Aktien Schweiz: SMI setzt Rekordtour fort - Hoffnung im Handelskonflikt

Am Schweizer Aktienmarkt geht die Rekordjagd weiter. Nachdem der Leitindex SMI bereits im Plus gestartet war, baute er seine Gewinne schnell aus und überstieg erstmals die 10'300-Punkte-Marke. Um diese bewegt er sich nun in einer engen Spanne. Kursverluste bei den Schwergewichten Nestlé und Roche nehmen dem Markt allerdings etwas Schwung.
04.11.2019 11:35

Investoren reagieren klar erleichtert auf die jüngsten Zeichen im US-chinesischen Zollstreit. Beide Seiten haben zuletzt ein Interesse an einer ersten Einigung gezeigt. Zudem hat der US-Handelsminister Wilbur Ross auf dem Gipfel der Asean-Staaten angekündigt, dass es schon bald mögliche Lockerungen für Chinas umstrittenen Technologieriesen Huawei geben könnte. Auf dem Höhepunkt des Handelskonfliktes hatte die US-Regierung das Unternehmen auf eine schwarze Liste gesetzt. Derweil wird die Berichtssaison erst in den nächsten Tagen nochmals Fahrt aufnehmen.

Der Standardwerteindex SMI notiert gegen 11.05 Uhr um 0,58 Prozent höher bei 10'311,67 Punkten. Der die 30 wichtigsten Werte umfassende SLI zieht um 0,86 Prozent auf 1'586,05 Punkte an und der breite SPI um 0,58 Prozent auf 12'443,64 Zähler. Bei den 30 grössten Werten stehen 26 Gewinnern drei Verlierer gegenüber, Roche GS sind unverändert.

Die mit Abstand grössten Kursgewinne verzeichnen die Aktien von Julius Bär (+5,6%). Die beiden Grossbanken CS (+2,7%) und UBS (+2,3%) folgen mit etwas Abstand. Im Handel heisst es, der gesamte Sektor verzeichne derzeit auffallende Kursgewinne. Demnach profitiere die Branche derzeit von einer Art Sektorrotation - Anleger kehrte eher defensiven Analgen den Rücken und setzten stattdessen auf riskantere Branchen wie etwa Banken.

Eine Ausnahme dürften dabei die Aktien des defensiven Biopharmaunternehmens Vifor Pharma sein, die mit einem Plus heute von 2,9 Prozent mittlerweile einen Anstieg von etwa 50 Prozent in diesem Jahr vollzogen haben. Auslöser für den neuerlichen Ansturm auf die Titel ist eine Kooperation mit der Johnson&Johnson-Tochter Janssen. Analysten werten die Vereinbarung durch die Bank positiv.

Neben den Banken legen weitere Zykliker wie Geberit, ABB oder Swatch mit Aufschlägen zwischen 2,0 und 1,8 Prozent überdurchschnittlich zu. Auch die Technologietitel Temenos (+1,7%), AMS (+1,6%) und Logitech (+1,2%) gewinnen allesamt mehr als ein Prozent hinzu. Der Chiphersteller TSMC aus Taiwan hat sich Händlern zufolge zuversichtlich über das kommende Jahr geäussert. Das gebe der Branche Rückenwind.

Dass der Markt nicht noch stärker steigt, ist vor allem Nestlé (-0,3%) und Roche geschuldet. Die Genussscheine des Pharmakonzern schwanken zwischen leichten Gewinnen und Verlusten. Aus dem Gesundheitsbereich fallen Sonova noch um deutliche 0,8 Prozent zurück. Auch die defensiven Swisscom (-0,2%) haben bei den risikobereiteren Investoren aktuell einen schweren Stand.

Im breiten Markt greifen Investoren bei Industriewerten verstärkt zu. Sie setzen dabei vor allem auf Aktien, die im Zusammenhang mit dem US-chinesischen Handelsstreit und wegen der drohenden US-Strafzölle auf europäischen Automobilexporten gelitten hatten. Autoneum, Komax, Bucher oder auch Oerlikon verteuern sich zwischen 3,9 und 2,9 Prozent.

Derweil verteuern sich die Anteilsscheine von Lindt&Sprüngli (N +2,0%, PS +1,4%) nach einer neu ausgesprochenen Kaufempfehlung durch die UBS positiv auf. Ascom (+2,9%) sind nach einem Interview mit "Finanz und Wirtschaft" gefragt.

Dagegen sorgt eine Abstufung auf Neutral durch die UBS bei Stadler-Aktien (-2,5%) für negative Vorzeichen.

hr/uh

(AWP)

 

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