Aktien Schweiz: SMI weiter im Minus - Santhera brechen ein

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Freitagmittag weiter mit Abgaben. Der erneute Raketentest Nordkoreas drückt bei den Investoren offenbar doch etwas auf die Stimmung. Die Unsicherheit sei mit dem Test gestiegen, heisst es am Markt. Sollte aus den USA eine robustere verbale Reaktion folgen, könnte dies einmal mehr zu Volatilität führen.
15.09.2017 12:45

Einfluss auf den SMI hat vor dem Wochenende auch der grosse Verfall: Die auslaufenden Future- und Optionenkontrakte sorgen am "Hexensabbat" oft für kräftige Schwankungen. Auch in der Schlussauktion rechnen Händler mit Ausschlägen, wenn beim SMI die Kappung der Schwergewichte Nestlé und Novartis Richtung 18% per kommenden Montag berücksichtigt wird. Am Nachmittag werden noch wichtige US-Makrodaten im Fokus stehen, darunter der Empire State Index, die Detailhandelsumsätze oder die von der Uni Michigan erhobene Konsumentenstimmung.

Der Swiss Market Index (SMI) steht um 12 Uhr 0,32% tiefer bei 9'042,36 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,22% auf 1'452,51 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,30% auf 10'326,67 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 21 im Minus, sechs im Plus und drei unverändert.

Die Abgaben bei den schwergewichtigen Novartis (-0,7%) und Nestlé (-0,6%) werden im Handel bereits auf die anstehende Kappung der Gewichtung grosser Titel im SMI zurückgeführt. Fonds, die den Index abbilden, müssten ihrer Bestände reduzieren, heisst es. Die Roche-Genussscheine notieren derweil unverändert, trotz der Meldung, dass für das Medikament Avastin ein Konkurrenzprodukt auf den Markt kommt. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat das Biosimilar Mvasi von Amgen zugelassen.

Grösste Verlierer sind aktuell Baloise (-0,8%), Schindler (-0,8%) und Swiss Life (-0,7%). Die am Donnerstag bereits schwach gewesenen und erneut tieferen Swiss Re (-0,6%) und Zurich (-0,5%) vervollständigen das negative Bild bei den Assekuranzen. Auch Geberit (-0,7%) geben stärker ab.

Die Credit Suisse (Aktie -0,5%) hat derweil eine weitere Altlast aus der Finanzkrise bereinigt und einen Vergleich mit einer US-Versicherung im Streit um Residential Mortgage-Backed Securities (RMBS) geschlossen. Das führt zu einer Vorsteuer-Belastung von 79,5 Mio USD im dritten Quartal. UBS (-0,3%) tendieren ebenfalls etwas tiefer.

Julius Bär (+0,8%) reagieren hingegen positiv auf eine Heraufstufung durch die HSBC auf "Buy" von "Hold". Die langfristige Strategie der Bank trage langsam Früchte, heisst es. Partners Group (+0,7%) gewinnen ebenfalls stärker.

Swatch (+1,1%) liegen indes an der Spitze der Blue Chips, und auch die im Nachgang der Zahlen vom Mittwoch gebeutelten Richemont (+0,4%) sind etwas im Aufwind. Für Letztere hat S&P am Freitag das Kursziel angehoben.

Am breiten Markt stürzen die Santhera-Aktien nach enttäuschenden Nachrichten zu Raxone mit rund -37% auf 44,80 CHF massiv ab, auch wenn sie sich vom Tagestief bei 29,10 CHF etwas erholt haben. Der vorberatende Ausschuss der Europäischen Arzneimittelbehörde hat den Erweiterungsantrag für das Mittel negativ beurteilt. Bei der Behandlung von Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) zeige die eingereichte Studie nicht genügend Wirksamkeit.

Helvetia (-1,9%) zeigen sich nach dem Ausstieg von Raiffeisen unter Druck. Die Bank hat sich von ihrem 4%-Anteil an der Versicherung vollständig getrennt. Die Vertriebszusammenarbeit der beiden Institute werde dadurch aber nicht beeinträchtigt, hiess es. Analysten begrüssen unterdessen den höheren Freefloat der Helvetia-Titel.

Auf der Gegenseite stehen Aevis Victoria (+2,7%) nach positiven Halbjahreszahlen. Der Umsatz wuchs leicht, der Gewinn nach dem Verkauf von Unternehmensteilen sogar kräftiger. Die Aussicht auf eine höhere Dividende treibe, heisst es am Markt. Zudem legen Georg Fischer (+0,1%) leicht zu, nachdem die Gesellschaft einen Grossauftrag für das Joint Venture GF Linamar aus der Automobilindustrie erhalten hat.

Unterdessen hat Myriad (-9,7%) die Dekotierung von der SIX beantragt. Die Aktien haben im Jahresverlauf mehr als 70% an Wert eingebüsst.

yr/ys

(AWP)