die Schwergewichte von Nestlé (+0,2%), Roche (+0,1%) und vor allem von Novartis (-0,2%). Letztere hatten sich zuletzt aber sehr gut entwickelt. Offensichtlich kommt es nun zu moderaten Gewinnmitnahmen.

Die grössten Einbussen erleiden jedoch nachrichtenlos Kühne+Nagel (-0,5%), Geberit (-0,4%) und Swisscom (-0,3%).

Am breiten Markt profitieren auch AMS (+4,3%) von Apples Produktpräsentation. Der US-Tech-Gigant ist der mit Abstand wichtigste Kunde des österreichischen Sensorenherstellers.

Im Aktienkurs von Poenina (+2,2%) wirkt sich die am Dienstag angekündigte Grossübernahme von Inretis mit Verzögerung doch noch positiv aus. Laut Händlern waren zunächst viele Investoren vorsichtig, weil der Schritt mit einer Kapitalerhöhung verbunden ist.

BFW Liegenschaften legen derweil nach der Zahlenvorlage um 0,5 Prozent zu.

Auf der anderen Seite verzeichnen die Aktien von Cosmo (-3,6%) massive Verluste wegen der nach wie vor stockenden US-Zulassung für ein Wirkstoff. Massiv unter die Räder kommen auch Newron (-7,8%) nach der Zahlenpräsentation.

rw/ra

(AWP)