Aktien Schweiz: SMI verzeichnet leichte Verluste

Der Schweizer Aktienmarkt wird am Montag von Handelssorgen etwas belastet. Im Verlauf des Vormittags hat der Leitindex SMI seine Verluste vom Morgen zwar leicht eingedämmt. Insgesamt verlaufe der Handel aber richtungslos, sagte ein Händler. Diese Woche stünden nicht allzu grosse News an, weshalb die Märkte den Unwägbarkeiten des Handelskrieges und der Wetterkapriolen ausgeliefert seien.
17.09.2018 11:30

Die Anleger hielten sich auch in der Erwartung zurück, dass US-Präsident Donald Trump auf die Eröffnung der Wall Street hin neue Strafzölle bekannt geben könnte. Laut verschiedenen Medienberichten plant Trump die Einführung von zusätzlichen Zöllen auf chinesische Waren. Immerhin haben aber die Sorgen um die Schwellenländer etwas nachgelassen. Im Tagesverlauf dürften die Anleger dann den Blick auf Inflationsdaten aus der Eurozone und Grossbritannien richten.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis um 10.45 Uhr Uhr 0,23 Prozent auf 8'949,60 Punkte. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) gibt um 0,28 Prozent auf 1'461,66 Zähler nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,26 Prozent auf 10'682,20 Stellen. Dabei stehen unter den 30 wichtigsten Aktien 22 Verlierer acht Gewinnern gegenüber.

Die erwarteten Strafzölle machen laut dem Händler den üblichen Leidtragenden zu schaffen. So stehen auf der Verliererliste die Luxusgütertitel Swatch (-1,2%) und Richemont (-1,6%) weit oben. Auch konjunktursensitive Titel wie Sika (-1,0%), Schindler (-0,6%), LafargeHolcim (-0,6%) und ABB (-0,4%) geben nach.

Keine Unterstützung kommt von den Schwergewichten Novartis (-0,2%), Roche (-0,1%) und Nestlé (-0,1%), die im Rahmen des Gesamtmarktes schwächeln.

Ähnliche Abschläge verbuchen die Credit-Suisse-Aktien (-0,1%). Hier wiegen sich negative und positive Nachrichten gegenseitig auf. Die Finanzmarktaufsicht Finma hat bei der Grossbank in zwei Verfahren Mängel bei der Geldwäschereibekämpfung festgestellt. Sie drückt der Grossbank deshalb einen Aufpasser aufs Auge. Auf der anderen Seite hat CS-Chef Tidjane Thiam am Wochenende in einem Zeitungsinterview die Gewinnerwartungen geschürt. Die CS strebe in den nächsten zwei Jahren einen Jahresgewinn von 5 bis 6 Milliarden Franken an.

Andere Finanzwerte sind leicht gesucht. So legt Rivalin UBS 0,1 Prozent zu. Aber auch Versicherer wie Swiss Life (+0,2), Swiss Re (+0,1%) und Zürich (+0,1%) schlagen sich gut. Swiss Re profitiert davon, dass die Taifun- und Hurrikanschäden in den USA und Asien weniger schlimm als erwartet ausgefallen sind. Die Verwüstungen durch Florence und Mangkhut dürften laut Vontobel voraussichtlich unter dem Naturkatastrophenbudget des Rückversicherers liegen.

Angeführt werden die Gewinner vom Telekomtitel Swisscom (+1,1%) und vom Reisedetailhändler Dufry (+0,4%). Im Plus halten sich auch die Aryzta-Aktien (+0,1%) - trotz einer Investorenkritik vom Wochenende. Der Investor Gregor Joos forderte den Abgang des Spitzenmanagements.

Im breiten Markt stehen die Burkhalter-Titel nach der Zahlenvorlage unter Druck (-6,2%). Der Elektroinstallateur hat im Halbjahr unter dem Preiskampf in der Baubranche gelitten. Die Gruppe setzte weniger um als erwartet und verdiente deutlich weniger als im Vorjahr.

Auch die Halbjahreszahlen des Bahn- und Tourisitikunternehmens BVZ (-1,7%) werden trotz einer Umsatz- und Gewinnsteigerung nicht gut aufgenommen. Deutliche Kursverluste erleiden zudem das Biochemieunternehmen Molecular Partners (-5,5%) und der Bankensoftwarehersteller Temenos (-4,0%).

Auf der anderen Seite sind die Aktien des Pharmaunternehmens Kuros Bioscience (+2,7%) gefragt oder diejenigen des Industrieunternehmens Comet (+1,9%).

tt/cf

(AWP)