Aktien Schweiz: SMI rückt zum Start ins zweites Halbjahr den 9'000 Punkten näher

Für den Schweizer Aktienmarkt ist der Start in die zweite Jahreshälfte 2017 bisher geglückt. Nach einem freundlichen Start baut der Leitindex SMI seine Gewinne bis zum Mittag noch etwas aus und nimmt die 9'000er-Marke verschärft ins Visier. Der Markt wird nicht zuletzt durch freundliche Stimmungsindikatoren aus Asien gestützt.
03.07.2017 12:35

In dem aktuellen Umfeld sorgen laut Händler aber vor allem die Banken für Rückenwind. Sie profitieren von den zuletzt angezogenen Renditen an den Bondmärkten. Auslöser dafür wiederum waren Zentralbanken wie die EZB, die Bank of England und auch die kanadische Notenbank, die allesamt eine weniger expansive Geldpolitik anzustreben scheinen. Die US-Notenbank wiederum wolle trotz der zuletzt etwas schwächeren Daten an ihrem Kurs festhalten. Gerade vor diesem Hintergrund dürften die zahlreichen Konjunkturdaten im weiteren Wochenverlauf marktbestimmend sein, ergänzt der Börsianer.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert gegen 12.10 Uhr 0,76% höher bei 8'974,34 Punkten und damit knapp unter dem bisherigen Tageshoch bei 8'980,21 Zählern. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 1,01% auf 1'418,34 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,72% ein auf 10'201,08 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln verbuchen 28 Gewinne, Nestlé sind unverändert und Lindt&Sprüngli fallen.

An der Spitze stehen erneut die Aktien der beiden Grossbanken Credit Suisse (+2,7%) und UBS (+2,1%). Die beiden Aktien hatten bereits in der Vorwoche gegen den insgesamt schwächeren Markttrend zulegen können. Julius Bär (+1,5%) und auch Partners Group (+0,7%) tendieren ebenfalls fester. "Schon in der Vorwoche hatte die Hoffnung auf eine steilere Zinskurve an den Bondmärkten die Branche europaweit gestützt", erklärt ein Marktteilnehmer. Zudem wird im Handel derzeit offenbar bei der bevorstehenden Berichtssaison auf positive Überraschungen aus der Branche spekuliert, wie es von Marktakteuren heisst.

Aus der Finanzbranche gewinnen zudem noch Versicherungsaktien wie die Swiss Life (+2,0%), Swiss Re (+1,1%) und Zurich (+0,9%) hinzu. Im Falle der Zurich hatte der seit rund einem Jahr amtierende Konzernchef Chef Mario Greco in einem "Handelsblatt"-Interview Grossübernahmen eine Absage erteilt.

Mit überdurchschnittlichen Kursgewinnen stehen auch die Aktien von Dufry (+1,3%) im Fokus. Hier werden die aktuellen Verschiebungen im chinesischen Duty-Free-Markt als Beweggrund genannt. So sind am vergangenen Freitag in China zwei Duty-Free-Konzessionen für den internationalen Flughafen in Peking vergeben worden. Dies wiederum könnte auch den Schweizer Konzern betreffen.

Bei anderen Zyklikern wie Lonza (+2,0%), LafargeHolcim (+1,7%) und ABB (+1,3%) greifen Investoren ebenfalls zu.

Von den drei Schwergewichten bewegen sich Roche (+0,8%) und Novartis (+0,5%) und Nestlé (unverändert) kommen unterschiedliche Signale. Gerade die beiden Pharmas hatten den Gesamtmarkt in der Vorwoche belastet. Bei Nestlé wiederum könnte bereits an diesem Montag der angekündigte Aktienrückkauf starten.

Im breiten Markt machten auf Nachrichtenseite vor allem die Industriekonzerne Schweiter (+1,9%) und Rieter (+2,7%) von sich reden. Schweiter trennt sich von seiner traditionellen Textilsparte SSM und kauft gleichzeitig in Irland die Athlone Extrusions für 48 Mio EUR hinzu. Abnehmer von SSM ist der Textilmaschinenbauer Rieter, der für diesen Zukauf über 120 Mio CHF ausgibt. Analysten etwa bei der ZKB sehen beide Transaktionen unter dem Strich als vorteilhaft.

Zulegen können noch die Papiere Arbonia (+3,1%) nach der Ankündigung, der Bauzulieferer wolle sich von weiteren Unternehmensteilen trennen.

Die deutlichsten Kurszuwächse verzeichnen aber die Aktien von Wisekey (+22%) und dem Neuling Idorsia (+12,4%). Idorsia setzt damit seinen extrem guten Lauf seit der Erstnotiz fort. Wie aus den aktuellen Veröffentlichungen zu erkennen ist, hat das Management weiter zugekauft. Wisekey hat derweil für das erste Semester 2017 ein starkes Wachstum gemeldet, getrieben von einer Akquisition.

hr/ra

(AWP)