Aktien Schweiz: SMI verteidigt Gewinne - Novartis stützen

Für den Schweizer Aktienmarkt erweisen sich am Donnerstag die Kursgewinne beim Schwergewicht Novartis als eine entscheidende Stütze. Nach einem insgesamt festeren Start drehte der SMI allerdings gegen Mittag immer wieder knapp ins Minus.
22.06.2017 12:48

Wie ein Händler erklärt, kann sich der hiesige Markt nicht vollends den europaweiten Kursverlusten entziehen. Als einen der Belastungsfaktoren führen zahlreiche Marktteilnehmer den Ölpreis ins Feld. Meldungen über einen Anstieg der Fördermenge an Rohöl in den USA hatten zur Wochenmitte stark belastet und den Preis für Brent-Öl erstmals seit vergangenen November unter die Marke von 45 USD gedrückt. Doch nicht alle Marktteilnehmer sehen im Ölpreis den Hauptbelastungsfaktor. Ein weiterer Händler hebt hervor, dass die Märkte zuletzt einfach einen sehr guten Lauf gehabt hätten. "Da braucht es manchmal nicht viel, um Investoren zu Gewinnmitnahmen zu veranlassen."

Der Swiss Market Index (SMI) steht gegen 12.00 Uhr um 0,17% höher bei 9'001,14 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steht bei 1'421,46 Zählern mit -0,03% nahezu unverändert und der breite Swiss Performance Index (SPI) gewinnt 0,14% hinzu auf 10'247,90 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 22 im Minus, sieben im Plus und Kühne+Nagel sind unverändert.

Unangefochtener Spitzenreiter unter den Blue Chips sind die Aktien von Novartis (+2,8%). Der Pharmakonzern hat mit seinem Produktkandidat ACZ885 (Canakinumab) zur Behandlung von Herzkranzarterien-Erkrankungen in einer Phase-III-Studie (CANTOS) die gesteckten Ziele erreicht. Am Markt war diese Studie bislang mit erheblichen Risiko bewertet worden. Entsprechend ist das Mittel bislang nicht in die Umsatzschätzungen der Analysten eingeflossen. Ihre ersten Kommentare sind überwiegend positiv.

Mit etwas Abstand stehen noch die Aktien der beiden Uhrenhersteller Swatch (+1,3%) und Richemont (+1,1%) im Plus. Nach einem schwachen Jahr 2016 sind die Schweizer Uhrenexporte seit Beginn des neuen Jahres im Monat Mai zum zweiten Mal gestiegen. Analysten sprechen von einer über den Erwartungen ausgefallenen Zunahme. Wie es in einem Kommentar heisst, wachse damit die Zuversicht auf eine Erholung.

Unter den Blue Chips legen noch die beiden Gesundheitswerte Sonova (+0,5%) und Vifor (+0,3%) zu. Im breiten Markt gewinnen Tecan (+1,3%) und Idorsia (+1,0%) überdurchschnittlich hinzu. Händler verweisen auf US-Vorgaben. Unter den Technologiewerten hatten am Mittwoch vor allem Biotechs besonders deutlich zulegen können und damit für eine freundliche Vorgabe gesorgt.

Dagegen hinkt das zweite Pharma-Schwergewicht, Roche, mit -0,2% dem Markt hinterher. Noch deutlicher fällt das dritte Schwergewicht Nestlé (-0,9%) zurück. Aus dem Nahrungsmittelsektor geht es auch für Aryzta und Lindt & Sprüngli am Mittag überdurchschnittlich stärker abwärts. Sie geben beide um 0,7% nach.

Die Aktien aus der Finanzbranche werden allgemein erneut auf die hinteren Plätze verwiesen. Für die Credit Suisse, die UBS und Julius Bär aber auch Versicherer wie Swiss Life, Zurich und Bâloise geht es zwischen 0,9 und 0,4% abwärts. Am Vortag hatten Finanzwerte in Europa und auch den USA deutliche Abgaben verzeichnet.

Im breiten Markt stechen Santhera-Aktien (+8,5%) hervor. Das Pharmaunternehmen hat von der britischen Arzneimittelbehörde MHRA (Medicines and Healthcare products Regulatory Agency) eine erste positive Bewertung für sein Mittel Raxone zur Behandlung der Duchenne-Muskeldystrophie erhalten.

Nach Zahlen gesucht sind auch Carlo Gavazzi (+1,9%). Die Elektronikgruppe hat im März beendeten Geschäftsjahr 2016/17 dankt eines Sondereffekts mehr verdient und erhöht die Dividende.

Für Spannung sorgt an diesem Tag aber vor allem die Versandapotheke Zur Rose. Sie wagt bereits Anfang Juli den Sprung auf das Schweizer Börsenparkett. Die Preisspanne wird auf 120 - 140 CHF gesetzt. Dies entspreche einer Marktkapitalisierung von 780 - 870 Mio CHF.

hr/cp

(AWP)