Aktien Schweiz: SMI weiter im Plus - Banken und Big-Pharma freundlich

Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Montagmittag weiter im Plus. Der Leitindex SMI kann einen kleinen Durchhänger nach den freundlichen Start wieder wettmachen und beginnt das vierte Quartal mit Aufschlägen. Unterstützung kommt von Konjunkturdaten aus Europa und freundlichen asiatischen Börsen. Zudem lasse die Furcht vor einer neuen Bankenkrise, die zuletzt durch die Lage der Deutschen Bank befeuert wurde, wieder nach, hiess es im Handel.
03.10.2016 12:52

In Japan sorgte der Tankan-Report mit einem stabilen Stimmungsindex für etwas Unterstützung. Die Einkaufsmanagerindizes in Grossbritannien und Italien überraschten positiv und auch der französische PMI lag leicht höher als prognostiziert. Am Nachmittag könnten in den USA der Einkaufsmanagerindex und der ISM Verarbeitendes Gewerbe sowie Daten zu den Bauinvestitionen weitere Impulse bereithalten.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 12 Uhr 0,42% auf 8'173,59 Punkte (bisheriges Tageshoch 8'180). Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,46% auf 1'245,58 Zähler und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,46% auf 8'923,73 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titel stehen nur vier im Minus.

Grösste Gewinner unter den Buel Chips sind Aryzta (+3,4%). Die Aktie des Backwaren-Konzerns hatte bereits in der Vorwoche positiv auf Gewinnerwartungen reagiert. Galenica (+2,5%) können sich erholen, nachdem der Kurs noch am Freitag auf ein Jahrestief gefallen war.

Nach der Achterbahnfahrt der Vorwoche bleiben die Bankenwerte im Fokus. Nach einem verhaltenen Start legen hier CS (+1,3%) und UBS (+0,8%) zu, während Julius Bär (+0,1%) um den Freitagsschluss notiert. Am Freitag hatten sich die Sorgen um die Deutsche Bank beruhigt, nachdem dem Institut in den USA unbestätigten Meldungen zufolge eine Busse von "nur" 5,4 Mrd USD droht, statt der zuvor gemeldeten 14 Mrd.

Zudem zählen Sonova (+0,8%), Syngenta, Givaudan (je +0,7%) und Adecco (+0,7%) zu den grössten Gewinnern.

Beim Technologiekonzern ABB (+0,7% auf 21,97 CHF) wirft der am (morgigen) Dienstag stattfindende Investorentag bereits seine Schatten voraus. Die Investoren rechnen mit Aussagen zur strategischen Richtung. Unterdessen hat der Investor Cevian in der Presse die hohen Verwaltungskosten der Unternehmenszentrale kritisiert. Presseberichte aus der Vorwoche, wonach der 6%-Anteilseigner Gespräche mit Interessenten für die Sparte Power Grids geführt habe, wurden als falsch zurückgewiesen. Zudem hat Bernstein das Kursziel für die ABB-Titel auf 19 von 17,50 CHF angehoben, jedoch die Sell-Empfehlung bestätigt.

Die schwergewichtigen Roche (+0,5%) geben dem SMI Auftrieb. Die Basler haben Ergebnisse einer Studie zum Krebsmedikament Tecentriq angekündigt. Der Pharmakonzern Novartis (+0,3%) hat am Wochenende positive Daten einer Studie zu Cosentyx bei der Behandlung von Schuppenflechte vorgelegt. Das dritte Schwergewicht Nestle (+0,4%) hat die Gründung des Glacé-Joint-Ventures Froneri mit R&R abgeschlossen.

Swatch (-0,6 auf 273,10 CHF) werden durch eine Studie gebremst. Die CS hat das Kursziel im Rahmen einer Branchenstudie um 10 auf 220 CHF gesenkt und das Rating "Underperform" bestätigt. Die Schätzungen seien an die Entwicklung der Uhrenexporte im ersten Halbjahr 2016 angepasst worden, heisst es. Richemont (+0,2%) können leicht zulegen.

Schindler (+0,3) hat wie geplant den Verkauf des japanischen Aufzuggeschäfts an den Wettbewerber Otis abgeschlossen.

Auf der Verliererseite hat SGS (-0,3%) in den Niederlanden eine kleinere Akquisition getätigt und will ihr Pharma-Labor in Berlin ausbauen. Auch Swisscom und Swiss Re (je -0,3%) geben ab.

Am breiten Markt können die Titel der Accu Holding zum ersten Mal seit rund zwei Monaten wieder gehandelt werden und notieren mit einem Minus von 38% auf 3,16 CHF. Die SIX hatte den Handel Anfang August eingestellt, nachdem das Unternehmen auch nach einer Fristverlängerung keine Bilanz für 2015 vorgelegt hatte. Im ersten Halbjahr 2016 weist Accu nun aufgrund hoher Abschreibungen einen Verlust von mehr als 21 Mio CHF aus.

Zudem hatten am Freitagabend u.a. noch CI Com (-4,6%) und Airopack (unv.) auf dem letztmöglichen Termin ihre Zahlen publiziert.

Temenos (+8,8%) zeigen einen deutlichen Aufschlag. Der Bankensoftwareanbieter hat einen "materiellen" Auftrag von einer "grösseren europäischen Bank" gemeldet. Weder der Name noch das Volumen werden jedoch genannt. Ascom (+1,7%) hat den Verkauf der Sparte Network Testing abgeschlossen.

yr/cp

(AWP)