Aktien Schweiz: SMI weiter im Minus - Nordkorea belastet

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Montagmittag weiter im Minus. Der SMI hatte nach dem Atombombentest in Nordkorea am Wochenende tiefer eröffnet und konnte sich im frühen Handel nur kurzzeitig über die Marke von 8'900-Punkten hieven, bevor er erneut zurückfiel. Die Aussicht auf zunehmende Spannungen in Asien würden den Risikoappetit der Anleger deutlich vermindern, hiess es im Handel. Am Morgen hatten bereits die Aktienmärkte in Asien Einbussen verzeichnet. Die Wall Street wird erst morgen reagieren können, weil die Märkte am US-"Labour Day" geschlossen bleiben.
04.09.2017 12:50

Die nächste Runde im Atomwaffen-Streit mit Nordkorea wird im UN-Sicherheitsrat ausgetragen. China hat bereits die Forderung der USA verurteilt, auch Handelspartner Nordkoreas mit Sanktionen zu belegen. Darunter würde auch die Volksrepublik fallen. Die russische Regierung hat Nordkorea zu einem Ende der Provokationen aufgerufen. Es könne nur eine politische Lösung des Konflikts geben, hiess es. Angesichts der Spannungen fielen am Morgen veröffentlichte Konjunkturdaten kaum ins Gewicht.

Der Swiss Market Index (SMI) büsst um 12 Uhr 0,75% auf 8'874,84 Punkte ein. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,74% auf 1'416,73 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,74% auf 10'125,10 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 27 im Minus zwei im Plus und einer (Adecco) unverändert.

Bei den Blue Chips kommt von Novartis die gewichtigste Schlagzeile. Die Titel verlieren mit -0,7% im Rahmen des Gesamtmarktes, nachdem der langjährige Chef Joseph Jimenez von seinem Posten zurücktritt. Nachfolger wird Forschungs- und Entwicklungschef Vasant Narasimhan, der in fünf Monaten das Ruder übernehmen soll. Analysten sehen die Berufung aus den eigenen Reihen als Zeichen für Kontinuität. Ein Chefwechsel biete aber auch immer Raum für Fantasie, etwa in Bezug auf die Zukunft der Töchter Alcon und Sandoz. Die beiden anderen Schwergewichte Roche (-0,6%) und Nestle (-0,9%) belasten den SMI ebenfalls.

Schwächster Blue Chip ist Julius Bär (-1,8%) gefolgt von Swatch (-1,7%). Beim Uhrenwert hat der Analyst der Société Générale die "Sell"-Bewertung bestätigt. Die Margenabschwächung sei prononcierter ausgefallen als in früheren Schwächeperioden, hiess es unter anderem zur Begründung. Richemont (-0,9%) geben ebenfalls deutlich ab.

Auch die Assekuranzen Bâloise, Swiss Life und Swiss Re (je -1,2%) verlieren. Die Bâloise-Titel hatten in der Vorwoche nach Zahlen gut zugelegt. Zurich (-0,7%) werden von einer Kurszielanhebung durch HSBC etwas gestützt.

Auch Finanzwerte und Zykliker leiden unter der eingetrübten Marktstimmung. So verlieren CS (-1,2%) oder Partners Group (-0,8%) stärker, während UBS (-0,6%) im Marktrahmen bleibt.

Positiv stechen Clariant (+0,5%) heraus. Hier hat der designierte Konzernchef Peter Huntsman in gleich mehreren Interviews Optimismus in Bezug auf die Fusion mit Huntsman verbreitet. Er rechnet mit der Zustimmung der Aktionäre. Die Opposition gegen den Zusammenschluss sei nicht seine Hauptsorge. Er arbeite mit Hochdruck daran, die Geschäfte zusammenzuführen.

Bei Givaudan (+0,4%) hat die Société Générale das Rating auf Hold und Kursziel auf 2'050 (1'800) CHF angehoben. Eine leichtere Vergleichsbasis, Effizienzgewinne und eine Abschwächung des Schweizer Frankens werde die Wachstumsdynamik weiter anfachen, heisst es.

Am breiten Markt können sich Helvetia (-1,2%) mit positiven Zahlen zum Halbjahr dem negativen Gesamtmarkt nicht entziehen. Der Konzern hat den Erwartungen entsprechend abgeschnitten und mehr verdient als vor Jahresfrist. Aus den Übernahmen der Nationale Suisse und der Basler Österreich konnten verstärkt Synergien gewonnen werden.

Das Immobilienunternehmen Hiag (-0,4%) hat Liegenschaftsertrag und Gewinn gesteigert und sieht sich für die Zukunft gut positioniert. Auch Varia US Property (+3,0%) ist deutlich gewachsen. Alpiq (-0,7%) rechnet in den kommenden Jahren mit hohen Verlusten aus der Wasserkraft.

yr/rw

(AWP)