Aktien Schweiz - SMI weiter etwas tiefer - Warten auf US-Daten

Der Schweizer Aktienmarkt zeigt sich am Freitagmittag etwas schwächer, verzeichnet aber auch keinen starken Abgabedruck.
05.05.2017 12:35

Am Donnerstag hatte der Leitindex SMI mit dem Schlusskurs von 8'980 Punkten den höchsten Stand seit November 2015 erreicht. Der Morgenhandel lässt sich als Seitwärtsbewegung auf tieferem Niveau charakterisieren und im Wochenvergleich wird ein Plus von 1,5% angesteuert. Am Markt wird die Stimmung zum Wochenausklang als weiter freundlich bezeichnet.

Die Investoren setzen auf einen klaren Sieg des europafreundlichen Emmanuel Macron beim entscheidenden Wahlgang in Frankreich am Sonntag, heisst es im Handel. Ob allerdings ein Wahlsieg Macrons einen ähnlichen Kurssprung auslösen kann wie die Resultate der ersten Wahlrunde vor zwei Wochen, wird von Händlern angesichts der jüngsten Aufschläge bezweifelt. Die Anleger würden zudem auf die Arbeitsmarkt- und Lohn-Daten aus den USA am Nachmittag warten. Hierzulande sorgen die Index-Pläne der SIX für den SMI für Gesprächsstoff.

Der Swiss Market Index (SMI) gibt um 11.50 Uhr 0,24% auf 8'958,03 Punkte ab. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,29% auf 1'428,57 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,25% auf 10'137,50 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 22 im Minus, sechs im Plus und zwei (Richemont, Zürich) unverändert.

Im SMI soll ab September 2017 die Gewichtung der Einzeltitel auf 18% gekappt und parallel ein neuer nicht-gekappter Index lanciert werden. Davon wären aktuell vor allem Nestlé mit einer Gewichtung von rund 23% betroffen. Die Aktien des Lebensmittelkonzerns geben 0,2% ab, nachdem sie am Donnerstag im späten Handel mit +2,3% stark zugelegt hatten. Damit hatte das Schwergewicht auch den SMI auf das neue Hoch getrieben.

Auch Novartis (-0,2%) und Roche (-0,1%) sind knapp über bzw. knapp unter der Kappungs-Marke und könnten von gewissen Investoren verkauft werden, heisst es.

Die am Vortag ebenfalls gut nachgefragten Grossbanken UBS (-1,4%) und CS (-0,5%) finden sich unter den grössten Verlierern. Händler verweisen auf die mit dem tieferen Ölpreis wieder sinkenden Hoffnungen auf höhere Zinsen. Diese Erwartungen hätten zuletzt die Entwicklung bei den Bankenwerten getrieben.

Bei Lonza (-1,1%) sorge der bis zum 8. Mai laufende Bezugsrechtehandel weiterhin für Druck, wie es heisst. Aber auch Sonova (-0,9%), LafargeHolcim (-0,8%) oder Dufry (-0,6%) zeigen rote Vorzeichen.

Für Givaudan (-0,6%, 1'950 CHF) bleibt Bernstein bei der Bewertung Underperform und auch das neue Kursziel von 1'700 CHF liegt weiter unter dem aktuellen Stand. Bei Geberit (-0,5%, 457,10 CHF) setzt UBS das Ziel neu auf 465 CHF von zuvor 430 CHF.

Richemont (unv., 84,95 CHF) wird von einer Kurszielanhebung durch die Royal Bank of Canada um 8 auf 95 CHF etwas gestützt. Mit Verweis auf das Schmuckgeschäft bleibe das Unternehmen der bevorzugte Luxusgütertitel im Large Cap-Bereich, heisst es. Branchenachbar Swatch (-0,4%) tendieren schwächer.

Etwas zulegen kann Syngenta (+0,4% auf 460,90 CHF), nachdem die Aktionäre von dem ChemChina-Angebot rege Gebrauch gemacht haben. Die Erfolgsquote erreichte nach vorläufigen Zahlen bis zum Ende der Angebotsfrist 80,7% und lag damit klar über der geforderten Schwelle von 67%. Damit kommt auch die Spezialdividende zur Auszahlung, was den Kurs stützt.

Im Nachgang der Zahlen halten sich Swiss Re (+0,5%, 89,55 CHF) gut und können die Avancen vom Vortag (+1,8%) verteidigen. Jefferies hat das Rating der Titel auf Hold von Underperform angehoben und das Kursziel auf 78 von 75 erhöht. Die Aktien würden dem Markt hinterherhinken und seien mit Blick auf die Dividende und das Aktienrückkaufprogramm attraktiv.

Im breiten Markt hat Datacolor (+2,8%) Zahlen vorgelegt und im ersten Halbjahr Umsatz und Ergebnis gesteigert. Die Gruppe will die Präsenz im asiatischen Markt weiter ausbauen und rechnet weiter mit einer Umsatzsteigerung im Gesamtjahr.

Oerlikon (+0,4%, 12,80 CHF) wurden von der UBS nach Zahlen mit einem höheren Kursziel von 13,90 CHF bewertet. HSBC hat VAT (-3,3%, 128,20 CHF) mit Hold und einem Ziel von 120 CHF in die Bewertung aufgenommen.

Panalpina notiert bereinigt um den Dividendenabschlag von 3,75 CHF (Aktie -2,1% oder -2,80 CHF) im Plus.

(AWP)