Aktien Schweiz: SMI rutscht weiter ab - Adecco auf Talfahrt

Der Schweizer Aktienmarkt setzt am Donnerstag den am Vortag kurz vor Handelsende eingeleiteten Kursrutsch fort. Damit ist die Börse so in den Monat März gestartet, wie der Februar zu Ende gegangen war. Den Anlegern macht weiterhin die Aussicht auf steigende Zinsen zu schaffen und sie bringen weitere Gewinne auf ihren Dividendenpapieren ins Trockene. Hierzulande brechen die Aktien des Personaldienstleisters Adecco ein, dies mit Blick auf durchzogene Geschäftszahlen und gedämpfte Aussichten.
01.03.2018 13:06

Angesichts steigender Zinsen machten sich Investoren verstärkt Gedanken über die angemessene Bewertung von Aktien, heisst es im Handel. Dabei werde die derzeit laufende Korrektur von der Angst vor vier statt der bislang erwarteten drei Zinsanhebungen der US-Notenbank begleitet. In seiner Rede vom Nachmittag könnte der neue Fed-Chef Jerome Powell allenfalls versuchen, seine vom Markt als geldpolitisch etwas aggressiver aufgefassten Worte wieder zu relativieren, hofft ein anderer Marktexperte. Im Handelsverlauf könnten auch Wirtschaftsdaten aus den USA, etwa zur Stimmung der Einkaufsmanager, die Kurse bewegen.

Der Swiss Market Index (SMI) steht kurz nach 12 Uhr 0,69% tiefer bei 8'845,25 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) büsst 1,03% auf 1'454,11 Punkte ein und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,73% auf 10'183,55 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren bis auf Roche alle im Minus. Die Volatilität nimmt derweil gemessen am VSMI nach dem Anstieg vom Vortag um 8% weiter zu.

Bei den Blue Chips verbilligen sich Adecco nach Vorlage der Geschäftszahlen um 8,1% und fallen auf die Marke von 70 CHF zurück. Zuletzt lagen sie im September des vergangenen Jahres unter dieser Schwelle. Der Personalvermittler ist im vierten Quartal 2017 zwar etwas schneller gewachsen als noch im dritten, doch erfüllten die Gewinnzahlen die Erwartungen nicht. Zu Beginn des neuen Jahres zeichnet sich zudem wieder ein etwas schwächeres Wachstum ab.

Nebst Adecco verzeichnen auch Aryzta (-5,2%) starke Einbussen. Damit liegen die volatilen Titel des Backkonzerns gegenüber Ende 2017 bereits mit 40% im Minus. Der bei Kepler Cheuvreux zuständige Analyst rechnet mit schwachen Semesterzahlen, was aber angesichts der Gewinnwarnung vom letzten Monat nicht überrasche. Wichtiger werde bei der Vorlage der Zahlen Mitte März sein, dass das Management einen Plan für den Turnaround vorlege. Die Bank senkt das Kursziel und belässt das Rating auf "Hold".

Unter erhöhtem Abgabedruck stehen auch Titel wie Vifor Pharma (-2,1%), Clariant (-1,9%) oder die Banken Credit Suisse (-1,9%) und UBS (-1,7%).

Kühne+Nagel rutschen nach den gestrigen Verlusten um weitere 1,5% ab. Nach enttäuschenden Zahlen haben nun CS, Goldman Sachs, Morgan Stanley und Berenberg das Kursziel reduziert. Die Goldman-Analysten etwa gehen weiterhin von Preisdruck im Logistikgeschäft aus. Erneut werden am breiten Markt auch die Konkurrenzpapiere von Panalpina (-2,0%) in Sippenhaft genommen.

Bei den Börsenschwergewichten fallen Novartis 0,6% und Nestlé um 0,3% moderat zurück. Demgegenüber geben Roche mit einem Plus von 0,6% dem SMI etwas Halt. Am Vortag waren die Roche-Genussscheine mit einem Abschlag von 1,8% einer der Hauptgründe für die Abgaben im SMI.

Am breiten Markt hat am Berichtstag eine Reihe von Unternehmen mit der Vorlage von Geschäftszahlen auf sich aufmerksam gemacht. Ascom (Aktie: -4,0%) enttäuschte die Anleger mit einer Kürzung der Dividende, nachdem dem Technologiekonzern im vergangenen Jahr die Rückkehr in die Gewinnzone gelang. Sinkende Kurse sind nach Zahlen auch bei VZ Holding (-4,0%), SPS (-1,7%), Sunrise (-1,6%) oder Newron (-2,9%) auszumachen.

Der Vermögensverwalter GAM schlug sich derweil besser als am Markt erwartet und liegt an der Börse mit 0,4% im Plus. Und auch der Baukonzern Implenia (+2,2%) übertraf die Erwartungen der Analysten. Orior (+0,1%) bewegen sich kaum vom Fleck. Der Nahrungsmittel-Hersteller Orior gab nebst den Geschäftszahlen auch noch die Übernahme des Biotta-Herstellers Thurella bekannt.

Der Batterienhersteller Leclanché, dessen Aktien am Vortag mit der Befürchtung auf eine Überschuldung eingebrochen waren, sieht sich zumindest bis ins zweite Quartal 2019 ausreichend finanziert. Die Aktien rutschen dennoch um weitere 1,3% ab.

mk/cf

(AWP)

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