Aktien Schweiz: SMI setzt Abwärtsbewegung fort - Bâloise im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt setzt auch am Mittwoch die seit Tagen anhaltende Abwärtsbewegung weiter fort. Der Leitindex SMI hat das Minus im Verlauf des Vormittags noch ausgebaut. Händler sehen weiter Gewinnmitnahmen nach der guten Performanz der Vormonate als Auslöser. Seit dem in der Vorwoche markierten Jahreshoch hat der SMI rund 2,8% eingebüsst. Der Rücksetzer sei in der Schweiz somit weniger stark ausgeprägt als an anderen europäischen Handelsplätzen oder in Übersee.
15.11.2017 12:41

Am Morgen hatte insbesondere der Nikkei in Japan grössere Einbussen verzeichnet. Positive Wirtschaftsdaten hatten dort die Hoffnung auf weitere geldpolitische Lockerungen schwinden lassen. In der Eurozone stieg der Überschuss in der Handelsbilanz deutlicher als erwartet. Nach Medienberichten über steigende Lagerbestände gab der zuletzt deutlich erholte Ölpreis nach. Die offiziellen US-Öl-Lagerbestände werden am Nachmittag veröffentlicht, ebenso wie andere wichtige Daten wie etwa Konsumentenpreise, Realeinkommen oder Detailhandelsumsatz.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 11.50 Uhr 0,70% tiefer bei 9'066,44 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) verliert 0,98% auf 1'463,39 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,73% auf 10'396,44 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren bis auf zwei Gewinner und unveränderte Roche alle im Minus.

Stark unter Abgabedruck stehen die Bâloise-Aktien (-2,2%). Der Versicherungskonzern Bâloise lag im Neunmonatszeitraum unter den Schätzungen der Analysten und hat ein leicht tieferes Geschäftsvolumen als im Vorjahr ausgewiesen. Während der Leben-Bereich einen Rückgang verbuchte, wuchs das Nichtlebengeschäft. Das Management erwartet auf Grundlage der Zahlen jedoch ein erfolgreiches Gesamtjahr. Die Aktien hatten Anfang November einen Höchststand markiert.

Besser schneiden die Titel des Branchennachbarn Zurich ab (-0,5%). Der Konzern stellt am Investorentag eine höhere Kapitalausschüttungen in Aussicht und sieht sich im Gesamtjahr auf Kurs. Die starke Geschäftsleistung bilde eine solide Basis für einen zuversichtlichen Ausblick.

Die schwachen Aktienmärkte lasten insbesondere auch auf dem Bankensektor. Hier verlieren UBS (-2,1%), CS (-1,8%) und Julius Bär (-1,0%) überproportional.

Die grössten Abgaben unter den Blue Chips verzeichnen die bereits am Vortag schwachen LafargeHolcim (-2,3%) und der Kurs sinkt auf den tiefsten Stand seit Mitte Mai. Sonova (-2,2%) setzen den seit den Quartalszahlen vom Montag anhaltenden Abwärtstrend fort. Zudem liegen auch Swatch (-1,7%), Lonza und Logitech (je -1,5%) deutlich im Angebot.

Bei den Pharmaschwergewichten belasten Novartis (-0,5%), während Roche (GS unv.) sich relativ gut halten. Letztere hat in den USA die Zulassung für die Ventana MMR-Tests bei Dickdarmkrebs erhalten. Nestlé (-0,4%) hat eine Neuorganisation im Bereich Babynahrung und einen Wechsel in Geschäftsleitung angekündigt. Bei den defensiven Swisscom (-0,2%) wird im Handel von institutionellen Anlagekäufen gesprochen. Vor wenigen Tagen hatte der Titel ein neues Jahreshoch markiert.

Klar besser als der Gesamtmarkt schneiden Dufry (+0,4%) ab. Der Reisedetailhändler will die Tochtergesellschaft Hudson 2018 in den USA an die Börse bringen, die Mehrheit der Anteile aber behalten. Der zweite Gewinner im SMI/SLI ist die volatile Aryzta-Aktie (+0,3%).

Am breiten Markt sorgen Analystenbewertungen für Ausreisser. Eine Reihe von Neuaufnahmen und Umstufungen gab es etwa bei der CS. Mit "Outperform" werden neu Dätwyler (+0,2%) und Comet (+1,2%) bewertet sowie Inficon (-1,6%) mit "Underperform".

Orascom Development Holding (-2,7%) geben nach Zahlen und dem jüngst erreichten Zweijahreshoch ab. Der Tourismus-Konzern hat bei einem leichten Umsatzwachstum in den ersten neun Monaten den Verlust halbiert. Datacolor (-0,7%) erhöht die Dividende um 2 auf 15 CHF und sieht sich durch die Akquisitionen gut positioniert, um die Wachstums- und Renditeziele zu erreichen. AMS (-0,7%) hat das Geschäft für LED-Hintergrundbeleuchtung an die deutsche Dialog Semiconductor verkauft.

Airesis (+11%) ziehen hingegen nach guten Zahlen bei der Beteiligung Le Coq Sportif deutlich an.

Börsenkandidat Poenina hat den Ausgabekurs der Aktien auf 46 CHF festgesetzt und damit das obere Ender der Preisspanne erreicht. Die Nachfrage sei gut gewesen und die Emission mehrfach überzeichnet. Das IPO ist für Donnerstag geplant.

yr/cp

(AWP)