Aktien Schweiz: SMI verharrt im Minus - Schwergewichte ziehen nach unten

Für den Schweizer Aktienmarkt geht es auch am Mittwoch abwärts. Ausschlaggebend dafür sind vor allem die Kursverluste der drei Schwergewichte Novartis, Roche und Nestlé. Sie halten den Leitindex SMI bis zum Mittag im Minus, auch wenn er sich von seinem bisherigen Tagestief aus dem frühen Handel wieder etwas absetzen konnte.
05.07.2017 12:36

Während die asiatischen Vorgaben durch geopolitische Spannungen rund um Nordkorea geprägt waren, hat sich der Fokus der Investoren im Handelsverlauf auf Konjunkturdaten verlagert. So hat sich etwa die Stimmung in den Unternehmen der Eurozone im Juni nur leicht eingetrübt; in einer ersten Schätzung war noch ein deutlicherer Rückgang ermittelt worden. Die Detailhändler im Euroraum haben wiederum ihre Umsätze im Mai wie erwartet gesteigert. Im weiteren Verlauf stehen noch Daten zum US-Arbeitsmarkt und später das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed auf der Agenda.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert gegen 11.50 Uhr 0,37% auf 8'937,99 Punkte. Sein bisheriges Tagestief hatte er in den ersten Handelsminuten bei 8'908,85 Zählern markiert. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, fällt um 0,07% auf 1'419,01 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,29% auf 10'159,49 Punkte. Unter den 30 wichtigsten Titeln gewinnen 18 hinzu, zehn verlieren und Julius Bär und SGS sind unverändert.

Wie ein Händler betont, stellt der Schweizer Markt gegenüber den meisten europäischen Börsen einen negativen Ausreisser zur Wochenmitte dar. Das sei allein den Kursverlusten der drei Schwergewichte geschuldet, allen voran Novartis (-1,2%). Die Experten der Credit Suisse haben ihre Bewertung für die Titel auf "Underperform" gesenkt. Sie sehen den Pharmakonzern trotz der Erfolgsmeldungen in den letzten Wochen noch auf Jahre hinaus in einer Übergangsphase. Diese werde noch bis 2020 andauern. Und in dieser Zeit werde Novartis rund 7 Mrd USD an Umsätzen durch Generika verlieren.

Die Kursverluste der anderen beiden Schwergewichte Roche (-0,7%) und Nestlé (-0,5%) tragen zum insgesamt negativen Bild bei. Gerade mit Blick auf die Pharmas hebt der Börsianer noch hervor, dass beide demnächst Halbjahreszahlen vorlegen werden. Angesichts der zum Teil durchwachsenen Studienergebnisse sei da eine gewisse Nervosität im Vorfeld durchaus nachvollziehbar.

Neben Nestlé fallen mit Aryzta (-1,0%) und Lindt & Sprüngli (-0,6%) noch weitere Unternehmen aus der Nahrungsmittelbranche negativ auf. Aber auch Zykliker wie LafargeHolcim (-0,4%) und Adecco (-0,1%) verharren bis zum Mittag im Minus. Bei Adecco machen Händler verstärkte Leerverkäufe für die schwächere Entwicklung verantwortlich.

Die beiden Grossbanken Credit Suisse (+0,8%) und UBS (+0,1%) notieren mittlerweile beide in der Gewinnzone. Hier heisst es von Händlerseite, die Aktien der CS stünden nach den jüngst vollzogenen Massnahmen und einigen Expertenkommentaren etwas höher in der Gunst des Marktes als die Anteilsscheine der UBS.

Aus dem Finanzsektor gewinnen zudem Versicherer wie Swiss Life, Swiss Re, Zurich und Bâloise gegen den Trend zwischen 0,1% und 0,5% hinzu. Wie die Nachrichtenagentur "Bloomberg" berichtet, gehört Zurich bei den zum Verkauf stehenden "Wealth Australia"-Geschäft der Australia & New Zealand Banking Group (AZN) zum engeren Kreis der Kaufinteressenten.

Die grössten Gewinne verzeichnen aber die Swatch-Aktien (+1,4%), die am Dienstag noch durchgängig zu den schwächsten Papieren gehört hatten. Richemont (+0,6%) gewinnen ebenfalls hinzu.

Im breiten Markt fallen Wisekey (+14%) positiv auf, gefolgt Ci Com-Papieren (+6,8%) und Phoenix Mecano (+3,3%). Fester tendieren auch Airopack (+1,4%). Die im Verpackungsbereich tätige Firma hatte am Vorabend die erfolgreiche Durchführung ihrer Kapitalerhöhung gemeldet.

Am anderen Ende der Kurstabelle geben Tornos und Goldbach mit Kursverlusten zwischen 3,1 und 1,3% überdurchschnittlich nach.

hr/rw

(AWP)