Aktien Schweiz: SMI verteidigt Vortagesplus - Aber keine grossen Sprünge

Vortagesgewinne verteidigen - so in etwa lautet das Motto am Schweizer Aktienmarkt zum Wochenschluss. Der Leitindex SMI ist leicht freundlich gestartet und hat sein Plus auch im Verlauf des Vormittags halten können. Es sei ein typischer Freitagsmarkt, heisst es im Handel. Vor dem anstehenden Wochenende wolle sich niemand zu weit aus dem Fenster lehnen und man sei stattdessen bemüht, die deutlichen Gewinne des Vortages ins Wochenende mitzunehmen.
13.07.2018 11:30

Als Marktstütze erweise sich vor allem Chinas bisher ausgebliebene aggressive Reaktion auf die jüngsten Androhung von US-Präsident Donald Trump. Positiv vor diesem Hintergrund letztlich auch, dass Chinas Warenaustausch mit den USA im ersten Halbjahr stark gestiegen ist. Wobei es sich hier auch schlicht um Vorzieheffekte wegen des Zollstreits handeln könnte, wodurch sich die guten Zahlen dann relativieren würden, heisst es von Händlerseite. Generell hoffen Investoren, dass die nun beginnende Berichtsaison den Fokus etwas von den geopolitischen Themen weglenken könnte. Alleine mit den grossen US-Banken Citigroup, JPMorgan und Wells Fargo, die am Mittag anstehen, ist für Spannung gesorgt.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 11.10 Uhr 0,22 Prozent auf 8'837,49 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) steigt um 0,26 Prozent auf 1'454,57 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,26 Prozent auf 10'590,75 Zähler.

Wie ein Händler gegenüber AWP hervorhebt, handelt es sich zum Wochenschluss weniger um Anschlusskäufe bei den grossen Gewinnern des Vortags, die den Markt stützen. Vielmehr griffen Investoren vor allem bei jenen Titeln zu, die am Vortag nicht ganz mit dem allgemeinen Sog mitgehalten hatten.

So hielten sich etwa Bankenwerte um Julius Bär (+0,2%), UBS (+0,2%) und Credit Suisse (unverändert) in etwa mit dem Markt. Noch deutlicher geht es bei den Versicherern für die Swiss Re (+0,7%) aufwärts. Kepler Cheuvreux hat die Bewertung der Aktien am Morgen mit einer Kaufempfehlung wieder aufgenommen.

Von den drei Schwergewichten knüpfen Roche (+0,7%) an ihre starke Performance vom Donnerstag an, wenn auch nicht ganz im gleichen Ausmass. Am Donnerstag hatten Novartis mit einem Plus von mehr als 4 und Roche von mehr als 3 Prozent zu den absoluten Spitzenwerten im Leitindex SMI gehört. Nestlé (+0,3%) stützen den Markt ebenfalls, während Novartis (-0,3%) tendenziell belasten.

Es sind jedoch vor allem Zykliker wie Adecco, Swatch und Schindler, die an diesem Vormittag mit Kursgewinnen von 1,2 bis 0,9 Prozent besonders stark abschneiden.

Während das Nachrichtenaufkommen bei den Blue Chips eher verhalten ist, haben in der hinteren Reihe EMS (+3,0%) und Barry Callebaut (+1,0%) die Berichtssaison fortgesetzt. Dabei hat vor allem der Spezialchemiekonzern Ems die Anleger überzeugt. Immerhin hat das Unternehmen die hohen Umsatzerwartungen erfüllt und die Gewinnerwartungen übertroffen. Barry Callebaut gelang diesbezüglich mehr oder weniger eine Punktlandung.

Dagegen kommen die Aktien vom Vermögensverwalter GAM nach einer Gewinnwarnung erneut unter die Räder und fallen zeitweise um mehr als 9 Prozent zurück. Wie es bei der ZKB heisst, komme vor allem der Abschreiber auf Cantab überraschend nach noch nicht einmal 2 Jahren seit der Übernahme.

Einen fulminanten Kurssprung von aktuell einem Viertel auf 18,50 Franken machen die Aktien des neu an der SIX kotierten Pharmaunternehmens Obseva. Das Genfer Biotech-Unternehmen war bislang nur an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistet.

hr/kw

(AWP)