Aktien Schweiz: SMI setzt Erholung mit Unterstützung der Schwergewichte fort

Der Schweizer Aktienmarkt setzt am Donnerstag die leichte Erholung nach dem eher schwachen Start in die laufende Börsenwoche fort. Der Leitindex SMI tut dies in kleinen Schritten und zieht bis am Mittag dank Avancen der Schwergewichte weiter in Richtung der Referenzmarke von 9'000 Punkten. Für Auftrieb sorgen laut Händlern die über Erwarten guten PMI-Daten aus China sowie gute Vorgaben aus Japan. Zudem stütze auch die sich in Lauerstellung auf neue Rekorde befindliche Wall Street die Stimmung bei den Anlegern, heisst es.
31.08.2017 12:54

In einem insgesamt ruhigen Geschäft richtet sich der Fokus bereits auf den am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktbericht. Sofern die Arbeitsmarktdaten so gut seien wie in den privaten ADP-Vorabschätzungen vom Mittwoch indiziert, sei mit einer weiteren Aufwärtsbewegung an den Börsen zu rechnen, meint ein Händler. Allerdings gibt es auch warnende Stimmen: Von einer nachhaltigen Erholung könne nicht gesprochen werden, so ein Marktanalyst. Die geopolitischen Risiken seien zu gross und der Euro zu stark, auch wenn letzterer seit dem jüngsten Hoch wieder etwas eingebüsst habe.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt bis um 12 Uhr 0,75% auf 8'917,51 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,57% auf 1'421,64 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,72% auf 10'168,34 Zähler zu. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 24 im Plus und sechs im Minus.

Bei den Blue Chips geben nach wie vor die Schwergewichte Nestlé (+0,9%) und Novartis (+1,2%) den Takt an. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat dem Basler Pharmakonzern am Vorabend die Zulassung des Mittels Kymriah zur Behandlung einer bestimmten Form von Leukämie (ALL) bei Kindern und Jugendlichen erteilt. Es handelt sich dabei um die erste Gentherapie, die in den USA zugelassen wurde. Analysten sprechen von einem "revolutionären Durchbruch zur Heilung von Krebs" und von "bahnbrechenden News".

Die Roche-Genussscheine (+0,5%) bleiben derweil etwas zurück. Dabei haben die Basler mit einer erweiterten Zulassung für Actemra in den USA ebenfalls positive News vermeldet.

An der Tabellenspitze der Blue Chips stehen ABB (+1,4%) und auch Julius Bär (+1,0% auf 53,95 CHF) sind weit vorne zu finden. Für Aufwind bei der Privatbank sorgt u.a. eine Sektorstudie von Exane BNP Paribas, in der sie mit 'Outperform' und Kursziel 66,40 CHF eingestuft wird. Julius Bär habe überdurchschnittliche Halbjahreszahlen vorgelegt, meint der zuständige Analyst, und die dürften sich noch verbessern. In der gleichen Studie wird UBS (-0,2%) mit 'Outperform' eingestuft, während es bei CS (+0,5%) nur ein 'Neutral' ist.

Bâloise (+0,9%) werden am Tag nach der Zahlenveröffentlichung von Analystenkommentaren beflügelt. So haben etwa Berenberg, Kepler, Baader und Vontobel ihre jeweiligen Kursziele für die Aktie des Erstversicherers erhöht. Am Vortag war die Aktie anfänglich stark gestiegen, verlor dann aber etwas an Dynamik.

Für Swiss Re geht es um 0,9% hoch, nachdem die Hurrikan-Katastrophe in Texas zuletzt für Zurückhaltung bei den Anlegern gesorgt hatte. Die Schadensbelastung dürfte sich für den Rückversicherer wohl einigermassen in Grenzen halten, meinen Analysten. Die Kosten aus den Überschwemmung gehen zum Grossteil zu Lasten eines dafür aufgegleisten nationalen Versicherungsprogramms.

Im breiten Markt legen Edmond de Rothschild (+3,4%) und Investis (+1,9%) nach Halbjahreszahlen beide klar zu. Vontobel (+0,1%) hat anlässlich eines Investorentages zwar "ehrgeizige" Wachstumsziele für 2020 veröffentlicht, die sich aber kaum auf den Kurs auswirken. U-blox (+5,4%) klettern mit einer 'Buy'-Empfehlung von BaaderHelvea stark in die Höhe.

Bei VAT (-0,7% auf 122,10 CHF) ist derweil der Grossaktionär Capvis ganz ausgestiegen. Die Private Equity Firma verkaufte ihren verbleibenden Anteil von knapp 5% über Nacht zu 120 CHF pro Aktie.

An Dynamik verloren haben Landis+Gyr (+0,4% auf 73,55 CHF). Gleich vier Banken haben ihre Einstufung für die vor einigen Wochen an die Börse gekommenen Titel aufgenommen. UBS und CS starten je mit 'Buy', während JP Morgan und Morgan Stanley mit der Einstufung 'Neutral', respektive 'Equal Weight' und Kurszielen beginnen. Die Titel waren am 21. Juli zu 78 CHF ausgegeben worden.

Ein weiterer Börsenneuling, die Zur Rose Gruppe (-1,6% auf 139,90 CHF), ist derweil erstmals seit IPO unter den Ausgabekurs von 140 CHF gefallen.

mk/ra

(AWP)