Aktien Schweiz: SMI pendelt sich auf leichte Gewinne ein

Nach einem zunächst etwas richtungslosen Start knüpft der Schweizer Aktienmarkt am Montagvormittag schliesslich an die insgesamt freundliche Tendenz der Vorwoche an. Mit 80 Punkten ist seine bisherige Handelsspanne aber eher begrenzt. Händler sprechen denn auch von einem insgesamt ruhigen Handelsverlauf. Die Berichtssaison nähere sich langsam ihrem Ende, womit die Aufmerksamkeit denn auch wieder stärker von den Zahlen weg auf andere Themen gelenkt werde, heisst es im Handel.
17.08.2020 11:30

Hierzulande steht am (morgigen) Dienstag nur noch Geberit als Blue Chip mit Zahlen auf der Agenda. Ansonsten ist dies die Woche des breiten Marktes. Mehr als 30 Unternehmen werden über den Geschäftsverlauf berichten. Bei den übergeordneten Themen sorgt die Verschiebung der "Phase-1-Review" des Handelsabkommens zwischen den USA und China laut Börsianern grundsätzlich zwar für Gesprächsstoff, hat kurzfristig aber keine grössere Auswirkungen auf die Aktienmärkte. Auch die stockenden Verhandlungen zwischen den beiden politischen Lagern in den USA über ein weiteres Konjunkturpaket bleiben ein wichtiges Thema.

Der SMI notiert gegen 11.00 Uhr 0,32 Prozent höher bei 10'196,63 Punkten. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gewinnt 0,29 Prozent auf 1'560,89 und der breitgefasste SPI ebenfalls 0,32 Prozent auf 12'673,30 Zähler. Von den 30 SLI-Werten gewinnen 20 hinzu, neun fallen und Geberit sind unverändert.

Die mit Abstand grössten Gewinne verzeichnen Vifor-Aktien (+2,8%). CEO Stefan Schulze hat im Interview mit der "Finanz und Wirtschaft" angekündigt, dass auch im zweiten Halbjahr mit Erträgen durch Auslizensierungen zu rechnen sei. Zudem dürfte es im kommenden Jahr zu verschiedenen Lancierungen kommen.

Durch die Bank fester präsentieren sich auch alle drei Vertreter der Technologiebranche: Logitech, Temenos und AMS gewinnen zwischen 1,3 und 0,8 Prozent hinzu. Auch in Europa gehören Technologie-Aktien zum Wochenstart zu den Favoriten. Auch im breiten Markt greifen Investoren bei den Aktien mit einem gewissen Technologiebezug zu, wie etwa die Kursgewinne bei VAT (+1,6%), Comet (+1,0%) und U-blox (+0,7%) zeigen.

Dass sich der Markt mittlerweile leicht im Plus etabliert hat, verdankt er auch den drei Schwergewichten Roche (+0,8%), Novartis (+0,5%) und Nestlé (+0,1%). Bei den beiden Pharmawerten hatten Roche im Vergleich zum Konkurrenten Novartis in den letzten Wochen kursmässig eher das Nachsehen.

Von einer gewissen Rotation zwischen Favoriten sprechen Marktteilnehmer auch bei den beiden Versicherungsaktien Swiss Life (+0,5%) und Zurich (-1,1%). Auf Jahressicht haben die Zurich-Titel zwar die Nase noch klar vorn. Nach den Zahlen, die beide vergangenen Donnerstag vorgelegt haben, ist die Swiss Life mit +5,5 Prozent auf Wochensicht aber der deutliche Gewinner.

Ansonsten sind die Gewinner- und Verlierer-Listen ohne klaren Trend gemischt. Überdurchschnittliche Kursgewinne von jeweils um ein Prozent sind bei Sika, Givaudan und Lonza auszumachen. Aber auch Zykliker wie ABB oder Kühne+Nagel (beide +0,8%) liegen mit ihren Avancen über dem Marktdurchschnitt.

Auch diverse Finanzwerte gehören zu den Verlierern: Auf -0,7 Prozent Julius Bär folgen die CS, die Swiss Re (je -0,4%) und schliesslich die UBS mit -0,3 Prozent.

Das Nachrichtenaufkommen wird allerdings durch die hinteren Reihen bestimmt. So ziehen Schweiter (+4,6%) und VZ (+4,4%) nach Zahlen an. Aber auch Gurit legen nach schwachem Start mittlerweile zu (+2,6%). Die Hochdorf-Aktien (-1,2%) sind nach einem kurzzeitigen Ausflug ins Plus nach den Halbjahreszahlen nun wieder unter den Verlierern zu finden.

Mit prozentual zweistelligen Kursbewegungen fallen einmal mehr die zuletzt stark bewegten Penny-Stocks auf. Zum Wochenstart stehen bei Perfect Holding Kursgewinne von 67 Prozent zu Buche, bei New Value 25 Prozent und bei Relief Pharmaceutics 22 Prozent.

hr/uh

(AWP)

 
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