Aktien Schweiz: SMI oszilliert um Nulllinie - Nestlé stützt

Am Schweizer Aktienmarkt hat das Schwergewicht Nestlé einmal mehr die Führungsrolle übernommen. Die Kursgewinne nach dem am Vorabend angekündigten Aktienrückkaufprogramm sorgen dafür, dass sich der Leitindex SMI bis zum Mittag gegen den insgesamt schwächeren Einfluss der Börsen in Übersee und Europa stemmen kann. Er pendelt dabei in einer engen Spanne zwischen Plus und Minus.
28.06.2017 12:55

Der Markt befinde sich aktuell in einer Konsolidierung, erklärt ein Händler. So hätten die Kursgewinne von Novartis in der Vorwoche und die Aufschläge bei Nestlé am Montag und dem heutigen Mittwoch dabei geholfen, den SMI wieder über die Marke von 9'000 Punkten zu hieven. Dass es sich nicht um eine Korrektur handle, zeige die Tatsache, dass das Marktvolumen an den schwächeren Tagen verhalten sei, während es mit steigenden Kursen merklich anziehe. Für den Markt sei ein Anstieg in diesen eher homöopathischen Dosen gesünder als wenn der Markt heiss laufe, ergänzt der Händler.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 12.15 Uhr mit einem Plus von 0,04% bei 9'076,51 Punkten nahezu unverändert. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,22% auf 1'419,99 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,04% auf 10'294,13 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 24 im Minus, vier im Plus und Bâloise unverändert.

Bewegt zeigen sich zur Wochenmitte aber auch der Devisen- und Bondmarkt. So zieht der Euro zum US-Dollar auf Jahreshoch und auch der Franken steht zum US-Dollar so hoch wie zuletzt im August 2016. Sowohl hierzulande als auch in Europa und den USA gaben die Bondkurse zuletzt weiter ab, bzw. die Renditen zogen an.

Das Hautgesprächsthema an diesem Tag ist ohne Frage erneut der Nahrungsmittelkonzern Nestlé (+1,8%). Am Dienstag nach Börsenschluss hatte der Konzern sein Strategie-Papier veröffentlicht. Demnach soll ein Aktienrückkaufprogramm kommende Woche starten. Ein grosser Teil der Transaktionen dürfte allerdings auf die Jahre 2019 und 2020 fallen. Damit wolle der Konzern genügend Geld frei halten für mögliche Zukäufe.

Analysten zeigen sich in ihren ersten Kommentaren vor allem überrascht. Grundsätzlich habe der Konzern aber mit seinen Informationen zur zukünftigen strategischen Stossrichtung den Nerv der Investoren getroffen. Dass der Eindruck erweckt wird, Nestlé reagiere auf die Forderungen des US-Hedgefonds Third Point, sei eher unglücklich.

Nestlé mittlerweile dichter auf den Fersen sind die Aktien der UBS (+1,2%). Sie setzen damit ihren freundlichen Trend der vergangenen Tage fort. Auch europaweit bauen Bankaktien ihre jüngsten Gewinne weiter aus, nachdem die Vorgaben der Wall Street für die Branche ebenfalls freundlich waren. Die Titel der CS (-0,2%) hinken dagegen hinterher. Wie ein Händler erklärt, könnten die UBS stärker als die CS von den anziehenden Renditen in den USA profitieren.

Die übrigen Gewinner Julius Bär, Swiss Life und Partners Group und stammen allesamt ebenfalls aus dem Finanzsektor. Sie legen zwischen 0,6 und 0,3% zu.

Besonders deutliche Abgaben ohne eigentliche Nachrichten verzeichnen vor allem Zykliker wie ABB (-1,5%), Schindler und LafargeHolcim (beide -1,0%). Überdurchschnittlich schwach schneiden auch die Aktien der anderen beiden Schwergewichte Novartis und Roche (beide -0,7%) ab.

Im breiten Markt geht es vor allem für GAM-Aktien abwärts (-3,7% auf 13,10 CHF). Der aktivistische Investor Rudolf Bohli ist bei dem Vermögensverwalter wieder ausgestiegen. Verkauft wurde das Paket von rund 3% oder 4,73 Mio Aktien am Mittwochmorgen vorbörslich zu 13,15 CHF pro Aktie.

Auffällig schwach entwickelt sich auch der Biotech- und Tech-Sektor. Angefangen mit Temenos über Cassiopea, BB Biotech und Meyer Burger, die zwischen 3,1 und 1,6% fallen, würden Papiere aus diesen Branchen unter den US-Vorgaben leiden, erklärt ein Marktteilnehmer.

Die Aktien der Actelion-Nachfolgerin Idorsia (+1,9%) bilden eine der Ausnahmen. Hier wurden zuletzt wieder umfangreiche Aktienkäufe durch eine Führungsperson gemeldet.

hr/tp

(AWP)