Aktien Schweiz - SMI nur noch knapp im Plus

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag deutlich fester eröffnet, in der Folge büsst der Leitindex SMI indes einen guten Teil dieser frühen Gewinne wieder ein und fällt auch wieder klar unter die Marke von 9100 zurück.
27.08.2018 12:05

Das Börsensentiment bleibe nach der Rede vom Präsidenten der US-Notenbank, Jerome Powell, vom Freitag freundlich, heisst es in Marktkreisen. Dieser hatte die Erwartungen der Investoren insgesamt bestätigt und hält graduelle Leitzinsanhebungen weiterhin für angemessen. Für klar steigende Kurse an den europäischen Börsen reicht dies allerdings noch nicht, zumal auch von London her wegen eines Feiertags keine Impulse kommen.

Die Gespräche zwischen den USA und China in Sachen Handelsfragen blieben zwar unmittelbar ergebnislos, wurden von chinesischer Seite aber als konstruktiv bezeichnet. Deshalb wurde auch vereinbart, dass der Kontakt aufrechterhalten bleibt, was wiederum die Hoffnung nährt, dass es doch noch zu einer Annäherung kommen könnte. Die Zürcher Kantonalbank ist gemäss einer Einschätzung der Ansicht, dass die Risiken für die Aktienmärkte dennoch hoch blieben und rät zu einer vorsichtigen Haltung.

Gegen Mittag steht der SMI 0,1 Prozent höher bei 9061 Punkten (Tageshoch bei 9106). Der 30 Aktien umfassende SLI rückt 0,2 Prozent auf 1481 Punkte vor und der breite SPI 0,2 Prozent auf 10'8232 Punkte.

Gefrage Luxusgüteraktien

An der Tabellenspitze liegen gegenüber dem frühen Geschäft unverändert Swatch (+1,1%) und Vifor Pharma (+1,0%). Die zweite Luxusgüteraktie Richemont (+0,8%) liegt ebenfalls weit vorne. Sie waren bereits am Freitag stark. Die Richemont-Namenaktien würden seit Tagen von institutionellen Anlegern gesucht, heisst es dazu in Händlerkreisen. Diese erklären sich das Interesse damit, dass sich die Wachstumsanstrengungen der Gesellschaft schneller als erwartet auszahlen könnten.

Etwas deutlich nachgefragt werden noch Logitech (+1,0%), Partners Group (+0,9%) und Geberit (+0,7%), der Rest der Gewinner verzeichnet Aufschläge von maximal 0,5 Prozent.

Die defensiven Schwergewichte haben sich nach einem freundlichen Start zur Hypothek für den Gesamtmarkt entwickelt. Nestlé, Roche und Novartis liegen knapp im Minus. Novartis hat für seine CAR-T-Zell-Therapie Kymriah die Zulassung der Europäischen Kommission für die Behandlung von zwei Krebsarten erhalten. In diesem Zusammenhang gab das Unternehmen auch Investitionen in der Schweiz von bis zu 90 Millionen sowie die Schaffung von bis zu 450 neuen Stellen bekannt. Im aargauischen Stein soll eine Produktionsstätte unter anderem zur Herstellung von Kymriah gebaut werden. Am Markt hiess es dazu, dass die Zulassung von Kymriah in Europa erwartet worden sei und entsprechend keine grosse Überraschung darstelle.

Ganz ans Tabellenende abgerutscht sind Bankentitel, von denen Julius Bär (-1,3%) klarer nachgeben als CS (0,2%). UBS sind mittlerweile wieder leicht positiv.

Ems-Chemie nach Zahlen gesucht

Im breiten Markt bleiben Alpiq nach Zahlen ungehandelt, während Ems 1,6 Prozent anziehen. Ems-Chemie hat am Morgen noch den Reingewinn im ersten Semester nachgeliefert, Umsatz und Betriebsgewinn waren bereits bekannt.

Die Aktien der Immobiliengesellschaft PSP Swiss Property (+0,2%) reagieren nicht auf den Grossbrand in zwei ihrer Liegenschaften in Zürich in der Nacht auf Samstag. In Marktkreisen wird davon ausgegangen, dass der Schaden durch die Versicherungen grösstenteils gedeckt ist. Da es sich zudem um ein leer stehendes Umbauprojekt handelt, seien auch die Mieteinnahmen nicht beeinträchtigt.

AMS (+2,5%) erhalten vom Einstieg eines neuen Grossaktionärs etwas Rückenwind. Adval Tech (-4,7%) büssen eine Teil des Gewinns vom Freitag wieder ein. U-Blox wiederum erholen sich mit einem Plus von 4,6 Prozent leicht vom Freitagseinbruch im Anschluss an schwache Zahlen von knapp 18 Prozent.

(AWP/cash)