Aktien Schweiz: SMI weitet Kursverluste aus - Im Banne der Korea-Krise

Der Schweizer Aktienmarkt büsst zur Wochenmitte von den Sorgen um die Korea-Krise belastet weiter an Terrain ein. Nachdem der Leitindex SMI am Montag zunächst die 8'900er-Marke preisgeben musste, rutscht er nun auf die Schwelle von 8'800 Punkte ab. Der zunehmend schärfere Ton in den USA und Nordkorea setzt vor allem Zyklikern und Versicherungen zu. Letztere stehen zudem mit Blick auf die US-Hurrikansaison unter Abgabedruck. Nach den verheerenden Überschwemmungen in Texas, steuert derzeit der Hurrikan "Irma" mit hohen Windgeschwindigkeiten auf die Küste Floridas zu.
06.09.2017 12:37

Im Korea-Konflikt hat sich die Tonlage weiter verschärft. Neu droht Nordkorea für den Fall neuer Sanktionen mit Gegenmassnahmen. Solange es zu keinen unerwarteten Militäraktionen komme, richte sich die Aufmerksamkeit weiterhin auf die Abstimmung im Uno-Sicherheitsrats am 11. September, meint ein Händler. Die Verunsicherung an den Finanzmärkten sei gross, bislang seien Panikverkäufe jedoch ausgeblieben.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis 11.55 Uhr 0,62% auf 8'814,73 Punkte, nachdem er kurz davor bis auf 8'797 abgesackt war. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,58% auf 1'405,49 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,61% auf 10'062,41 Stellen ein. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 26 im Minus und vier fester. Die Volatilität hat spürbar zugenommen, was sich auch am VSMI (+2,5% auf 14,62 Punkte) ablesen lässt.

Bei den Blue Chips gehen die grössten Verluste nun auf das Konto des Rückversicherers Swiss Re (-1,5%), gefolgt von der Zurich Insurance Group (-1,3%). Kurz nach dem Abzug von Hurrikan "Harvey" rast mit "Irma" möglicherweise bereits der nächste Tropensturm auf die US-Küste zu. In Florida wurde vorsichtshalber bereits der Ausnahmezustand verhängt und weit über dem Atlantik braut sich mit "José" der nächste Sturm auf. Im Sektor geben im unsicheren Marktumfeld auch die Titel der in Europa aktiven Bâloise (-0,9%) sowie am breiten Markt von Helvetia (-1,8%) deutlich nach.

Die Banken haben die Kurseinbussen eingegrenzt: UBS und Credit Suisse verlieren je 0,3%. In Sachen CS schreibt der "Tages-Anzeiger" mit Blick auf umstrittene Kredite an Mosambik von einem umfangreichen Bericht einer Untersuchungsfirma, der eine Verkettung von Fehlern, auch der CS, offenbare. Die Grossbank verweist lediglich darauf, dass sie über klare Sorgfaltsrichtlinien bezüglich potenzieller Neukunden und Drittparteien verfüge. Die UBS hat derweil einen Teil der lateinamerikanischen Private-Banking-Kunden von HSBC übernommen.

Zykliker wie Clariant (-1,2%) oder LafargeHolcim (-1,1%) sind weit hinten im SLI zu finden, während Richemont 0,2% dazugewinnen. Barclays hat das Kursziel für die Papiere des Luxusgüterkonzerns erhöht, die Einstufung aber auf "Equal Weight" belassen. Der Analyst geht davon aus, dass die Gruppe kommende Woche für die ersten fünf Monate ein starkes organisches Wachstum im zweistelligen Prozentbereich vermelden wird.

Die Schwergewichte Novartis (-0,8%), Roche (-0,5%) und Nestlé (-0,7%) tummeln sich im Mittelfeld. Die Roche-Genussscheine profitieren somit kaum von positiven Studiendaten zur Lungenkrebsbehandlung Alecensa. Die grössten Gewinne erzielen Vifor (+1,5%). Auf die gestrigen Deckungskäufe folgen nun Anlagekäufe, hiess es.

Im breiten Markt werden Straumann um 1,9% auf 605 CHF zurückgenommen. Das Dentalimplantat-Unternehmen verkaufte rund 0,4 Mio eigene Aktien zum Kurs von 600 CHF. Im zweiten Anlauf sei es Straumann nun gelungen, die Investoren trotz des starken Kursanstiegs vom Investment-Case und vom weiteren Potenzial zu überzeugen, heisst es bei der ZKB.

Weiter gab Von Roll (Aktie -3,4%) bekannt, dass der langjährige Finanzchef Stephan Kellmann das Unternehmen verlassen wird. Temenos avancieren nach einer Kurszielerhöhung um 1,4%, Myriad gewinnen gar 5,9%. Myriad hat die geplante und von den Aktionären beschlossene Kapitalerhöhung in vollem Umfang abgeschlossen und sieht sich für die weitere Entwicklung vorerst ausreichend kapitalisiert.

mk/rw

(AWP)