Aktien Schweiz - Der SMI ist bis Mittag wenig verändert

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Mittwochmittag weiterhin wenig verändert, hat aber gegenüber der Eröffnung etwas an Terrain eingebüsst.
22.02.2017 13:05
Nach einem Veruntreuungsfall in Südkorea ist die ABB-Aktie am Mittwoch bei den Anlegern im Fokus.
Nach einem Veruntreuungsfall in Südkorea ist die ABB-Aktie am Mittwoch bei den Anlegern im Fokus.
Bild: Bloomberg

Gewisse Händler begründen das leichte Minus mit der zunehmenden Furcht vor einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone. So seien etwa die als sicher geltenden deutschen Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit sehr gefragt und der Abstand zu Renditen von Papieren beispielsweise aus Frankreich nehme zu.

Ein Händler aus Zürich meinte hingegen, er halte nicht viel von diesen Ängsten. Die Entwicklung der Staatsobligationen hinterliesse am Aktienmarkt kaum Spuren. Immerhin habe die Schweizer Börse im laufenden Jahr bereits 4% dazu gewonnen - mehr als im gesamten Vorjahr. Es sei denn auch ruhig an den Börsen, wobei die Gewinne vom Vortag konsolidiert würden.

Der SMI verliert bis am Mittag 0,2% auf 8551 Punkte und steht damit praktisch am Tagestief. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,2% auf 1360 Zähler und der breite SPI 0,1% auf 9359. Dennoch notieren von den 30 wichtigsten Titeln 20 im Plus und 10 im Minus.

ABB nach Unterschlagungsfall im Fokus

Im Fokus bei den Bluechips sind die ABB-Aktien, die 0,2% nachgeben. Der Konzern gab heute bekannt, dass das Jahresergebnis 2016 nachträglich mit maximal 100 Millionen Dollar belastet werden könnte, nach einer Unterschlagung bei der Tochtergesellschaft in Südkorea.

Ein Analyst stuft den Vorfall zwar als "unglücklich" ein, geht aber davon aus, dass ein Teil der Einbusse über Versicherungen gedeckt sein könnte. Losgelöst von diesem Vorfall äussert sich die US-Investmentbank Morgan Stanley positiv zu ABB, halten die Aktien für "recht attraktiv" und bekräftigen ihr Rating "Overweight". Ebenfalls am Mittwoch schlug ABB die Wahl von Lars Förberg in den Verwaltungsrat vor. Dieser ist Führungsmitglied bei Cevian Capital, die 6,2% an ABB hält.

Schlusslichter sind die Grossbanken. UBS (-1,4%) und CS (1,3%) verlieren deutlich, was ein Händler jedoch primär auf Gewinnmitnahmen nach einem starken Vortag zurückführt. Etwas besser hält sich die Privatbank Julius Bär (-0,2%).

Pharmaschwergewichte belasten den Markt

Die beiden Pharmavaloren Roche (-0,9%) und Novartis (-0,3) belasten den Gesamtindex ebenfalls. Auch hier ist in erster Linie von Gewinnmitnahmen die Rede, nachdem die Papiere zuletzt gut gelaufen waren. Die Aktien des dritten Schwergewichts Nestlé (+0,3%) stützen derweil den Gesamtmarkt.

Lafarge-Holcim (+0,8%) als zyklischer Titel führen das Kurstableau an. Der Zementhersteller profitiere zusammen mit weiteren Konkurrenten von den in den USA angedachten Infrastrukturprogrammen, heisst es aus Händlerkreisen.

Gesucht sind auch Swisscom (+0,4%). Der Telekomkonzern krempelt seine Struktur für Bündelabos um, wobei er das Baukastenprinzip einführt. Damit können Kunden ihre Bausteine aus Handy, TV, Internet und Festnetztelefonie selber zusammenstellen. Telekom-Experten attestieren, dass mit "inOne" für viele Kunden ein verbessertes Preis-/Leistungs-Verhältnis entstehe.

KTM nach Privatplatzierung des Hauptakionärs gefragt

Hauchdünn im Plus notieren Galenica (+0,1%). Die Gesundheitsgruppe Galenica steigt in den Wundversorgungsmarkt ein. Sie übernimmt die Schweizer Traditionsmarken Merfen und Vita-Merfen von GSK Consumer Healthcare Schweiz. Händler weisen zudem auf die Unsicherheit über den Termin der anstehenden Aufteilung des Unternehmens hin.

Im breiten Markt sind die Valoren von KTM (+0,7%) gesucht. Der Hauptaktionär des österreichischen Motorradherstellers, die Pierer Industrie AG, will einen Anteil von bis zu 12,1% an KTM (27,2 Mio Aktien) im Rahmen einer Privatplatzierung verkaufen. Dadurch soll die Handelsliquidität der Aktie an der SIX Swiss Exchange erhöht und der Aktionärskreis erweitert werden.

Die Titel Belimo (+1,0%) profitieren von einer Studie des Analystenhauses Baader Helvea. Auch Tecan (+0,7%) fallen positiv auf, nachdem Vontobel das Kursziel für den Laborausrüster leicht angehoben hat. Grosse Avancen gibt es derweil erneut für Walter Meier (+6,8%). Der Klimatechnikkonzern hatte bereits am Vortag nach der Ankündigung des Zusammenschlusses mit Tobler über 5% zugelegt.

(AWP)