Aktien Schweiz: SMI rutscht weiter ab - Renditeanstieg und US-Daten im Blick

Der Schweizer Aktienmarkt knüpft zum Wochenschluss an seine schwache Vortagestendenz an. Nach einem leicht tieferen Start beschleunigt der Leitindex SMI im Verlauf des Vormittags seine Abwärtsbewegung.
05.10.2018 12:05

Am Markt verweisen Börsianer auf verschiedene Gründe. So drücken die anhaltend hohen Renditen der US-Anleihen ebenso auf die Stimmung wie die gesenkten Wachstumsprognosen Italiens.

Bereits am Vortag sorgte der Anstieg der Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen für eine Umorientierung der Investoren. Die Zinsen haben zuletzt das höchste Niveau seit Mai 2011 erreicht und dieses verteidigt. Damit nehme die Wahrscheinlichkeit eines falschen Ausbruchs ab, heisst es von Händlern. Anleihen würden damit wieder zu einer echten Alternative für Aktien. Einen zusätzlichen Schub könnten die US-Zinsen am Nachmittag von Arbeitsmarktbericht erhalten. Sollten die Daten nämlich besser als erwartet ausfallen, würde dies als weitere Bestätigung für die starke US-Wirtschaft gesehen und dies wiederum gäbe der US-Notenbank Fed Nahrung für weitere Zinsschritte.

Der Swiss Market Index (SMI) gibt gegen 12.00 Uhr um 0,2 Prozent auf 9'077 Punkte nach. Er steht damit wieder über dem Tagestief bei 9'043 Zählern.

Investoren trennen sich einmal mehr in grossem Stil von Aktien aus der Finanzbranche. Entsprechend sind sie unter den grössten Verlierern zu finden. Für Julius Bär, Credit Suisse, UBS, Swiss Life, Partners Group, Swiss Re und Zurich geht es zwischen 2,6 und 0,1 Prozent abwärts. Laut Händlern reagieren die Papiere mit ihren Abgaben auf die jüngsten Schlagzeilen aus Italien. Wie aus der aktualisierten Haushaltsplanung hervorging, wurden die Prognose für das Wirtschaftswachstum gesenkt. Zudem trotzt Vize-Ministerpräsident Luigi Di Maio der Kritik an der Haushaltsplanung.

Noch stärker geben ohne Nachrichten die Aktien der beiden SLI-Neulingen AMS (-3,3%) und Temenos (-2,7%) nach. Technologiewerte hatten am Donnerstag in den USA deutliche Verluste verzeichnet.

Schwächer tendieren auch erneut die Aktien vom Spezialchemiekonzern Clariant mit einem Minus von 2,5 Prozent. Sie setzen nach einer Abstufung durch Vontobel ihre seit etwa zwei Wochen anhaltende Abwärtsbewegund fort. Die Bank hält die Wachstumsziele für ambitioniert.

Von den drei Schwergewichten verhindern die Genussscheine von Roche (+0,4%) und die von Novartis (+0,1%) bestenfalls noch grössere Abschläge. Nestlé fallen dagegen um 0,5 Prozent.

Auf der kurzen Gewinnerliste sind noch Sika und Swisscom zu finden, die um 1,2 und 0,6 Prozent steigen. Sika hatte zuletzt mit seinem Investorentag zu Beginn der Woche das Vertrauen der Märkte in künftiges Wachstum gestärkt.

Zu stärkeren Kursbewegungen kommt es im breiten Markt. Dort fallen die Aktien von EMS nach Zahlen um 1,5 Prozent zurück. Mit einem Minus von 2,2 Prozent fällt die Reaktion auf eine Abstufung bei Helvetia noch stärker aus. Der Analyst begründet den Schritt mit mangelndem Aufwärtspotenzial.

Dagegen greifen Investoren bei der Beteiligungsgesellschaft New Venturetec beherzt zu, wie der Kurssprung um 8,7 Prozent zeigt. Das Unternehmen erwartet für das per Ende September abgeschlossene Geschäftsjahr 2017/18 einen Reingewinn von rund 26 Millionen Dollar oder 5,20 Dollar je Aktie.

(AWP)