Aktien Schweiz: SMI weiter stark im Plus - Grossbanken top

Der Schweizer Aktienmarkt reagiert euphorisch auf die Resultate des ersten Wahlgangs der Präsidentschaftswahlen in Frankreich und notiert am Montagnachmittag weiterhin stark im Plus. Der SMI als Leitindex hat die anfänglichen Avancen gar noch ausgebaut und bewegt sich aktuell um die Marke von 8700 Punkten. Getragen wird er von sehr starken Avancen der Grossbanken und einiger Zykliker, die in der Hoffnung auf eine Wahl des wirtschaftsfreundlichen Emmanuel Macron kräftig zulegen. Dieser gilt für den zweiten Wahlgang in zwei Wochen als klarer Favorit gegenüber der Rechtspopulistin Marine Le Pen.
24.04.2017 15:24

Mit dem Duell zwischen diesen beiden Kandidaten werde die Präsidentenwahl in Frankreich nun zu einem Plebiszit für oder gegen Europa bzw. den Euro, lautet das Fazit vieler Beobachter. Marktkreise hofften nun auf den europafreundlichen Kandidaten Macron, entsprechend reagierten die Aktienmärkte mit einem Kurssprung. Aufgrund seiner defensiven Ausrichtung bleibt der hiesige Markt allerdings hinter den Indices beispielsweise in Frankreich selber oder Deutschland deutlich zurück.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert kurz vor 15 Uhr 1,66% höher auf 8'695,79 Punkten (Tageshoch bisher 8'706). Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt gar 1,89% auf 1'391,62 und der breite Swiss Performance Index (SPI) 1,56% auf 9'797,11 Stellen.

Von den 30 wichtigsten Titeln im SMI/SLI liegen 28 im Plus und nur zwei im Minus. Die Volatilität geht entsprechend stark zurück, wobei das "Angstbarometer" VSMI um über einen Viertel tiefer notiert. Auch der Euro erhält Auftrieb und ist zum Schweizer Franken - zumindest vorübergehend - über die Marke von 1,08 gestiegen (aktuell 1,0798), während auf der anderen Seite der Schweizer Obligationenmarkt (Conf Future: -110 BP) deutlich an Terrain einbüsst bzw. die Zinsen deutlich steigen.

Die grössten Gewinner sind die Papiere der beiden Grossbanken UBS (+5,3%) und Credit Suisse (+4,8%). Nebst der Aussicht auf ein stabileres politisches Umfeld in Europa bieten dem Finanzsektor auch die Pläne Donald Trumps zum Abbau der US-Bankenregulierung Rückenwind. Zudem haben die Analysten von Kepler den europäischen Bankensektor hochgestuft, wobei die Aktien der CS im Vorfeld der mit Spannung erwarteten GV vom kommenden Freitag auf der "Sector Most Preferred"-Liste bleiben.

Bei den Zyklikern rücken aktuell die Papiere von Adecco (+3,8%) am stärksten vor. Der Personaldienstleister verfügt bekanntlich in Frankreich über eine grosse Marktpräsenz. Gesucht sind aber auch Richemont (+2,8%), Schindler PS (+2,8%), Clariant (+2,5), Geberit (+2,5%) oder ABB (+2,3%), wobei Schindler und Clariant diese Woche noch ihr Erstquartalsergebnis präsentieren werden.

Die defensiven Schwergewichte hinken der sehr guten Börsenentwicklung leicht hinterher. Novartis legen um 1,2% zu, wobei positive Daten zum MS-Mittel Gilenya und die europäische Zulassungsempfehlung für die Biosimilar Rituximab und Etanercept unterstützen. Rituximab könnte als Biosimilar zum Medikament MabThera/Rituxan des Konkurrenten Roche (GS +1,3%) auf den Markt kommen. Nestlé (+1,3%) gewinnen mit einer leichten Kurszielerhöhung nach den Zahlen von letzter Woche in ähnlicher Grössenordnung.

Zu reden gibt der Zementkonzern LafargeHolcim, wobei die Aktie (-0,2%) schwächster Wert ist. CEO Eric Olson wird mit Blick auf die Syrien-Affäre im Sommer zurücktreten. Der Verwaltungsrat lege Olsen nach eingehender Prüfung kein Fehlverhalten zur Last, doch wolle man mit dem Schritt Ruhe in das Unternehmen bringen, hiess es. Analysten sehen den Abgang des Managers als einen Rückschlag für den Konzern. Mitarbeitenden in Syrien wird vorgeworfen, mit "bewaffneten Gruppierungen und sanktionierten Parteien" Vereinbarungen getroffen zu haben.

Syngenta (+0,2%) hat am Montag die Angaben zum ersten Quartal gemacht und dabei einen leichten Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Vielmehr interessiert aber der Stand der Übernahme durch Chemchina. CEO Erik Fyrwald zeigte sich zuversichtlich, dass der Deal noch im Mai über die Bühne gehen wird. Bei Actelion (-0,1%) ist die Übernahme schon fast in trockenen Tüchern. Der US-Konzern J&J hält mehr als 90% am Baselbieter Biotechunternehmen.

uh/cp

(AWP)