Aktien Schweiz: SMI rutscht stärker in Verlustzone ab - Schwergewichte belasten

Der Schweizer Aktienmarkt rutscht am Donnerstag weiter ab und setzt somit die Konsolidierung der vergangenen Tage fort. Dabei kann der Leitindex SMI die Marke von 8'900 Stellen nicht mehr halten. Sorgen bereiten den Anlegern die wachsenden politischen Unsicherheiten nach dem jüngsten Raketentest in Nordkorea sowie auch die Aussicht auf eine Straffung der Geldpolitik. Auf der Gegenseite fehlten positive Nachrichten, die den Börsianern auf den bereits hohen Bewertungsniveaus neue Anreize für weitere Aktienkäufe lieferten, heisst es im Handel.
06.07.2017 12:42

In den USA bleibt nach wie vor unklar, mit welchem Tempo die Notenbank Fed die geldpolitischen Zügel straffen will. Auch das am Vorabend mit Spannung erwartete Protokoll zur letzten Zinssitzung habe kaum neue Hinweise auf die künftige Geldpolitik geliefert, so ein Händler. Vor diesem Hintergrund richtet sich nun der Fokus auf den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht. Bereits heute Nachmittag wird im Vorfeld dazu der ADP-Bericht zur Beschäftigung im privaten US-Gewerbe einen ersten Eindruck liefern.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 11.55 Uhr um 0,87% tiefer bei 8'876,50 Punkten auf Tagestiefstniveau. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,64% auf 1'411,64 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,82% auf 10'097,43 Punkte. Unter den 30 wichtigsten Titeln stehen 24 Verlierer sechs Gewinnern gegenüber.

Die Index-Schwergewichte belasten den SMI mittlerweile stark: Novartis büssen bereits 1,5% ein, bei Nestlé beläuft sich das Minus auf 1,2%, und die Roche-Genussscheine verlieren 0,9%. Letzteren macht nebst der allgemeinen Konsolidierungswelle eine Ratingabstufung der UBS auf "Neutral" von zuvor "Buy" zu schaffen. Der zuständige Analyst rechnet in der Onkologie, dem lukrativsten Geschäft des Pharmakonzerns, mit einer stärker werdenden Konkurrenz. Den Novartis-Papieren bietet derweil die in der EU gewährte Zulassungserweiterung für das Mittel Cosentyx keine Hilfe.

Auch der Druck auf eine Reihe von Zykliker hat sich bis am Mittag deutlich erhöht. Die grössten Einbussen unter den Blue Chips verzeichnen aktuell die Aktien des Backwarenherstellers Aryzta (-3,1%), gefolgt von Lindt&Sprüngli (-2,1% auf 64'450 CHF) und Lonza (-1,8%). Die Namenaktien von Lindt&Sprüngli haben seit Erreichen des Jahreshochs von 72'210 Anfang Juni stark an Wert eingebüsst. Der Lifescience-Konzern Lonza gab derweil wenig überraschend den Abschluss der 5,5 Mrd USD teuren Übernahme der amerikanischen Capsugel bekannt.

Auf der Gewinnerseite geben die Grossbanken UBS (+0,4%) und Credit Suisse (+0,6%) sowie der Rückversicherer Swiss Re (+0,9%) den Ton an. Händlerberichten zufolge profitieren die beide Banken von Branchenrotationen, die angeblich von grossen US-Investoren ausgehen. Swiss Re wird derweil nach wie vor als verlässlicher Dividendentitel gesehen.

Zurich Insurance steigen um moderate 0,1%. Der Versicherungskonzern ist auf der Suche nach einem Nachfolger für VR-Präsident Tom de Swaan fündig geworden. Den Aktionären wird an der Generalversammlung im kommenden Jahr die Zuwahl des früheren Swiss-Re-CEO Michel Liès vorgeschlagen. Dieser verfüge über einen guten Erfolgsausweis und sei eine gute Wahl, meinen Analysten.

Am breiten Markt ist der Versandapotheke Zur Rose das Börsendebut geglückt. Zur Rose hatte dank guter Nachfrage im Bookbuilding-Prozess den Angebotspreis für die Aktie mit 140 CHF bereits am oberen Ende der Bandbreite von 135-140 CHF festgesetzt und ist im freien Handel an der Börse in den ersten Minuten bis auf 158,80 CHF in die Höhe geschossen. Aktuell gehen die Titel zu 150,10 CHF um.

Weiter hat Kudelski (+1,5%) mit dem US-Kommunikationskonzern AT&T eine Patentvereinbarung erzielt und mit dem chinesischen Telekommunikationsausrüster ZTE eine Vertriebspartnerschaft vereinbart. Und der Waadtländer Batteriehersteller Leclanché (+2,8%) erhält von wichtigen Aktionären weiteres Geld, um die Wachstumspläne zu finanzieren. Grössere Einbussen verzeichnen ohne News hingegen Schlatter (-3,9%) oder Addex (-3,8%).

mk/rw

(AWP)